Mexico City ist eine herrliche, grüne Stadt, die zum Flanieren einlädt. Wir besichtigen die Alte Post, lernen eine Pulqueria kennen und besuchen das Konzert von „The Gathering“.
Hotel mit falschen Angaben
Weil wir vier Nächte in Mexico City verbringen wollten, hatte ich im Vorfeld viel Zeit investiert, ein Hotel zu finden, in dem wir richtig wohnen können. Ich hatte eine “Ferienwohnung” mit Waschmaschine und Gemeinschaftsküche sowie Fitness-Center im Haus gebucht. So etwas Tolles hatten wir ja schon einmal in New Orleons. Leider bekamen wir ein Zimmer mit angrenzendem Bad. Das Bad war nur durch eine Schiebetür verschließbar, die sich nach dem Schließen (ich war drin) nicht mehr öffnen ließ. Nur mit Olivers Hilfe konnte ich wieder herauskommen. Nach zwei Tagen kam nach mehreren Nachrichten unsererseits jemand, um sich das anzuschauen. Nur der Handwerker sprach ein wenig Englisch, der sagte, dass die Tür repariert würde. Die Managerin sprach kein Wort Englisch. Auch am nächsten Tag war die Tür noch immer nicht repaiert. Am dritten Tag bot man uns an, das Zimmer zu wechseln, doch waren wir da schon auf dem Konzert von The Gathering.
Die in der Anzeige versprochene Waschmaschine sollte es erst gar nicht geben. Dann wurde auf das Dach verwiesen, wo wir nichts fanden. Erst auf erneute Nachfrage teilte man uns mit, dass die Waschmaschinen im Eingangsbereich wären, hinter der Tür der Rezeption.
Unser Zimmer wurde nur nach Aufforderung gereinigt. In einem Land, in dem man das Toilettenpapier nicht in die Toilette werfen darf, sollte zumindest täglich der Mülleimer geleert werden. Trinkwasser gab es nur am ersten Tag (in Mexiko darf man auf keinen Fall Wasser aus der Leitung trinken). Die Kaffeemaschine funktionierte nicht, es gab während des gesamten Aufenthalts nur 2 Kapseln. Der Tee konnte aufgrund eines fehlenden Wasserkochers gar nicht erst zubereitet werden.
Normalerweise sind wir nicht so empfindlich, was unsere Unterkünfte angeht, doch während einer Weltreise braucht man zwischendruch auch mal einen Ort, an dem das Grundsätzliche funktioniert.
Chapultepec Park

Mexico City besticht durch viele Bäume, das Grün dominiert die Stadt. Im Chapultepec Park kann man flanieren, frisch geschnittes Obst kaufen und genießen und Straßenkünstler beobachten. Es gibt einen Ort der Ruhe mit lauschiger Musik, diverse Seen und ein großes Schloss zu besichtigen.
El Angél
Mit dem Bus Nr 7 geht es zum Engel, an dem wir uns kurz niederließen. Drumherum sausten die Autos aus allen Richtungen. Wir versuchten vergeblich, das System zu überblicken. Zum Glück kamen wir wieder heil auf die andere Straßenseite.

Die Luft in Mexico City ist trotz des vielen Grüns nicht immer gut zum Luftholen. Mexico City liegt auf einer ähnlichen Höhe wie Creel, nämlich bei über 2300 m. Das sorgt für Kurzatmigkeit, Schwitzen und Kopfschmerzen.
Taco-Restaurant im Stadtteil Roma
Direkt um die Ecke stießen wir auf ein tolles Taco-Restaurant. In Mexiko ist es Usus, dass an den Tisch kleine Ständer für Taschen und Hüte gestellt werden. Die Kellnerin sauste motiviert auf unseren Tisch zu und brachte uns acht verschiedene Sorten Salsa und erklärte den jeweiligen Schärfegrad. Sie zeigte uns auf der Karte die angesagtesten Gerichte, wovon wir natürlich welche auswählten. Ein Taco und eine Guacamole reichten uns für den kleinen Hunger. Natürlich hatte auch dieser Laden seine eigenen grün-weißen Fan-Shirts, passend zur Ausstattung des Restaurants.
Im Anschluss spazierten wir weiter durch das schöne Roma-Viertel. Neben einigen angesagten Szene-Restaurants fanden wir eine kleine, nette Gothik-Kneipe, in die wir für ein Kaltgetränk einkehrten.
Müde kehrten wir in unser vorläufiges Zuhause zurück und schnabbulierten noch jeder einen Taco von einem Stand vor der Tür. Nun stand eine Wasch-Session bevor, denn wir sind ja mit einem Koffer voller benutzer Kleidung angereist. Während die Wäsche neben der Rezeption sauber und trocken wurde, genossen wir auf der Dachterrasse noch ein Abschlussgetränk. Ich muss ja schon sagen, dass mir die Kombination aus Bier und Tomatensaft sehr zusagt.
Historische Altstadt und Kathedrale
Ausgeschlafen stärkten wir uns mit Cappuchino aus dem gegenüberliegenden Supermarkt.
Die Kathedrale liegt in der historischen Altstadt von Mexico City. Sie ist über eine quirlige Einkaufsstraße zu erreichen. Stände mit mexikanischer Kunst, mexikanischen Symbolen, Modeläden, Restaurants mit Kellnern, die einen hereinlocken – alles sehr lebendig. In direkter Nähe eine Ausgrabungsstätte, die wir nur hinter den Zäunen besichtigen wollten.


Bevor es zur alten Post ging, fiel uns ein Büchermarkt auf, der mein Herz höher schlagen ließ. Auf den ersten Blick gab es hier leider nur aktuelle Literatur in spanischer Sprache, aber auch Romane, welche es in den USA nicht mehr zu kaufen gibt.

Alte Post


Die Alte Post – und auch einzige Lokation, die Postkarten verkauft – ist in gold gehalten. Prunkvoll erstreckt sie sich über drei Etagen. In der ersten Etage versuchten wir, den goldenen, durchsichtigen Aufzug zu besteigen, doch einer der Wächter kam wie in einem Comic auf uns zu, erhob schwenkend seinen Zeigefinger und zeigte auf das Schild, das nur einer eingeschränkten Personengruppe die Nutzung des Auszugs gestattete. Lachend flüchteten wir zum Treppenhaus, das in einem unspektakulären Hinterhaus zu finden war.
Pulqueria
Bevor es auf das Konzert von “The Gathering” gehen sollte, wofür Oliver noch am selben Tag Tickets erstanden hatte, überraschte uns ein riesiger Regenschauer, der ein Weiterlaufen nur schwer möglich machte. Von der Musik angelockt, betraten wir eine Pulqueria, die uns von der Aufmachung her ansprach. Erst später fanden wir heraus, dass die Leute hier keine Milch, sondern ein ortstypisches Getränk namens Pulque konsumierten. Das sollte ich jedoch erst zu einem späteren Zeitpunkt kosten.
Wir bestellten Bier, weil wir es nicht besser wussten. An einem Nebentisch sangen Frauen verschiedenen Alters und ein Mann lauthals die mexikanischen Lieder mit. Aufgrund gleicher Kleidung schienen sie Arbeitskollegen zu sein. Ein Türsteher (vielleicht auch der Besitzer?) kümmerte sich sehr darum, dass wir immer genug zu trinken hatten. Weil mir der Laden so gut gefiel, fragte ich den Kellner nach Stickern, denn mein Cromebook hat noch zu wenige. Aus dem Hintergrund kam kurze Zeit später eine ältere Dame mit Kochschürze und reichte uns auf glatter ausgestreckter Hand zwei Buttons, über die wir uns sehr freuten. Leider blieb mir meiner nur zwei Tage erhalten und löste sich von der Handtasche.
The Gathering in Mexico City
Eigentlich wollten wir erst in Chile auf das Konzert von The Gathering gehen. Doch wie der Zufall es wollte, spielten sie auch genau zu der Zeit in Mexico City, während wir da waren.
Wir hatten hintereinander Plätze auf dem Rang, doch konnten wir zusammen sitzen, weil an anderer Stelle noch zwei zusammenhängende Plätze frei waren. Es war wie immer großartig. Im Anschluss lernten wir noch ein paar mexikanische Fans kennen, mit denen wir schnell ins Gespräch kamen. Gerne wären sie mit uns noch etwas trinken gegangen, doch stand uns am nächsten Tag noch ein Ausflug zu den Ruinen bevor.

Vor der Eventlocation gab es wieder Tacos und ein Didi fuhr uns nach Hause.
Sonnen- und Mondpyramide von Teotihuacán
Am nächsten Tag stand ein Ausflug zu den Pyramiden bevor. Mit dem Bus fuhren wir dorthin und wurden nicht informiert, wo wir aussteigen sollten. Das führte dazu, dass wir für das letzte Stück noch ein Taxi rufen mussten. Ohne Guide betraten wir das riesige Gelände. Im Eingangsbereich gab es natürlich wieder Verkaufsstände und unaufdringliche Verkäufer. Besonders nervig waren kleine Pfeifen, die entweder einen schrillen Vogel simulierten oder fauchende Katzengeräusche machten.

Die Pyramiden liegen teilweise recht weit auseinander. Über weite Felder und Steinhügel mussten wir uns die Wege erklettern. Noch bevor wir zur Mondpyramide – der einzigen, die man besteigen konnte – kamen, zog uns die Hitze zu einem Ausgang, an dem es einen Garten mit kleiner Bude gab. Natürlich konnten wir die Erfrischungen nur mit Bargeld bezahlen, das wir zum Glück dabei hatten. Die imposante Sonnenpyramide, die hier am Ausgang lag, konnte man leider nicht besteigen.
Mondpyramide
Die Mondpyramide kann man über riesige Stufen besteigen. In der Mitte gibt es eine Art Tau, an dem man sich festhalten konnte. Schweißgebadet kamen wir oben an und genossen die phänomenale Aussicht.


Frida Kahlo Haus
Bevor es mit dem Bus nach Guatemala gehen sollte, hatten wir noch den ganzen Tag Zeit. Unser Gepäck konnten wir im Hotel zwischenlagern und fuhren per Bus und Bahn zum Casa Blue, dem Wohnhaus von Frida Kahlo. Die Anfahrt war etwas kompliziert, da wir mit den Bussen nicht so vertraut waren. Pünktlich um 10.15 Uhr konnten wir das Haus betreten.
Es ist schon faszinierend, sich mit dem Wohnort und der Biographie der Künstlerin zu befassen. Neben der Ausstellung hatte ich mich im Vorfeld etwas mit ihrer Biographie und ihrem Wirken auseinandergesetzt. Hier fand man dann noch einige Fotos, Zeitungsartikel und natürlich auch Bilder von ihr.


Zurück war der Weg noch beschwerlicher, da die angegebenen Busse nicht dort abfuhren, wo es uns angezeigt wurde. Trotzdem erreichten wir pünktlich mit unserem Gepäck abends den Busbahnhof.
