Category

Weltreise 2026-2027

Category

San Diego ist ein schöner Ort an der Küste. Hier kann man ruhig ein paar Tage verbringen und die Seele baumeln lassen. Uns steht das Konzert von MUSE bevor.

Long Beach und Queen Mary I

Queen Mary I
Queen Mary I

Bevor es weiter in eine neue Stadt gehen sollte, deponierten wir unser Gepäck im Hotel Los Angeles und fuhren mit der Straßenbahn zum Long Beach, was wieder etwa eine Stunde dauerte. Da wir zu Beginn unserer Reise mit der Queen Mary II gefahren sind, wollten wir jetzt das Museumsschiff Queen Mary I wenigstens von außen betrachten. Zu Fuß durchschlendert man einen etwas luxuriöseren Yachthafen. Eine Bootstour zum Schiff schenkten wir uns, da das Luxusschiff vom anderen Ufer gut zu sehen war.

Zugfahrt von Los Angeles nach San Diego

Los Angeles verließen wir gegen Mittag. An dem Dim-Sum-Restaurant deckten wir uns mit ein paar Dumplings ein und nahmen dann die Metro zum Bahnhof. Hier gab es erstmals wieder mehrere Gleise. Unser Zug stand schon bereit und war mit vielen Passagieren gefüllt, die sich mit ihren Koffern durch die Gänge zwängten. Wir bekamen zwei Plätze an gegenüberliegenden Vierersitzen. Um mich herum saß eine Familie, die uns kurze Zeit später in ein Gespräch verwickelte. Sie wollten zu einer Wal-Show nach San Diego.

Das Mädchen langweilte sich ständig und nutzte digitale Medien. Die Eltern spielen zwischendurch UNO mit dem Mädchen, aber es kam ständig zu Diskussionen zu Regeln des Spiels und wer welchen Zug machen muss. Bei der Hälfte der Strecke schauten die Eltern dann ein Sportspiel, das laut auf dem Handy lief.

Unser Hotel erreichten wir per Straßenbahn – leider nicht ganz, da wir noch einen Berg hochlaufen mussten. Das Hotelzimmer war sehr angenehm und bot ausreichend Platz für uns.

Spaziergang im Balboa-Park und Craft-Bier-Brauerei

Balboa Park 1
Balboa Park 1
Balboa Park 2
Balboa Park 2

Zu Fuß konnten wir den Balboa-Park erreichen, der aber nicht so viel bot. Hier hätte man sicher gut ein Picknick machen können. Es war unglaublich heiß, weshalb wir uns ein Kaltgetränk in einer Micro-Brauerei gönnten.

Fahrt zum Amphitheater

Oliver hatte mir zum Geburtstag Karten für das Konzert von MUSE geschenkt. Das sollte im Amphitheater in San Diego stattfinden. Leider ist das northislandcreditunionamp überhaupt nicht an den öffentlichen Nahverkehr angebunden, so dass wir auf Taxen angewiesen waren. Mit der Blue-Line, die uns auch an die Grenze von Mexiko bringen sollte, fuhren wir ein ganzes Stück in ein Industriegebiet. Dort fanden wir ein mexikanisches Restaurant (De Cabeza el unico), wo wir köstlich speisten. Hier machten wir zum ersten Mal die Erfahrung, dass wir mit unserem Englisch nicht weiterkommen. Es mussten dringend weitere spanische Vokabeln gelernt werden.

mexikanisch essen
mexikanisch essen
Kaffee mit Nelken
Kaffee mit Nelken

Vom Restaurant ließen wir uns von einem Taxi zur Event-Location fahren. Zu Fuß ist dieser Weg nicht leistbar, da nicht durchgehend Bürgersteige vorhanden sind.

Event-Location

Vor dem Eintritt konnten wir an einem so genannten Fairgating teilnehmen. Das ist ein abgeschlossener Bereich, in dem Alkohol ausgeschenkt werden darf. Zusätzlich gab es Spiele und Fotomöglichkeiten. Zwei Polizisten durchstreiften das Gelände und boten den Leuten einen kostenlosen Alkoholtest an, da die meisten ja per Auto angereist sind.

In einer Extra-Reihe erhielten wir den Early-entry für den Abend. Zusätzlich erhielten wir ein kleines Fan-Paket bestehend aus einer MUSE-Flagge, Socken, einem echten Papier-Ticket sowie einem Band mit einem überdimensionalen Plektron, das zu Erkennung diente, dass wir früher rein dürfen.

Getränke wurden in Dosen verkauft, doch durften diese nicht mit vor die Bühne genommen werden und mussten in Einweg-Pastik-Becher umgefüllt werden. Zumindest wir beide nutzen diese Becher mehrfach.

Konzert von MUSE

Das Amphitheater ist recht klein und das Konzert schien zu Beginn nicht ausverkauft zu sein. Es spielten zwei Vorbands, die richtig Spaß machten. Oliver hatte ein Mäuerchen gefunden, auf dem man bequem sitzen konnte. Das lockte auch weitere Besucher an, die uns sofort in ein Gespräch verwickelten. Den Abend verbrachten wir mit dem Mexikaner Gustavo und einem namenlosen Feuerwehrmann, der sich mit Käsesauce bekleckert hat. Durch dieses Missgeschick sind wir erst ins Gespräch gekommen.

Konzertgenuss
Konzertgenuss

Pünktlich zum Beginn der Dunkelheit begannen MUSE zu spielen. Es war wieder großartig. Es ist schon etwas Besonderes, zu einem Konzert in einem anderen Land, gar auf einem anderen Kontinent zu gehen.

Rückfahrt zum Hotel

Bereits einen Tag zuvor hatte Oliver ein Uber bestellt. Den Treffpunkt fanden wir recht schnell, mussten aber ganz schön lange waren, da die Konzertbesucher einen riesigen Stau verursacht hatten. Unser Fahrer wurde am Ende der Fahrt erst gesprächig und setzte uns vor unserem Hotel ab.

Waschtag und Cover-Band-Konzert in San Diego

Unser Hotel hatte leider keine Waschmaschine, so dass wir mit unserer Wäsche bergab ins Städtchen laufen mussten. In der Nähe befand sich zum Glück der leckerste Tacos-Laden der Stadt mit nur wenigen Sitzplätzen, wo wir die Waschzeit überbrücken konnten.

Mit unserer Wäsche spazierten wir zum Bootsanleger, wo wir etwa 15 Minuten auf die andere Seite übersetzen konnten. Am anderen Ufer spielte eine Life-Band, Seniorinnen und Senioren tanzten ungezwungen – herrlich. 

Unser Ziel war jedoch ein Konzert von einer Eagles Cover Band in einem Park. Hier saßen die Menschen auf mitgebrachten Camping-Stühlen und tranken und speisten. Wir nutzen unsere Wäschebeutel als Kopfkissen und genossen die Stimmung.

Der Rückweg war allerdings nicht so spannend. Vor unserer Nase fuhr der Bus ab. Erschreckenderweise sollte der nächste erst eine Stunde später kommen und es war weit und breit nichts zum Einkehren zu sehen. Also gingen wir ein Stück und fuhren dann über die riesige Brücke zurück in die Stadt.

kurze Bootsfahrt in San Diego
kurze Bootsfahrt in San Diego
Gaslamp Quarter
Gaslamp Quarter

Von San Francisco geht es weiter nach Los Angeles, wo wir einerseits einen tollen Strandtag in Santa Monica verbringen und andererseits viel Kultur erleben dürfen.

Zugfahrt von San Francisco nach Los Angeles

Fahrt nach San Diego
Fahrt nach San Diego

Früh morgens klingelt der Wecker um kurz vor 7 Uhr, wir verlassen unser schönes Hotel “King George” und laufen zur Metro-Station, an der wir ein paar Tage zuvor angekommen sind. Die Fahrt führt zum Bahnhof nach Emeryville, wo wir den Zug nach Los Angeles besteigen. Obwohl es sich um eine Tagesfahrt handelt, hat Oliver wieder an der Lotterie für eine Roomette teilgenommen, da es doch besser ist, einen Ort zu haben, an den man sich zurückziehen kann. Außerdem sind in dem Preis einer Roomette drei Mahlzeiten enthalten. Direkt nach Besteigen der Bahn wurden wir in den Speisewagen gelotst, wo wir Porridge und Quesadillas bestellen. 

Die Buchung der Roomette hat sich wieder einmal gelohnt. Es ist sehr entspannend, sich zwischendurch einfach mal hinzulegen und einen Power-Nap zu halten. Die Fahrt führte teilweise am Meer entlang, so dass wir von unserem “Zimmer” aus immer eine gute Aussicht hatten.

Speisewagen auf dem Weg nach Los Angeles
Speisewagen auf dem Weg nach Los Angeles

Ankunft in Los Angeles

Gegen Abend erreichten wir Los Angeles. Der Fußweg zu unserem Hotel war nicht sehr angenehm, obwohl er nur 0,8 Meilen lang war. Er führte durch unbeleuchtete Tunnel, vorbei an Zeltsiedlungen, in denen Obdachlose wohnen. Schon hier wurde deutlich, dass LA ein großes Drogenproblem hat.

Unterkunft in Los Angeles in Chinatown

Hotel in Chinatown
Hotel in Chinatown
Ankunft in Los Angeles
Ankunft in Los Angeles

Etwas Bezahlbares, das unserem Reisebudget entspricht, war in Los Angeles schwierig. Trotzdem haben wir in Chinatown ein recht angenehmes Zimmer in einem Motel im Stil einer alten Pagode gefunden. Zu den Annehmlichkeiten zählten zwei große Betten, eine tolle Dusche und ein Trinkwasser-Spender. Mit der Zeit stellte sich heraus, dass das Hotel für unsere Touren sehr gut gelegen ist und gut an den öffentlichen Nahverkehr angeschlossen ist. Lediglich die Klimaanlage machte einen Riesenkrach, war aber sehr nützlich.

Gegenüber kehrten wir nach unserem Einchecken in eine kleine Bar ein, die viel zu teueren Wein aus Europa anbot und von sehr jungen, hippen Amerikanern besucht wurde – also nicht ganz unser Ding. Nach zwei kleinen Bierchen verzogen wir uns in die Betten.

Ausflug nach Santa Monica

Santa Monica
Santa Monica

Von Los Angeles aus hat man viele Ausflugsziele, doch liegen sie teilweise recht weit auseinander. Nach ganz viel Kultur und Stadt in San Francisco wollten wir nun endlich wieder an den Strand (2. Strandtag auf unserer Reise). Unser Ziel erreichten wir nach einer einstündigen Fahrt mit der Metro. Wieder erwartete uns eine Strandlandschaft wie in Blackpool (England): viele Buden auf den Stegen, Kirmesgeschäfte und Souvenirläden.

Santa Monica Beach
Santa Monica Beach

Nach Frühstücks-Quesadillas gönnten wir uns einen Kaffee und genossen das Treiben. Schnell zog es uns jedoch runter an den Strand, an dem ganz klar ein Badeverbot ausgesprochen war, was die meisten aber nicht störte. Wir spazierten ein ganzes Stück weiter in Richtung Venice Beach (wo komischerweise viele Baywatch Szenen gedreht wurde) und schlugen dort unser Lager auf. Nacheinander sprangen wir kurz in das erfrischende Nass, das man hier wieder betreten durfte.

Venice Beach

Jim Morrison am Venice Beach
Jim Morrison am Venice Beach

Am Venice Beach nutzen wir die öffentlichen Toiletten, um uns wieder stadttauglich zu kleiden. Die Promenade wurde von vielen kleinen Kunsthandwerkern bevölkert, die Armbänder oder Gemälde feilboten. Auch Wahrsager und Verkäufer von bewusstseinserweiternden Pilzen gab es zuhauf. Von einer Wand lächelte uns Jim Morrison an. 

Durch Klein-Venedig spazierten wir über viele Brücken über die Kanäle. Ein sehr schöner, gepflegter Ort, an dem natürlich angegeben wurde, dass alles videoüberwacht wird.

Busfahrten durch Los Angeles

Busfahren in Los Angeles ist ein Abenteuer. Die Fahrt sollte über 50 Minuten dauern und durch schwierige Straßen führen, wo man sich als Tourist lieber nicht aufhalten sollte. Tatsächlich hatten wir von einigen Menschen im Bus den Eindruck, dass sie unter Drogenkonsum standen oder durch diese schon sehr körperlich und geistig angeschlagen sind. Eine junge Frau machte einen sehr abwesenden Eindruck, zwei Männer funkelten sich böse an. Ein zahnlose, noch recht junge Frau mit Rollator schmachtete die ganze Busfahrt über Oliver an. Es war eine sehr merkwürdige Situation.

Tokio City

In Tokio-City hatten wir die Möglichkeit, in eine Metro umzusteigen. Doch ärgerte uns mal wieder google-maps, welches hier nicht immer so gut funktionierte. Supermärkte schien es gar nicht mehr zu geben. So betraten wir das japanische Viertel und deckten uns in einem japanischen Supermarkt mit Lebensmitteln für den Abend ein.

Chinatown

Der zweite Tag startete mit einem Spaziergang durch unser Viertel. Bei einem lokalen chinesischen Bäcker erstand ich ein kleines Teilchen, musste aber mit Erschrecken feststellen, dass es 15 Dollar kostete. Weiter ging es über einen chinesischen Markt, an dem die chinesische Community alles für den täglichen Bedarf kaufen kann. Von Obst und Gemüse über T-Shirts und Hüte bis zu Unterwäsche gab es hier alles. An einem Dim Sum Restaurant machten wir Halt und kehrten ein, anstatt Dim Sum zum Mitnehmen zu bestellen. Hier gab es zum Frühstück leckeres Porridge, das allerdings viel zu viel war.

Dim Sum Restaurant in Los Angeles
Dim Sum Restaurant in Los Angeles
Speisekarte Dim Sum
Speisekarte Dim Sum
chinesisches Porridge zum Frühstück
chinesisches Porridge zum Frühstück

Metro-Fahrten in Los Angeles

Hollywood muss man natürlich mal besuchen. Ähnlich wie der Weg nach Santa Monica waren wir wieder etwa eine Stunde unterwegs. Man muss dazu sagen, dass Bahnfahrten in Los Angeles nicht mit denen in Deutschland vergleichbar sind. Während manche Züge gut überwacht und an jeder Endhaltestelle ausgefegt werden, gibt es manche Fahrten, in denen extrem laute Musik aus Ghettoblastern gespielt wird, Lebensmittel feilgeboten werden (man darf in den Zügen weder essen noch trinken) oder sehr ungepflegte Personen sitzen, die dafür sorgen, dass man kaum atmen kann. Dafür kosten die Fahrten hier kaum etwas (1,50 €), auch wenn man 40 km fahren muss.

Hollywood

Der erste Eindruck von Hollywood war etwas deprimierend. Auf weitgehend verlassenen Bürgersteigen konnte man Namen berühmter Menschen oder Bands erkennen. Alles wirkte jedoch etwas lieblos und es roch an vielen Stellen nach Urin.

Blick auf den Hollywood Hill
Blick auf den Hollywood Hill

Erst ein ganzes Stück weiter stießen wir wieder auf Souveniergeschäfte und nette Cafés. Außerdem strahlten und pompöse Gebäude wie das “Hollywood Pantages Theater” an.

Weiter ging es per Bus in das legendäre “Rainbow Bar & Grill”, welches als Wohnzimmer von Lemmy Kilmister (Motörhead) galt.  

Lemmy`s Louge
Lemmy`s Louge
Zu Besuch bei Lemmy
Zu Besuch bei Lemmy

Observatorium

Zum Abschluss des Abends stand noch die Mondfinsternis bevor. Wo sollte man sie auch anders anschauen, als in einem Observatorium? Per Bus fuhren wir gemütlich den Berg hoch. Es war gar nicht so voll, wie man es an einem solch besonderen Tag erwarten würde. Unser Abendessen genossen wir also auf dem Berg und konnten die Aussicht auf Los Angeles am Abend genießen. Die Mondfinsternis gestaltete sich allerdings ziemlich unspektakulär.

Klapperschlangen-Warnung
Klapperschlangen-Warnung
Observatorium
Observatorium

Long Beach

Unser Gepäck konnten wir kostenfrei in unserem Hotel deponieren. Der sonnige Tag lud zu einer erneuten Fahrt mit der Metro zum Long Beach ein. Leider waren wieder viele Menschen, die gerne laut Musik hören, anwesend. Aus meinem Mund hört sich das ziemlich spießig an, doch war das eine Lautstärke, bei der man sich kaum noch unterhalten konnte.

Queen Mary I in Los Angeles
Queen Mary I in Los Angeles

Am Long Beach tummeln sich die Reichen und Schönen, die ihre Yachten dort haben. Uns zog es jedoch nur zur Queen Mary I, die dort vor Anker steht und besichtigt werden kann.

Fahrt nach San Diego

Um 16,10 Uhr erreichten wir unseren Zug nach San Diego. Dieser Zug war sehr voll, so dass wir uns nur schräg gegenüber voneinander setzen konnten. Die Menschen quetschen sich mit Gepäck durch, brauchen für eine Station (etwa Düsseldorf Hbf – Leverkusen Bf) unbedingt einen Sitzplatz. Um mich herum saß eine Familie, die zur Walshow nach San Diego wollte. Wir haben ja schon oft erlebt, dass Amerikaner sofort mit Smalltalk beginnen, sobald man ins Sichtfeld tritt. Deshalb wurden wir die ganze Fahrt über unterhalten. 

In San Diego fuhr direkt vom Nebengleis die Blue Line zu unserer Unterkunft.

In Las Vegas treffen wir Olivers Arbeitskollegen, die zufälligerweise im selben Hotel wohnen wie wir. In “The Sphere“ erleben wir ein Konzert von den Backstreet Boys.

Besuch des Visitor-Centers Flagstaff

In Flagstaff verließen wir unser Motel auf der Route 66 am frühen Morgen und nahmen den Bus zum Visitor Center. Oliver wollte noch seinen “Preis” für das Aufsuchen aller acht Brauereien in Flagstaff abholen. Wir bekamen beide (ich war schließlich auch immer mit auf den Beweisfotos) ein Bierglas mit der Aufschrift “Flagstaff”. Außerdem kaufte ich mir hier einen lila Sonnenhut mit Kakteen drauf. Die Verkäuferin war ganz begeistert davon, dass wir die Rallye mitgemacht haben. Das tun scheinbar nicht viele Menschen.

Busfahrt nach Las Vegas

Zu Fuß ging es weiter zur Bushaltestelle. Da es noch sehr früh und schon sehr heiß war, verkrochen wir uns in ein nahegelegenes Café, das sogar Frühstück in Form von Joghurt mit Obst anbot. Endlich mal wieder etwas Gesünderes. Auch der Kaffee war sehr köstlich.

An der Bushaltestelle packten wir unser Gepäck ein und stellten fest, dass unsere Plätze bereits besetzt waren. Doch der Fehler lag bei uns, fast wären wir in die falsche Richtung gefahren. Der richtige Bus fuhr mit zwei kurzen Pausen durch die Wüstenlandschaft nach Las Vegas. Es ist faszinierend, dass man außer ein paar Bäumen und der Straße, auf der man fährt, nichts als Landschaft sieht.

In Las Vegas angekommen, wurden wir an einem außerhalb der Stadt liegenden Rastplatz ausgesetzt. Von hier bestellte Oliver ein Lyft-Taxi, das uns sicher zum Hotel brachte.

Las Vegas und die Hotel

Eiffelturm in Las Vegas
Eiffelturm in Las Vegas
Las Vegas Gitarre
Las Vegas Gitarre

Hotels sind in Las Vegas riesig und verfügen fast alle über riesige Kasinos. Wir wohnten im Flamingo-Hotel in der 4. Etage. Erreichbar war unser Zimmer nur, wenn man durch das Kasino ging. In direkter Nachbarschaft befanden sich überdachte, klimatisierte Passagen, in denen man shoppen und essen kann. Am ersten Abend gönnten wir uns eine japanische Ramen-Suppe. Sehr unangenehm war, dass der Kellner das Wechselgeld brachte und den 20-Dollar-Schein unsichtbar unter die Rechnung legte. Fast hätten wir das übersehen und wären auf den Kellner reingefallen.

Entgegen der bunten Glitzer-Welt von Las Vegas fanden wir abends eine kleine Bar, in der man am Tisch spielen konnte. Ich lernte Blackjack kennen und gewann sogar ein paar Dollar. Das sollte jedoch reichen. Dafür gab es noch günstiges Bier und erschwinglichen Wein.

Pool des Flamingo-Hotels

Den hoteleigenen Pool mussten wir natürlich auch besuchen. Am Eingang wollte man wieder mal eine ID von uns, damit wir beweisen, dass wir über 21 Jahre alt sind. Glücklicherweise hat man uns das auch so geglaubt.

Der Pool war brechend voll. Dummerweise ist er auch für Nicht-Hotelgäste zugänglich. In der Mitte des Pools befand sich die Bar, an der sich alle tummelten. Trotzdem war es schön, einmal durch einen Pool zu gleiten.

Spielhallen, Spielgeräte und viel Glitzer

Las Vegas kann man gut mit dem Linienbus (Duse) durchqueren. Die netten Busbegleiter erklärten, wo man am besten aussteigen sollte und was man sich anschauen sollte. 

Zockertisch in Las Vegas
Zockertisch in Las Vegas
Olivers Retro-Spieleparadies
Olivers Retro-Spieleparadies
Blackjack in Las Vegas
Blackjack in Las Vegas

Das alte Las Vegas besteht wie das neue Las Vegas auch aus vielen Spielhöllen. Vor Spielautomaten und an Pokertischen sitzen meist glücklich aussehende Menschen. In riesigen überdachten Hallen kann man sich an Seilen durch die Lüfte gleiten lassen, es gibt Straßenkünstler, Männer mit freien, muskulösen Oberkörpern, die zum Foto einladen, Frauen mit Engelsflügeln und und und. Eine Attraktion auf dem Fußweg war eine Halle mit alten Spielgeräten wie ein Flipper aus dem Jahr 1954.

Treffen mit Olivers Arbeitskollegen

Man trifft sich an den komischsten Orten der Welt. Durch digitale Medien erfährt man schnell, wer sich in der Nähe befindet – sogar im selben Hotel. Da die Familie erst abends von einem Ausflug zurückkam, gönnten wir uns nur einen gemeinsamen Snack.

Essen in Las Vegas

Da das Essen in Amerika immer sehr teuer ist, haben wir uns verschiedene Angebote angeschaut. Morgens waren wir zweimal bei einem Mexikaner. Es gab leckeren Kaffee und direkt zum Frühstück eine Margarita für 0,99 Dollar. In einer Spielhalle konnten wir unter Einsatz von einer Spielkarte sehr lecker essen. In einer Einkaufspassage genoss Oliver einen “Dirt Dog” und ich eine gebackene Kartoffel bei Rock`n Potatoe. Nachts fanden wir einmal den Weg zu “In and out Burger”, was auch recht genießbar war. Insbesondere der Kaffee hat es uns hier angetan, da man ja nicht immer vier und mehr Euro für einen Kaffee zahlen muss.

The Sphere Backstreet Boys

The Sphere in Las Vegas
The Sphere in Las Vegas

Mitten in Las Vegas befindet sich eine riesige Kuppel, die nach außen hin in verschiedenen Farben leuchtet und per Schriftzug anzeigt, welcher Künstler hier auftreten wird. Olivers Arbeitskollegen hatten sich “The Wizzard of Oz” angeschaut und waren ganz begeistert. Oliver ergatterte über eine Online-Plattform kurz vor Auftritt der “Backstreet Boys” Tickets für dieses Event. Obwohl es eine riesige Halle war, gab es kaum Gedränge oder Probleme an den Toiletten. 

Beleuchtung in The Sphere
Beleuchtung in The Sphere

Die Beleuchtung in “The Sphere” war unglaublich. Sterne und Raumschiffe “flogen” durch die Atmosphäre und ließen einen fast schweben. Die Backstreet Boys sind immer noch dieselben Strahlemänner, nur eben etwas in die Jahre gekommen. Musikalisch haben sie uns nicht abgeholt, aber das Erlebnis war umwerfend.

Nach einem kurzen Absacker in unserer “Stammkneipe” legten wir uns schnell schlafen, denn am nächsten Tag stand ja eine lange Busfahrt bzw. tolle Zugfahrt durch die Wüsten Nevadas bzw. Kaliforniens nach San Francisco bevor.

Per Zug geht es über Nacht von New Orleans nach Chicago, wo wir uns auf dem Boot die herrlichen Hochhäuser anschauen und das Geburtshaus von Ernest Hemingway von außen bestaunen. Ein Besuch eines Baseball-Spiels der Chicago White Sox darf natürlich auch nicht fehlen.

Buckingham Fountain
Buckingham Fountain

Zugfahrt von New Orleans nach Chicago

Bereits vor unserer Reise hat Oliver eine Roomette im Zug von New Orleans nach Chicago gebucht.  Das ist ein kleiner Raum mit zwei gegenüberliegenden Sitzen, die zu einem Etagenbett umgebaut werden können. Vom Zugbegleiter wurden wir freundlich begrüßt, unsere Namen wurden auf der Liste abgehakt und schon konnten wir unser Quartier für die nächsten 20 Stunden betreten. Der Zug ist zweistöckig und unsere Kabine Nr. 9 lag in der oberen Etage, in der es immer besonders wackelt. 

Direkt hinter den Kabinen, die auch teilweise besser, nämlich mit eigener Dusche und richtigen Liegen ausgestattet sind, befand sich des Obsersavations-Wagen. Hier kann man sitzen und aus den riesigen Fenstern sogar in den Himmel schauen. Darauf folgt der Speisewagen, wo wir unser Mittagessen, Abendessen und Frühstück zu uns nehmen konnten. Eine Lieferung in die Kabine war auch möglich, aber ein Blickwechsel während der langen Fahrt kam uns sehr entgegen. Während des Abendessens kamen wir schnell mit einem Pärchen aus Michigan ins Gespräch. Auch sie reisten in einer kleinen Kabine, waren also unsere Nachbarn auf Zeit.

Das Essen im Zug wird auf Plastiktellern mit viel Alufolie serviert. Zum Abendessen ist zusätzlich ein alkoholisches Getränk pro Person im Reisepreis enthalten. Das Essen schmeckte ganz okay, aber eben genau wie das, was es war: ein Fertiggericht aus der Mikrowelle. 

Mittagessen im Zug
Mittagessen im Zug

Die Konstruktion unserer Betten klemmte ordentlich, sodass wir beim ersten Gebrauch die Hilfe des Zugbegleiters brauchten. Bereits kurz nach dem Einstieg machten wir ein kleines Nickerchen von etwa zwei Stunden. Reisen macht eben sehr müde. Oliver war so nett, das obere Bett zu nehmen. Mittels Gurten, die an der Decke befestigt waren, wurde er “gesichert”, was sich aber nicht sehr sicher anfühlte.

Liegen in der Roomette
Liegen in der Roomette

Nachts schliefen wir trotz des Geschaukels beide recht gut. Auf unserem Gang befand sich eine saubere Toilette.

Abfahrt von New Orleans
Abfahrt von New Orleans
Roomette tagsüber
Roomette tagsüber

Loop und Park mit Buckingham Fountain (Al Bundy)

Buckingham Fountain
Buckingham Fountain

Nach Ankunft verstauten wir unser Gepäck in einem Café, das Gepäckaufbewahrung über bounce.de anbietet. Unser erster Weg führte uns in das Macy s, ein riesiges Einkaufszentrum mit vielen angesagten Marken. Doch auch hier fand ich keinen neuen Kulturbeutel. Ein Spaziergang durch den Grand Park führte uns zu dem Buckingham-Fountain, der allen durch die RTL-Serie “Eine schrecklich nette Familie” aus den 1980er und 1990er Jahren bekannt sein sollte. Im Schatten genossen wir die Aussicht auf den Michigan-See. Nach einem Stück Pizza konnten wir endlich unser Quartier im Hipster-Stadtteil Pilsen beziehen. Gebucht hatten wir diesmal über airbnb.de, wo wir ein Zimmer mit zwei großen Betten und einem eigenen Bad in einer Privatwohnung beziehen konnten. Hier fielen wir wieder müde in die Betten – wie gesagt: Reisen macht müde.

Abendliche Architektur-Bootstour

Skyline von Chicago
Skyline von Chicago

Für den Abend stand mal wieder eine Bootstour auf dem Programm. Im Dunkeln konnten wir die tollen Hochhäuser bestaunen und der Geschichte der Stadt Chicago lauschen. Bereits im Zug hatte ich einige interessante Fakten erlesen z.B. dass die Stadt zu einem Drittel abgebrannt war, weil sich eine Kuh erschreckt hat und dabei eine Kerze umstieß.

Exit-Spiel wegen Regens

Der zweite Tag unseres Chicago-Aufenthalts war durch starken Regen gekennzeichnet. Nasse Sachen hatten wir auf dieser Reise schon zu genüge, weshalb wir es vorzogen, in der gemieteten Wohnung unser Exit-Spiel zu beenden, was wir mehr oder weniger erfolgreich taten. Wir sind in der Vorweihnachtszeit bei uns zu Hause wesentlich erfolgreicher im Lösen von Rätseln. Am frühen Nachmittag kehrten wir für einen Snack bei Potbelly ein.

Hemingway House

Inspiriert durch die Lesung von Dr. Mark Canada, dem ich auf unserer Schiffsfahrt von Hamburg nach New York dreimal lauschen konnte, wollte ich natürlich auch das Geburtshaus von Ernest Hemingway sehen. Der Stadtteil Oak Park (auch Hemmingway Quarter genannt) liegt etwas außerhalb und wirkte etwas edler. Das Haus erscheint ganz unspektakulär in einer etwas feineren Wohnsiedlung. Leider war für den Tag keine Führung vorgesehen.

Baseball Chicago White Sox

Nach etwas Kulturellem für mich, sollte es etwas Sportliches für Oliver geben. Trotz ausverkauftem Stadions ist es ihm gelungen, zwei Eintrittskarten für das Spiel der Chicago White Sox gegen die Cincinnati Reds zu ergattern. Vor Jahren saß Papst Leo, der selbst ein großer White Sox Fan ist und bekanntlich aus Chicago stammt, im Stadion, als die Chicago White Sox daraufhin die Meisterschaft (World Series) gewannen. Deshalb gilt der 11. August als der Papst-Tag im Stadion, woraufhin die Sox die World Series gewannen. Alle Zuschauerinnen und Zuschauer bekamen beim Eintritt eine Papst-Mütze geschenkt. Das sah schon sehr lustig aus. 

Unsere Sitzplätze lagen im obersten Block. Der Blick zum Spielfeld ging steil bergab, sodass mir ganz schön mulmig zumute wurde. Trotzdem schaffte ich es, für uns beide Getränke zu holen und sicher an den Platz zurückzukehren. In einer Pause standen alle Zuschauer auf und gaben sich gegenseitig die Hände und sagten etwas Positives über den Papst. Ich habe wieder nur die Hälfte verstanden, weil doch alles etwas plötzlich kam. Oliver war in der Zeit mit seiner Sitznachbarin in ein kurzes Gespräch vertieft, in dem sich herausstellte, dass ihre Halbschwester aus der Nähe von Kaiserslautern stammt, wo Oliver studiert hat. Die Welt ist doch kleiner als gedacht.

Das Spiel war bis zum Ende noch nicht entschieden, sodass Spannung in der Luft lag. Die Regeln des Baseball-Spiels hatte ich mittlerweile etwas durchblickt. Leider endete das Spiel nicht gut für die White Sox, doch am nächsten Tag sollte ein weiteres Spiel gegen dieselbe Mannschaft erneut stattfinden. 

Am Mittwoch, 12.08.2026 standen wir wieder recht früh auf, um den Zug nach Kansas City zu besteigen. Um 7.45 Uhr verließen wir unsere Unterkunft und fuhren mit unserem Tagesticket, das wir am Vortag gekauft hatten, zum Bahnhof. In einer riesigen Bahnhofshalle warten wir auf den Zug, der um 9.50 Uhr losfahren sollte. Ab 9.20 Uhr begann der Check-in. Vor dem Betreten des Zuges mussten die Tickets vorgezeigt werden und der Zugbegleiter, wies einem den Waggon zu. Die Fahrt dauerte über 20 Stunden, war aber im Sitzen ganz gut zu ertragen.

Essen in Chicago

Bereits auf der Zugfahrt nach Chicago wurde uns von unseren kurzzeitigen Nachbarn die besondere Pizza in Chicago beschrieben. Die Deep-Dish-Pizza hat einen hohen Rand, viel Tomatenmark und Belag nach Wahl. Uns schmeckte sie eher wie ein Stück Hefekuchen mit einer Tube Tomatenmark.

Eine weitere Besonderheit ist der Chicago Hot Dog, den wir im Stadion kosten durften. Oliver suchte vergeblich den Ketchup, doch ich wusste aus dem Reiseführer, dass dieser Hot-Dog nur mit festigen Bestandteilen serviert wird: gelber Senf, leuchtend grünes Relish, weiße Zwiebeln, Tomatenspalten, einem Gurkenstück, scharfen Peppers und Selleriesalz. Im Stadion verzichteten wir jedoch auf Selleriesalz. Man muss ja nicht jeden Quatsch mitmachen.

Die Potbelly-Kette hatten wir schon in Washington kennengelernt. Hier bekommt man Salate und Sandwiches. Die Kombination aus Sandwich, Chips und einem Getränk zum Selberzapfen kostet 7,99 Dollar, was gut für unsere Reisekasse ist. Die Sandwiches sind lecker und können nach eigenen Vorlieben belegt werden.

Von Washington geht es per Flugzeug nach New Orleans, wo wir eine Stadt kennenlernen, die in der Zeit stehengeblieben zu sein scheint. Hier machen wir endlich die von Oliver versprochene Schifffahrt auf dem Mississippi an meinem Geburtstag.

Schaufelraddampfer in New Orleans
Schaufelraddampfer in New Orleans

Ankunft in New Orleans

Der Flug war angenehm, sodass wir uns etwas von unserem langen Spaziergang durch Washington erholen konnten. Vom Flughafen aus nahmen wir den Bus in Richtung Downtown. Der Fahrer wollte keine Bezahlung, da wohl das Kartenlesegerät defekt war. Das sollte uns in New Orleans noch öfter passieren.

Gegen Abend bezogen wir dann unser Hotel Sonestra ES Suites. Der Empfang war recht mürrisch, dafür war das Zimmer in Ordnung: Kingsize-Bett, kleine Küche, Sofa, genügend Ablagemöglichkeiten. Leider machte sich ein Geruch breit, der uns doch sehr störte. Alles roch irgendwie nach Farbe, was uns zu der Überlegung führte, das Zimmer zu wechseln. Beim Auspacken entdeckte ich jedoch, dass ein Nagellack den Flug nicht überstanden hat und meinen gesamten Kulturbeutel ruiniert hat mitsamt einiger Kosmetika. Wir mussten doch sehr lachen, da wir das Geruchs-Problem anfangs dem Hotel zuschreiben wollten.

Straßennamen in New Orleans
Straßennamen in New Orleans
Haus in New Orleans
Haus in New Orleans

Bourbon Street

Im Regen machten wir uns auf den Weg zur Bourbon Street, die einen ähnlichen Ruf wie die Bolker Straße in Düsseldorf hat. Laute Musik strömte uns entgegen. Mit bunten Farben, Halsperlenketten und leicht bekleideten Menschen versuchte man uns in die Läden zu locken. Wir machten in einer Bar halt, in der es die “hand grenade” als Hauscocktail gab, welcher nach Melone und reichlich Alkohol schmeckte. Auf der Straße stießen wir dann auf meinen Geburtstag an. Oliver schenkte mir einen Konzertbesuch von MUSE am 29. August in San Diego. Damit werden wir dann wohl unseren USA Aufenthalt beenden. Was für eine schöne Aussicht. Außerdem schenkte er mir noch eine tolle Schifffahrt auf dem Mississippi incl. kreolischem Essen (s.u.).

Wir wollten noch auf ein weiteres Getränk irgendwo einkehren, doch dann bemerkte ich, dass ich keinen Ausweis dabei hatte. Mit 48 Jahren muss ich in Amerika meinen Ausweis vorzeigen. Das sind ganz klare Regeln. Zum Glück klappte es in einer anderen Bar, wo wir den Abend ausklingen ließen.

Am 05.08.2026 starteten wir mit einem Frühstück im Hotel, was wirklich in Ordnung war. Gegen Mittag machten wir uns auf den Weg in die Stadt.

Straßenbahnen in New Orleans

Mit der Straßenbahn, die noch aus alten Zeiten zu stammen scheint, fuhren wir zum Wasser. Die Bahnfahrt war schon ein Erlebnis: Bei der Fahrerin mussten wir passend zahlen, sie schaute sehr skeptisch, fragte, ob wir noch umsteigen wollten, was wir aber verneinten. Danach stiegen noch etwa 20 Leute an derselben Haltestelle zu, was einen Ewigkeit dauerte. Einige mussten erst ihre ganzen Reiseunterlagen sortieren, keiner hatte Eile. Als die Fahrt endlich losging, mussten wir wegen einer Ampel schon wieder halten. Nach ein paar hundert Metern bremsten wir erneut, da die nächste Station erreicht war. Zu Fuß wären wir schneller gewesen. Einige, die an der vorherigen Haltestelle eingestiegen waren, mussten schon wieder raus. Unbegreiflich! Nach etwa vier Haltestellen hatten wir unser Ziel erreicht und sahen schon den Mississippi. Obwohl es sich um Retro-Straßenbahnen handelt, die zum Stadtbild gehören, ist jede Straßenbahn mit Rampen für Rollstuhlfahrer ausgestattet, die jeweils an der zweiten Tür angebracht sind und sich nur bei Bedarf öffnen. Top!

Straßenbahn in New Orleans
Straßenbahn in New Orleans

Schifffahrt auf dem Mississippi mit dem Schaufelraddampfer

Was für einen schönen Anblick die Raddampfer boten. Man fühlte sich wieder ins letzte Jahrhundert zurückversetzt. Die Fahrt startete pünktlich um 14.00 Uhr. Digitale Tickets mussten zuvor in Papiertickets umgetauscht werden – das ist der Nachteil, wenn man so eine Retro-Reise macht. An Bord gab es köstliches kreolisches Essen. Die Bootsfahrt wurde um wichtige Informationen ergänzt, die während der gesamten Fahrt aus den Lautsprechern zu hören waren. So lernten wir etwas über die französischen sowie spanischen Kolonialzeiten. Auf halber Strecke gab es einen Landgang zum Chalmette Battlefield, an dem die Schlacht von New Orleans stattgefunden haben. Zum Glück ist davon heute nichts mehr zu sehen. Lediglich ein Besucherzentrum mit einem Denkmal und einige Kanonen sind dort vorzufinden.

Café du Monde

Wieder zurück am Startpunkt durchforsteten wir ein Outlet, in dem ganz groß Porzellan von Le Crueset und weiter bekannte Labels angeboten wurden. Wir waren aber lediglich auf der Suche nach einem neuen Kulturbeutel für mich, den wir leider nicht fanden. Dafür konnten wir aber Kaffee von “Café du Monde” kosten, welches mit Zichorie verfeinerten Kaffee anbietet. Für seine seine Beignets (in Fett ausgebackene Teigstücke mit Puderzucker) und diesen besonderen Kaffee ist dieser Kaffeestand weltbekannt. Nach dem kreolischen Essen auf dem Schiff hatten wir keinen Appetit mehr darauf. Auf dem Kaffee bildet sich eine Schicht wie bei heißer Milch. Die Konsistenz ist sehr cremig und stark. Wir ließen beide den letzten Schluck zurück, da es sich irgendwie zu viel anfühlte.  

Am 6. August mussten wir unser Quartier wechseln, weil wir nach der ursprünglichen Buchung unsere Pläne geändert und unseren Aufenthalt verlängert haben. Wir nutzen den Strom und den Kaffee unserer bisherigen Unterkunft, da es draußen regnete und wir erst um 16 Uhr einchecken konnten. Während wir warteten, wurde der Speiseraum von drei Personen gesaugt, die jeweils etwa eine Stunde denselben Raum saugten. Unglaublich! Die Geräuschkulisse war sehr nervig und der Nutzen dieser Tätigkeit war doch sehr fragwürdig.

California Building New Orleans

Die neue Unterkunft erwies sich als riesige eigene Wohnung mit Küche und Wohnzimmer sowie Waschmaschine und Trockner. Hinzu kamen nutzbare Büro-Räume, ein Fitness-Studio sowie ein Raum mit Billardtisch und Kicker. Das kam uns sehr zugute, weil wir auch gerne mal selbst ein Frühstück zubereiten oder einen Snack zu uns nehmen. Allerdings machten die Preise im Supermarkt die Sparmöglichkeiten schnell zunichte. Wir kauften nur das Nötigste incl. einer Flasche lokalen Wein und 6 Dosen günstiges Bier und kamen auf etwa 65 €. Wein und Bier konnten wir dann aber an den Abenden zu uns nehmen, als wir auf der Dachterrasse im 9. Stock saßen oder tatsächlich mal Billard spielten.

Louisiana Shrimps
Louisiana Shrimps
Frühstück "zu Hause"
Frühstück „zu Hause“

Red dress run

Jedes Jahr wir im August ein Charity-Rennen veranstaltet. Hierfür kleiden sich alle – insbesondere die Herren – in roten Kleidern. Das Rennen selbst haben wir verpasst, aber dafür konnten wir das große Fest der Stadt erleben. Viele Menschen waren in Rot gekleidet, die Menschen waren fröhlich, Kunstausstellungen öffneten ihre Türen. Es fühlte sich an wie eine große Pride-Parade, zu der alle Menschen aus den umliegenden Städten angereist waren.

Das Städtchen New Orleans

New Orleans liegt am Mississippi River und hat viele kleine schöne Straßen. Die Stadt wird auch als “Big Easy” oder “Crescent City” bezeichnet und gilt als Wiege der Jazz-Musik.

Straßennamen auf der Straße von New Orleans
Straßennamen auf der Straße von New Orleans
Poboy - Spezialität aus New Orleans
Poboy – Spezialität aus New Orleans

Auf den Bürgersteigen sind die Straßennamen oft auf kleinen Kacheln zu lesen. Die Häuser haben meist kleine Balkone und sind blumenreich verziert. Wie aus dem Nichts kommt zwischendurch ein musikalischer Trupp auf die Straßen mit Tänzern und Tänzerinnen, die von Posaunen und Trompeten begleitet werden. Leider konnten wir keiner Beerdigungsparade beiwohnen, die anfangs von trauriger Musik begleitet wird, dann aber zu einem fröhlichen Fes (Second Line) wird und in New Orleans als Highlight gilt.

In vielen Kneipen im French Quarter wird live Musik gespielt. Uns gefiel insbesondere die Zydeco Musik (mit Banjo und Waschbrett).

Per Bus geht es von New York nach Washington, wo wir uns u.a. das Capitol und den Reflecting Pool anschauen. Leider regnet es dauernd, sodass wir ständig unsere Sachen trocknen müssen.

Brunnen in Washington
Brunnen in Washington

Busfahrt von New York nach Washington

Unser Bus sollte um 12 Uhr starten, sodass wir alles noch gemütlich packen konnten. Wir verließen unser Hotel “Super 8” und fuhren mit dem Mini-Van in die Stadt. Nach einem 10 minütigen Fußmarsch durch New York fanden wir schnell unseren Bus, hatten aber noch viel Zeit, die wir in einer klimatisierten Messehalle verbrachten.

Die Busfahrt war entspannt und dauerte knapp vier Stunden. Dadurch dass kein Tisch usw. vorhanden waren, schliefen wir oder schauten aus dem Fenster.

Ankunft in Washington

Glücklicherweise hielt der Bus an einer Metro-Station. Trotzdem wurden wir durch den Starkregen recht nass. Merkwürdigerweise wurde meine Bezahlfunktion über Paypal nicht akzeptiert, ich wurde aber trotzdem durch das Drehkreuz zur Bahn gelassen. Unser Hotel liegt mitten im Zentrum. Um möglichst wenig oberirdisch zu laufen (wegen des Regens), suchten wir den kürzesten Ausgang, der direkt in das riesige Geschäft Macy s führte, aus dem wir nur schwer wieder herausfanden.

Morrisson Historic Inn Hotel and Restaurant

Nach einer Woche in einem kleinen dunklen Hotelzimmer in New York, freuten wir uns über etwas mehr Komfort. Das Hotel macht einen gepflegten Eindruck, alle Sehenswürdigkeiten sind fußläufig gut erreichbar.

Leider stellten wir fest, dass viele unserer Klamotten aus dem Reisegepäck nass waren, sodass wieder alles im Zimmer aufgehängt werden musste. Auch eine von Olivers Powerbanks schien den Geist aufgegeben zu haben.

Essen im Ben’s Chili Bowl

Ein Fußmarsch im Regen (das Hotel stellte Regenschirme zur Verfügung) führte uns zu Ben’s Chili Bowl, einer Kette, die hier in Washington die Spezialität ist. Es gab den Original Half-Smoke (Hot Dog mit einer halb-und-halb Räucherwurst und einer Art Bolognese-Sauce), dazu Fritten und zum Nachtisch einen Milchshake (Original Chili Half-Smoke). Es schmeckte uns, aber einmal im Leben reicht das, denn hier gibt es einfach zu viel Fastfood. Den Abend ließen wir mit einem Bier und einem Hauswein an der Bar des Hotels ausklingen.

Sightseeing in Washington

Unser Frühstück kauften wir uns in einem nahegelegenen Supermarkt. Der Kaffee war ganz gut, auch die warmen Ei-Brote schmeckten lecker und erfüllten ihren Zweck.

Der zweite Tag stand unter dem Motto “Sightseeing”. Ein entspannter Spaziergang führte uns zum Weißen Haus und zum Reflecting Pool, der aktuell kein Wasser führt, was in aller Munde ist und für Schlagzeilen weltweit sorgte. Um das Lincoln Memorial zu sehen, mussten wir etliche Stufen erklimmen, was uns einen guten Ausblick über die Stadt verschaffte.

Zu Fuß ging es weiter zur Martin Luther King Statue, die über das Wasser blickt. Wieder wurden wir von Regen überrascht.

National Air and Space Museum

Deshalb gingen wir kurzerhand in das Luft- und Raumfahrtmuseum, das sowieso auf Olivers To-do-list stand. Viele meist nachgebaute Raketen und Raumschiffe konnten wir hier bestaunen. Normalerweise passt das ja nicht so sehr in mein Interessensgebiet, doch wie der Zufall es wollte (oder Dorothea) spielt meine aktuelle Lektüre auch im Weltall (Samantha Harvey: Umlaufbahnen).

A Friendship in Full Flowers
A Friendship in Full Flowers

Den Abend ließen wir im Hafenviertel ausklingen, welches bequem per Bus erreichbar war. Auf riesigen Schaukeln und bequemen Bänken konnte man die Lichter der Stadt erblicken.

Capitol

An unserem letzten Tag deponierten wir das Gepäck im Hotel, um das Capitol von außen zu besichtigen. Da ich aber dringend auf die Toilette musste, überließ ich Oliver alle Flüssigkeiten (Wasser und Sonnenmilch), begab mich durch die Sicherheitskontrollen und war mitten im Capitol. Dort verschaffte ich mir einen kurzen Überblick und beschloss, Oliver doch noch hereinzuholen, da es viel zu sehen gab. Also schnell das Wasser austrinken, die Sonnenmilch durfte doch mit rein.

Rasch schlossen wir uns einer kostenlosen Führung und konnten mit einer Gruppe eine 30 minütige Filmvorführung genießen. Danach ging es in das Innere des Capitols, wo uns unser Guide erklärte, dass jeder Bundesstaat zwei verstorbene wichtige Person hier darstellen darf. Erwähnenswert fanden wir insbesondere Amelia Earhart (amerikanische Pilotin) und Jonny Cash (Country-Legende). Auch die Gemälde aus verschiedenen Zeiten waren interessant. In der Rotunde des Capitols ist die Apotheose (Vergöttlichung) George Washingtons abgebildet. Der Künstler Constantino Brumidi hat elf Monate daran gearbeitet.

Flug nach New Orleans

Flug nach New Orleans
Flug nach New Orleans

Der Ronald Reagan Flughafen in Washington ist sehr merkwürdig aufgebaut. Es war nicht klar, wo das Gepäck aufgegeben werden sollte, was uns zu etwas Stress und Eile führte. Letztendlich fanden wir aber doch einen kleinen Gang, wo alles reibungslos verlief. Nach einem kurzen Erfrischungsgetränk am Gate hoben wir schnell ab und landeten nach 2,5 Stunden in New Orleans.

Zugfahrt nach Hamburg mit Papa
Zugfahrt nach Hamburg mit Papa

Am 18.07.2026 startet unsere zweite Weltreise. Wir starten in Düsseldorf, wo uns die Familie verabschiedet und wir mit dem Zug nach Hamburg reisen. Dort genießen wir leckere Fischbrötchen und laufen über die Reeperbahn und entlang des Elbufers.

Bis zum 17.07.2026 musste ich noch arbeiten und freute mich, als ich mich von meinen Kollegen mit einem Sektchen verabschieden konnte.

Bereits um 7 Uhr wurde ich am 18.07.2026 wach. Alles war gepackt, der Kühlschrank war bereits abgetaut. Jetzt konnte es endlich losgehen. 

Am Bahnhof gab es den ersten Kaffee und dann ging es zum Gleis. Dort stießen meine Schwester Julia und ihr Mann Andreas nebst seiner Schwester Anne, die zu Besuch war mit unseren Nichten Greta und Maja zu uns. Natürlich hatten sie meinen Vater dabei, der uns auf der ersten Etappe begleiten sollte. 

Nach schnellem Abschied – der Zug wartet ja nicht – betraten wir den Speisewagen, in dem es leider nur abgepackte, kalte Speisen gab. Doch fiel hier recht schnell die Reiseaufregung ab, denn nun waren wir ja unterwegs.

In Hamburg checkten wir schnell in unser Hotel ein, um dann zum Hafen zu fahren, wo wir leckere Fischbrötchen aßen. Die Brötchen der “Brücke 10” waren so lecker, dass wir direkt Nachschlag bestellten.  

Gemeinsam kehrten wir anschließend in einige Kneipen der Reeperbahn an, welche tagsüber noch nicht so überlaufen sind. Der “Goldene Handschuh” durfte natürlich nicht fehlen. Zu Abend besuchten wir das Restaurant “Alt Helgoländer Fischerstube”. Köstlicher, fangfrischer Fisch! Zur Feier des Tages lud uns mein Vater zu Krebssuppe, gebratenem Matjes und Labskaus ein.

Landungsbrücken in Hamburg
Landungsbrücken in Hamburg

Den Abend ließen wir in der Strandbar “Strandpauli” ausklingen.

Sonnenuntergang in Hamburg
Sonnenuntergang in Hamburg

Unsere zweite Weltreise steht bevor: Von Juli 2026 bis Januar 2027 reisen wir um die Welt. Wir starten von Hamburg auf dem Flagschiff der Cunard, der Queen Mary II über Southampton nach New York.

erstes Bild Queen Mary II
erstes Bild Queen Mary II

Unsere erste Weltreise liegt jetzt sechs Jahre zurück. Wir erinnern uns an unsere Reise durch Skandinavien, die Fahrt mit der Transsibirischen Eisenbahn quer durch Russland und die Mongolei, an unsere Tour durch Süd-Korea und durch Japan. Dann brach Corona aus und stoppte unsere eigentlichen Pläne. Wir flogen nach Fidschi, wo wir bei der Einreise ein Rückflug-Ticket vorlegen mussten. Wir wählten Singapur in der Hoffnung, dass Corona bis dahin überwunden sei. Weiter ging es nach Malaysia, wo wir dann komplett ausgebremst wurden. Hier verbrachten wir dann fünf Monate und fanden eine zweite Heimat bei einer wunderbaren Familie.

Corona bestimmte fortan das Leben und brachte viele Kranke und auch Tote mit sich. Viele Menschen gerieten in eine soziale Situation, Kinder konnten die Schulen nicht mehr besuchen, Restaurants und Geschäfte wurden geschlossen.

Die Welt drehte sich jedoch weiter und fand neue Wege, die Menschen wieder zueinander zu bringen. Jetzt scheint Corona überwunden, doch es gibt weiterhin Kriege, Hunger, Umweltzerstörung und Ungerechtigkeit in der Welt.

Wir machen uns wieder auf die Reise und starten diesmal in Hamburg, wo wir die Queen Mary II besteigen und den amerikanischen Kontinent erforschen.

Wir sind bereit! Bereit, unterschiedlichsten Menschen zu begegnen, zu feiern, zu diskutieren und neue Freundschaften zu knüpfen. Wir wollen das Leben in seiner ganzen Vielfalt an Land und im Wasser erleben. Kommt mit und schaut, was das Leben zu bieten hat und wie bunt und vielfältig und wunderbar das Leben ist!