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Oktober 2026

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Willkommen in der Atacama-Wüste in San Pedro. Unsere erste Tour führt uns durch das Valle de la Luna. Am nächsten Tag bestaunen wir den Geysir „El Tatio“.

Anreise nach San Pedro

Nach der sehr beengten Busfahrt von Santiago die Chile nach Calama (s. vorheriger Artikel), die über 21 Stunden gedauert hat, kamen wir an einem Busbahnhof an. Wir wollten erstmal frühstücken, bevor wir weiter nach San Pedro reisen wollten. Per Uber fuhren wir in die Innenstadt, von wo aus direkt mehrere Busse nach San Pedro fahren sollten.

Das Restaurant, in dem wir frühstückten, war ganz gut bewertet. Wir waren die ersten Gäste und wurde lediglich ein Gericht „Brot mit Spiegelei“ und Instantkaffee angeboten. Die folgenden Gäste hatten stattdessen Suppen und ähnliche Köstlichkeiten auf ihren Tischen. Sehr merkwürdig.

Im nächsten Bus hatten wir wesentlich mehr Platz, da wir unten saßen. Der untere Bereich ist durch eine Tür, die zur Treppe nach oben führt, abgetrennt. Durch die Wüste erreichten wir eine kleine Stadt mitten im Nichts. Vom Busbahnhof waren es nur wenige Minuten zu Fuß zu unserer Unterkunft.

müde in Calama
müde in Calama
einfaches Frühstück in Calama
einfaches Frühstück in Calama

Hostel in der Innenstadt

Das Hostel „Vientos – La Yareta“ machte einen positiven Eindruck. Wir hatten ein großes Bett und noch ein weiteres für eine Person, das wir für die Ablage unserer Kleidung nutzen konnten, mit eigenem Bad. Im Innenhof standen Tische, an denen man bis 15 Uhr speisen kann, so dass es immer laut und munter vor unserer Tür zuging. Alles war sauber und bequem.

Frühstück im Hostal
Frühstück im Hostal
erstmal Coca-Tee
erstmal Coca-Tee

Spaziergang und Erkundung der Stadt

Das Städtchen San Pedro in der Wüste lässt sich schnell erkunden. Die Fußgängerstraßen sind von Restaurants und Souvenir-Läden gesäumt. Leider stehen auch hier Personen mit Speisekarten in der Hand, die versuchen, Kunden reinzulocken. Es gibt viele Touranbieter, die alle ähnliche Touren anbieten. Im Zeitalter von Internet-Buchungen hat uns das etwas verwundert.

Ausflug in das Valle de la Luna

Wüstenglück
Wüstenglück

Um 15 Uhr startete unsere Tour in das Valle de la Luna, die wir über GetYourGuide.de gebucht hatten. Von unserer Ausflugsagentour, die bei uns um die Ecke war, fuhren wir in voll besetztem Bus (2 Guides und 13 Teilnehmer) ca. eine Stunde durch die Wüste. Dann erfolgte ein Aufstieg durch Sand und über Steine zum Mirador 1. Wenn ich das vorher gewusst hätte: Der Weg war schmal und führte direkt am Abhang entlang.

Gelegentlich musste man über Steine klettern. Mehrfach nahm ich die Hand von Oliver oder unserem Guide, doch ich verfluchte diese Tour trotzdem. Oben angekommen, hatten wir einen phänomenalen Ausblick, der gar nicht in Worte zu fassen ist. Von dort ging es zum Mirador 2, der laut dem Guide nur noch über einen geraden Weg führen würde. Doch es wurde nicht besser. Meine Beine zitterten vor Panik und es war schwer für mich, gute Laune zu bewahren (was man auf den Fotos zum Glück nicht sieht).

einsam in der Wüste
einsam in der Wüste
Olli in der Atacama-Wüste
Olli in der Atacama-Wüste

Vom zweiten Ausgangspunkt war es zum Glück leichter, wieder zum Bus zu kommen. Der sandige Weg war breiter und einen Sturz in den Abgrund hätte man überleben können.

Atacama-Wüste
Atacama-Wüste

Bei der letzten Station unserer Tour sollten wir den Sonnenuntergang beobachten können. Wir parkten auf der Hauptstraße und erklommen einen letzten Hügel. Mittlerweile kannte mich die Gruppe und ich bekam von überall eine helfende Hand. Was für eine tolle Gruppe! Der Ausblick über die Wüsten-Berg-Landschaft war toll.

Ausblick Wüste
Ausblick Wüste

Erleichtert, dass diese Tour zu Ende war, suchten Oliver und ich noch eine Pizzaria auf. Für die nächste Tour am nächsten Tag mussten wir uns ernährungstechnisch vorbereiten, da es erstmalig über 4000 m gehen sollte. Mit Pasta und leichter Sauce ohne alkoholische Getränke sollte es gehen.

Oben angekommen, erwarteten uns Temperaturen knapp unter 0° Grad Celsius. Zum Glück hatten wir ja schon in Santiago Kleidung für dieses Event gekauft, was auch dringend nötig war.

Ausflug zum Geysir „El Tatio“

Wo wir sind
Wo wir sind
Nebelmann
Nebelmann

Abends wurden wir zu einer WhatsApp-Gruppe hinzugefügt und über die Abfolge der Abholungen vom Hotel informiert. Wieder hatten wir unsere Tour über GetYourGuide.de gebucht. Um 4.35 Uhr (AM) hielt der Bus mit den Guides Alex und Mirko. Insgesamt waren wir 10 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die wir teilweise schon vom Vortag kannten.

Geysir El Tatio
Geysir El Tatio
4409 m über dem Meerespiegel
4409 m über dem Meerespiegel
gut gerüstet für kalte Touren
gut gerüstet für kalte Touren
vor dem Geysir
vor dem Geysir

Das Gebiet umfasst etwa 80 bis 110 dampfende Geysire, von denen etwa 30 aktiv sind. Das Wasser, das aus den Gysiren quillt, hat Temperaturen bis zu 83° Grad Celsius. Über mit Steinen markierten Wegen durften wir uns zwischen den dampfenden Wasserstellen hindurchnbewegen. Alex hat uns ganz klar davor gewarnt, die Markierungen zu übertreten, da es schon mehrfach zu Todesfällen gekommen ist, weil die Regeln nicht befolgt wurden. Bereitwillig machten die Guides Fotos von den Gruppenteilnehmern.

Das abgesperrte Gebiet der Gysire ist nur in den frühen Morgenstunden zu besuchen, da sonst durch Nebel nichts mehr zu sehen ist und es zu gefährlich wird. Vor der Corona-Pandemie gab es noch einen Platz, an dem man schwimmen konnte. Durch eine veränderte Bakterienzusammensetzung des Wassers wäre dies jetzt nur noch möglich, wenn man Chemikalien hinzufügen würde, wogegen sich die Einheimischen aussprachen.

Auf dem Rückweg sahen wir einige wild lebende Tiere, denen wir uns aber auf keinen Fall nähern sollten, da sie gelegentlich aufdringliche Menschen angreifen, die sich der Tierfamilie nähern. Dafür konnten wir verschiedene Arten von Flamingos bestaunen.

endlich wärmer
endlich wärmer
entspannt in der Wüste
entspannt in der Wüste
Frühstück in der Wüste
Frühstück in der Wüste

Den Abschluss unserer Tour bildete ein Picknick mitten in der Wüste. Dafür wurden ein Klapptisch ausgepackt, Eier gebraten, Avocados zerdrückt und Fladen getoastet. Außerdem gab es Instant-Kaffee, Tee und Saft. Faszinierend, was alles aus dem Bus gezaubert wurde.

Nach etwa sieben Stunden war diese wunderbare Tour zu Ende und wir „erholten“ uns ein wenig davon auf unserem Zimmer. Abends gab noch einmal Pizza und ein Getränk in einer Kneipe, doch fielen wir müde und früh in unser Bett.

Verlängerung um eine Nacht

Eigentlich sollten wir am 24. Oktober im Bus nach Boliven sitzen, doch war der Bus nach unserem Ausflug komplett ausgebucht. Wir wollten zuerst testen, ob wir mit der Höhe klar kommen, da Uyuni ebenfalls über 4000 m liegt.
Deshalb verlängerten wir unseren Aufenthalt um eine Nacht, mussten aber das Zimmer wechseln, was dazu führte, dass wir um 11 Uhr raus mussten und das neue, kleinere Zimmer erst am Nachmittag frei wurde.

Am nächsten Morgen hatten wir pünktlich um 11 Uhr unser Zimmer geräumt. Merkwürdigerweise durften wir jedoch nicht in unser neues Zimmer, das als erstes geputzt werden sollte. Nach zwei Stunden erklärte man uns, dass der Vormieter des Zimmers noch nicht von seiner Tour zurück wäre. Er hätte alle Sachen noch dort und den Schlüssel noch nicht zurück gegeben.
Deshalb erhielten wir den Schlüssel der Reinigungskraft. Trotzdem war es ein komisches Gefühl, dass jemand einfach in unser Zimmer hätte gehen können, was dazu führte, dass ich in der Nacht kaum schlafen konnte.

Wir nutzen den zusätzlichen Tag für einen Spaziergang zu einer Ruine, die jedoch wieder auf einem Berg lag. Auf dem Weg dorthin verglich Oliver die vor uns liegenden Berge mit Kuchenstücken. So sah er beispielsweise eine „Kalte Schnauze“, einen „Maulwurfkuchen“ und weitere Köstlichkeiten.
Um auf die richtige Seite zu kommen, mussten wir durch einen ausgetrockneten Fluss kraxeln. Diesen „Weg“ nutzten aber auch Busse und Radfahrer.

Der Aufstieg hatte sich wieder mal gelohnt. Oliver ging sogar bis zur Spitze, so dass ich schöne Fotos von ihm machen konnte.

Olli, der Engel
Olli, der Engel
tolle Aussicht über San Pedro
tolle Aussicht über San Pedro
weitere Aussicht über San Pedro
weitere Aussicht über San Pedro
Steinformationen San Pedro
Steinformationen San Pedro
In Santiago de Chile gehen wir auf das Abschiedskonzert von The Gathering, lernen viele nette Menschen auf einer Party kennen und nehmen an einer Weintour teil.

Flug von Medellin (Kolumbien) nach Santiago de Chile

Zum Abschluss unseres Kolumbien-Aufenthalts suchten wir noch einmal das schöne Restaurant unseres Hotels auf und sortierten dort unsere Papiere für unseren Flug nach Chile. Wichtig ist, dass Präparate wir Ingwer-Kapseln, die wir für die Segeltour genutzt hatten, angegeben werden. Mit solchen muss man bei Ankunft in Chile durch den roten Ausgang gehen und diese vorzeigen.

Per Uber ging es zum Flughafen. Dort ließ Oliver seinen Rucksack einschweißen und ich verschloss meinen Koffer mit einem Zahlenschloss. Meinen normalen lila Rucksack hatte ich in den Koffer gepackt, da er zwei Zentimeter zu groß für das Handgepäck war. Die Aufgabe des Gepäcks dauerte ewig, weil viele Leute vor uns noch nicht erlaubte Gegenstände aus dem Gepäck rausholen, ihr Gepäck umpacken oder zusätzliches Gepäck zahlen mussten.

Im Flieger hatte Oliver extra die Plätze mit mehr Beinfreiheit am Notausgang gebucht und einen Platz zwischen uns frei gelassen, der zum Glück auch frei blieb. Nervig war, dass die anderen Gäste zu großes Handgepäck dabei hatten und unsere Turnbeutel mit unseren Laptops ständig aus den Gepäckablagen nahmen. Irgendwann war alles verstaut und wir hatten Ruhe.
Der Flug war ganz angenehm. Leider gab es trotz der langen Flugzeit von über sieben Stunden keine warmen Mahlzeiten, so dass wir uns von Chips ernähren mussten.

In Chile bekamen wir recht schnell ein Uber, das uns zu unserem Hotel fuhr. Die Straßen waren auf einmal wieder viel gerader und nicht so hügelig wie in Kolumbien. Es wirkte viel moderner. Auch sahen wir wieder viel Werbung für internationale Marken.

Hotel in der Innenstadt

Um 4 Uhr morgens erreichten wir müde unser Hotel. Die Straße wirkte sehr heruntergekommen, es gab viele Menschen, die auf der Straße schliefen. Ich hatte das größte Zimmer gebucht, damit wir nochmal alles aus unseren Koffern auspacken konnten.
Das Hotel bot morgens immer ein einfaches Frühstück mit Toast, Kuchen, Obst und Säften an. Am ersten Morgen verzichteten wir jedoch darauf, da wir erst am frühen Morgen eingecheckt hatten. An den anderen Tagen genossen wir dieses.
Eigentlich hatten wir das Zimmer nur bis zum 19. Oktober gebucht, doch verlängerten wir um eine Nacht. Obwohl ich nur ein sehr günstiges Zimmer für die letzte Nacht wählte, durften wir in unserer Junior-Suite bleiben.

Erkundung von Santiago de Chile

Nach dem Frühstück machten wir einen Spaziergang durch die Stadt. Auf dem Plaza de Armas de Santiago, dem historischen Zentrum der chilenischen Hauptstadt entdeckten wir viele Kunsthandwerker-Stände, an denen ich gerne etwas gekauft hätte, doch leider nahmen sie nur Bargeld, das wir zu dem Zeitpunkt noch nicht hatten.
In der Post konnte ich endlich Briefmarken für die Postkarten kaufen, die ich in Mexiko verschicken wollte, was mangels Briefkastens auf der gesamten Strecke durch Mittel- und Südamerika noch nicht ging.

Vergeblich suchte Oliver in mehreren Geschäften nach einer SIM-Karte, die wir für mobile Daten in mehreren Ländern nutzen wollten. Als er es aufgeben wollte, stand er direkt an einem Straßenstand, an dem uns die Dame erklärte, das sie das Gesuchte hatte. Also gingen wir flugs zur Bank und holten Efectivo (Bargeld). Hier trafen wir auf eine ältere Dame, die mir meine Mini-Handtasche unter den Pulli schob mit dem Kommentar, dass es hier doch sehr gefährlich sei. Damit schwappte die Sicherheitssorge vieler Chilener, die wir treffen sollten, ein wenig auf uns über.

Apostel Santiago
Apostel Santiago

In der Nähe unseres Hotels, wo wir unsere Reisepässe wieder verstauen wollten (meist braucht man diese für den Erwerb von SIM-Karten, hier allerdings nicht), fanden wir ein nettes Restaurant, in dem auch schon Clinton gespeist hatte. Oliver bestellte einen Burger, ich einen Salat mit Rindfleisch-Streifen – beides sehr zu empfehlen. An den Türen zur Toilette musste ich sehr schmunzeln: auf der Tür zum Herrenklo lachte uns Bill Clinton entgegen, an der Tür zur Damentoilette strahlte uns Monica Lewinsky an.

Unser nächster Spaziergang führte uns zu einem großen Platz, an dem viele Hunde tollten und die Besitzer direkt neben den Häufchen campierten. Sehr merkwürdig. Hier standen viele Fahnen und wir waren umringt von bedeutenden Bauwerken.
Weiter ging es zu einem Platz mit einer riesigen Fahne, dem Plaza de la Ciudadanía (Platz der Staatsbürgerschaft). Von dort wurden wir durch laute Musik angelockt. Eine Demonstration? Als wir uns näherten sahen wir fröhliche Menschen, die trommelten und tanzten. Die gute Laune war ansteckend, so dass sich eine große Menschentraube darum bildete.

Den Abschluss des Tages sollte eine Fahrt mit der Seilbahn auf einen hohen Berg bilden. Mit der U-Bahn fuhren wir in das Vergnügungsviertel Bellavista. Überall versuchte man uns durch günstige Preise hineinzulocken, doch wir wollten nur nach oben. Leider war die Seilbahn an diesem Abend geschlossen, was uns doch zu einem Getränk in diesem Viertel verführte. Hier testeten wir Pisco, eine Art Trester, was jedoch nur gemischt mit Cola genießbar war.

Nach einer kurzen Pause im Hotel suchten wir noch zur Einstimmung auf den nächsten Tag eine Rock Bar auf. Jetzt hatten wir aber genug für den Tag und nutzen wieder ein Uber für die Heimfahrt.

Konzert von The Gathering

The Gathering Konzert

Vor dem Konzert von The Gathering, die wir ja schon in Mexiko-City gesehen hatten, gönnten wir uns einen Tag der Entspannung. Das war auch bitter nötig, denn der Tag sollte noch einige Überraschungen bringen. Wir bekamen eine Nachricht aus Deutschland und konnten das nur mithilfe meiner Schwester und meines Schwagers klären. Zum Glück gibt es Menschen, die uns während unserer Abwesenheit unterstützen.

Auf dem Weg zur U-Bahn erklommen wir einen Hügel mitten in der Stadt, der am Abend zuvor durch Gitter versperrt war. Oben tummelten sich sehr viele Touristen, wodurch es sehr eng war. Also schlenderten wir weiter zur U-Bahn, kamen aber nicht nah genug zur Event-Location, so dass wir wieder ein Uber bestellten.

Schon während der letzten Tage stand ich in Kontakt zu Andrea, einer Chilenin, die wir auf einem Konzert in den Niederlanden kennengelernt hatten. Nun sollten wir uns endlich wieder sehen. Nach ein paar Getränken und einer super Pizza gingen wir direkt vor die Bühne, wo uns sofort ein Brasilianer, den wir ebenfalls in den Niederlanden kennengelernt hatten entdeckte. Während Oliver sich mit ihm unterhielt, winkte mir Andrea entgegen.

Die Vorband sagte uns nicht so zu, weshalb wir uns nochmal draußen aufhielten. Der Konzertsaal füllte sich zunehmend. Trotzdem fanden wir noch tolle Stehplätze im Innenraum, als The Gathering auftraten. Das Konzert war wieder umwerfend. Es hat sich wieder mal gelohnt, so weit zu reisen. Das ist jedoch das geplante letzte Konzert auf unserer Reise.

Andrea hatte für uns eine Location herausgesucht, die wir nach dem Konzert aufsuchen sollten. Gemeinsam fuhren wir per Uber dorthin. Ich war sehr skeptisch, da dieser Ort bei google.com als Disko ausgezeichnet wurde. Wir wurden sehr positiv überrascht: unsere Namen standen auf der Gästeliste, so dass wir problemlos rein kamen. Im Barbereich gab es etliche Biertische, an die wir uns setzen. Schnell schlossen wir Kontakte zu weiteren Fans von The Gathering. Lustigerweise bestand eine Gruppe komplett aus Lehrerinnen und Lehrern. Hinter der Bar war dann die Disko. Ich fühlte mich musiktechnisch in die 1980er Jahre zurück versetzt. Großartig! Alle tanzten und waren gut drauf. In einem weiteren Raum wurde Musik aus Südamerika gespielt, was auch zum Tanzen animierte. So ein Ort zum Feiern fehlt zu Hause in Düsseldorf!

Selten kommen Oliver und ich um 4 Uhr morgens von einem Event, geschweige denn aus der Disko, zurück. Was für ein toller Abend!

Ein weiterer Tag mit Andrea

Obwohl die Nacht sehr kurz war, stand Andrea schon um 11. 30 Uhr ab. Gemeinsam wollten wir die Stadt erkunden, denn sie war bisher nur zu Konzerten in der Stadt. Schon vor unserem Hotel bemerkten wir die besondere Stimmung, denn in Santiago de Chile sollte an diesem Tag eine Demonstration zum 7. Jahrestag zu den Protesten gegen soziale Ungleichheit stattfinden. Alle Geschäfte (außer den Schuhgeschäften) hatten geschlossen. Wir besuchten gemeinsam den Plaza de las Armas, doch auch hier stießen wir schnell auf viel Polizei und Straßensperren. Deshalb entschlossen wir uns, erneut zur Seilbahn zu fahren. Auch hier war bereits Vieles abgesperrt und Demonstranten versammelten sich. Das war uns etwas zu gefährlich, so dass wir Andrea direkt zum Bahnhof brachten, wo sie von einem Freund erwartet wurde. Uns wurde empfohlen, dass wir uns nicht in der Innenstadt aufhalten sollten.

Glücklicherweise hatten wir am Vortag eine Weintour gebucht, die 12 km außerhalb der Stadt stattfinden sollte. Da auch einige U-Bahn-Stationen und -Linien aufgrund der Demonstration dichtgemacht hatten, nutzen wir erneut ein Uber.

Weintour durch das Weingut

Über GetYourGuide.de hatte ich eine Weintour über ein kleines Weingut etwas außerhalb von Santiago de Chile gebucht. Da wir schnell aus der Stadt raus wollten, waren wir eine Stunde zu früh da, was aber kein Problem war, denn es gab auch um 15 Uhr eine Führung. Zur Begrüßung bekamen wir ein Weinglas und einen Begrüßungswein. Es war unglaublich interessant, etwas über das Familien-Wein-Anbaugebiet zu erfahren, das sehr bedeutend für Chile war. Die Frau des verstorbenen Besitzers führte einen freien Tag in der Woche ein und verbesserte die Arbeitsbedingungen enorm, indem sie moderne Techniken einsetzte. Wir durften vier Weine probieren und danach vergünstigt einkaufen. Ganz schön clever, erst Alkohol auszuschenken und dann den Verkaufsraum zu öffnen!

Das Glas ist leer?
Das Glas ist leer?

Ich erstand eine Flasche der probierten Weine und kaufte zusätzlich noch Chorizo-Salami, die Bestandteil der längeren Tour war. So konnten wir ein kleines Picknick auf dem Weingut machen.

Zurück auf dem Plaza de Armas spürte ich so etwas wie Reizung der Augen durch Zwiebeln. Hinterher erfuhren wir, dass während der Demonstrationen auch Tränengas eingesetzt wurde.

Trotzdem gönnten wir uns hier ein für diese Gegend typisches Gericht: ein Sandwich

Sandwich von Santiago
Sandwich von Santiago

Einkauf für unsere bevorstehenden Wüstentouren

Da es am Sonntag nicht mit den Einkäufen geklappt hat, mussten wir am Montag Morgen erneut losziehen. Recht schnell fanden wir bei einem Outdoor-Ausstatter passende Kleidung für eine Touren um den Gefrierpunkt.

Zahnrad-Seilbahn

Nach zwei fehlgeschlagenen Versuchen, mit der Zahnrad-Seilbahn zu fahren, sollte es am Montag endlich klappen. Normalerweise fährt die Seilbahn hinauf bis zu einer Statue von Jesus (einige Treppen muss man schon noch steigen). Doch an diesem Tag war die Zahnrad-Seilbahn im Einsatz. Ratternd fuhr sie ziemlich weit rauf. Der Weg hatte sich gelohnt, denn hier hatten wir wieder einen tollen Blick über die Stadt.

Wieder unten, kehrten wir noch für ein Getränk in einer Micheladas-Bar ein. Hier wird ein Glas mit Salz- oder Gewürzrand vorbereitet und das Bier entsprechend der gewünschten Geschmacksrichtung erweitert.

Micheladas
Micheladas
Micheladas Mango
Micheladas Mango

Abreise aus Santiago de Chile

Nach dem Frühstück im Hotel fuhren wir mit der U-Bahn zum Bahnhof, den wir ja schon einmal besucht hatten. Der Busbahnhof liegt rechts hinter dem normalen Bahnhof und ist übersichtlich gegliedert. Bereitwillig zeigte man uns, wo unser Bus abfuhr. Ein Herr nannte uns sogar den Bussteig auf Deutsch. Er hatte dies während seiner Arbeit gelernt und zeigte ein besonderes Interesse an Sprachen.

Da es noch sehr früh war, aßen wir noch eine Kleinigkeit und deckten uns mit Getränken für die Fahrt ein.

Sack am Busbahnhof
Sack am Busbahnhof

Wir hatten uns im Bus Plätze reserviert, doch stellten sie sich alles sehr schlecht heraus. Wir saßen oben direkt rechts neben den Treppen in der zweiten Reihe. Dadurch musste jeder, der zur Toilette wollte, hinter uns vorbei. Die meisten hielten sich an Olivers Rückenlehne fest und hievten sich hinunter, wobei sie seine Haare einklemmten. Einige forderten auch, dass Oliver die Rückenlehne wieder aufrecht stellt, was bei einer Nachtfahrt unsinnig war. In der Reihe vor Oliver saß jemand um die zwanzig, der sich komplett zurückgelehnt hatte und auf dieser Position beharrte, obwohl Oliver noch nichtmals seine Knie in die Reihe ziehen konnte. Den Platz mit mir zu tauschen ging auch nicht, da die obere Ablage nur knapp über meinem Kopf war und ein sehr großer Mensch da gar nicht sitzen kann. Zum Glück endet ja irgendwann jede Busfahrt.

Nach unserem Segeltörn von Panama nach Cartagena in Kolumbien flanieren wir durch malerische Straßen und kosten kolumbianischen Kaffee

Abschied von unser Segelgruppe

Nachdem wir uns bereits am Bootssteg voneinander verabschiedet hatten, folgte eine zweite Verabschiedung an der Straße, wo sich alle auf unterschiedliche Taxis verteilten. Lustig war, dass die beiden Alleinreisenden in denselben Hostels abgestiegen waren, wie jeweils ein Paar, so dass sie sich ein Taxi teilen konnten. Ich wollte unbedingt noch zum Souvenier-Shop von Bluesailing.net, um mir ein T-Shirt zu kaufen. Zwar fanden wir das Büro fußläufig, doch war es unbesetzt. Per Uber ließen wir uns in unser Hostel fahren.

Hostel mitten in der Altstadt

Oliver hatte uns ein Privatzimmer mit kleinem Wohnzimmer ausgesucht, das auf den ersten Blick wie ein Palast aussah. Nach ein paar Tagen auf einem Katamaran mit einer Matratze (Turnmatten aus den 1970ern) wirkte alles andere luxoriös. Bei genauerem Hinsehen gab es schon einige Macken. Die Toilette incl. Dusche waren nach oben hin offen und nur durch eine mit Lüftungsschächten versehenen Holztür verschließbar – also null Privatssphäre. Zwar hatten wir einen Balkon mit Blick auf die belebte Straße in der Altstadt, doch waren beide Fenster nicht verglast, sondern nur durch Fensterläden aus Holz verschließbar. Das sorgte dafür, dass das Zimmer nur per elektrischem Licht beleuchtbar war. Der Oberhammer aber war der Volonteer, der abends das Trivia-Quiz mit uns machte. Er konnte kein Wort Englisch und ließ sich alles per Handy übersetzen und laß es mit starkem Akzent recht unverständlich vor, so dass der Kellner übernehmen musste. Das war ja noch alles ganz nett. Gegen Ende nötigte er uns aber zu einer fünf Sterne Bewertung auf google.com. Ein weiterer Schwachpunkt des Hotels war der Wäscheservice. Für 3,9 kg wurden uns über 16 Euro berechnet. Dabei hatten wir noch nichtmals den Quick-Service genutzt.

Zweites Frühstück im Hostel

Man ließ uns bereits vor dem regulären Check In ins Hostel, was wir sehr schätzten. Endlich wieder ein Kingsize-Bett und festen Boden unter den Füßen zu haben, war wunderbar. Wir gönnten und nach ein Frühstück aus Rührei, Obst, Kaffee und Saft. Das war richtig gut.

Altstadt von Cartagena

Die Altstadt von Cartagena besticht durch bunt bemalte, alte Häuser, die von Blumen umrangt sind. Überall locken Cafés und Restaurants mit lokalen Angeboten. An Straßenständen und kleinen Geschäften bekommt man Schmuck, Kleidung und diverese Kunsthandwerkswaren. Mir hatten es kleine, geflochtene und auch genähte Handtaschen angetan, die aber leider nicht ins Reisegepäck passen. Auch die bunten Kleider hätte ich sicher auf einer kürzeren Reise gekauft. Auf einem Marktplatz in der Nähe unseres Hotels trafen wir direkt drei unserer Mitreisenden. Unsere ehemalige Zimmergenossin hatte bereits ihr Handy zur Reparatur gebracht, nachdem es morgens von einer Welle in ihrem “Zimmer”-Teil erwischt wurde.

Fußläufig sind viele kleine, schöne Stadtteile erreichbar. Einige Straßen werden extra für Fußgänger abgesperrt. Es gibt Straßen, die mit bunten Sonnenschirmen und auch mit Flip-Flops, die auf Leinen über die Köpfe gespannt wurden, gesäumt sind. 

Mehrfach suchten wir die Festungsmauern auf, doch war es hier oben sehr heiß. Auch hier bedrängten uns immer wieder Verkäufer mit Kleinstwaren oder traditionell gekleidete Frauen mit Ananas oder anderem Obst auf dem Kopf, die sich für eine gemeinsames Foto mit anschließendem Obulus bereit hielten.

Kolumbianische Spezialitäten

kolumbianische Kaffeespezialitäten
kolumbianische Kaffeespezialitäten

Kolumbien ist ja für seinen Kaffee bekannt. Wie ich schon in Deutschland feststellen konnte, enthält dieser Kaffee viel Säure, was ich nicht so bekömmlich finde. Oliver hingegen schmeckt er gut. Den ersten Kaffee bestellten wir mit zwei verschiedenen Zubereitungsarten. Ich enschied mich für die French-Press-Variante, Oliver nahm den Filter. Bei der zweiten Methode wurde der Kaffee am Tisch direkt und langsam in den Filter gegossen. Geschmacklich in meinen Augen viel besser, da er so milder wurde. Auch in einer weiteren Kaffeerösterei war der Kaffee eher etwas für Oliver.

kolumbianischer Kaffee
kolumbianischer Kaffee
in der Kaffeerösterei
in der Kaffeerösterei

In den Straßen locken Restuarants insbesondere mit Aretas, einer kolumbianischen Spezialität. Hier werden kleine, knusprige Teigtaschen erhitzt und mit diversen Füllungen angeboten. Neben unserem Hostel kann man diese und auch Tacos auch noch nachts bekommen, was wir an beiden Abenden nutzten.

Aretas und Bier
Aretas und Bier
Aretas
Aretas

Auf der Straßen gab es außerdem frisch gepresste Limetten-Säfte und Carimanola de Queso, was frittierte Maniok-Rollen waren.

Am Tag der Abreise suchten wir ein kleines kolombianisches Restaurant auf, in dem es eine Art Hausmannkost gab. Was wir bestellt haben, war uns hinterher nicht ganz klar, da uns die Kellnerin mit den Variations-Möglichkeiten sehr verwirrte. Anstatt des Kaffees brachte sie uns außerdem Kakao, was nicht weiter schlimm war. 

Mittel gegen Sonnenbrand

Da Oliver durch den Schnorchelausflug einen starken Sonnenbrand auf dem Rücken hatte, brauchten wir ein Gegenmittel. Überzeugt haben uns kleine Kapseln, die mit Aloe Vera gefüllt waren. Weiterhin gibt es hier fertige Aloe-Vera-Mischungen, die eine kühlende Wirkung haben. Das hatte Oliver auch schon auf dem Boot von Santiago angeboten bekommen.

Bluesailing.net-Shop

Bluesailing-Büro
Bluesailing-Büro

Sehr überrascht war ich, als Oliver mir mitteilte, dass er mit Bluesailing kommuniziert hätte. Sie würden den Shop für uns um 18 Uhr öffnen.

Eine junge Frau ließ uns in eine Privatwohnung und bat uns in das “Büro” in der ersten Etage. Die untere Etage wurde von einer älteren, kolumbianischen Frau und ihren Hunden bewohnt. Das Haus sah aus wie viele der Privathäuser in Malaysia: vorne ein Platz für das Auto. Darauf folgend ein Eingangsbereich und anschließend ein riesiges Zimmer mit Küche, das in den Garten über geht.

Die Shirts waren in verschiedenen durchsichtigen Kisten nach Größe sortiert. Trotzdem war es schwierig, das passende Shirt für mich zu finden. Am besten gefielen mir die Muscle-Shirts für Männer mit dem Aufdruck eines Totenkopfes und mit dem Aufdruck “Stay salty, live tasty”, was einfach zu unserer Reise passte. Deshalb kaufte ich mit auch direkt beide Shirts. Aufgrund des Sonnenbrandes griff auch Oliver zu einem langärmeligen Shirt mit UV-Schutz. Nach unserem Besuch müssen wohl alle Kisten neu sortiert werden.

Be salty, live tasty!
Be salty, live tasty!
Stay salty Sailmate!
Stay salty Sailmate!

Abreise aus Cartagena

Am Abend vor unserer Abreise flanierten wir noch über einen Kunsthandwerker-Markt und kehrten in ein Pub ein. Unsere Mitreisenden wollten sich noch zu einem Pub-Crawl treffen, doch wir gingen schon um 23 Uhr ins Bett. Party auf Knopfdruck ist nichts für uns.

immer Haltung bewahren
immer Haltung bewahren

Bis 12 Uhr nutzen wir unser Zimmer und spazierten noch etwas schwitzend durch die Umgebung, was wir aber schnell aufgaben. Mit dem Taxi fuhren wir die zwölf Kilometer zum Busbahnhof. Faszinierend war, dass wir durch diese Fahrt einen Markt außerhalb der Stadt erleben durften. Er war sehr unordentlich und zugemüllt, aber direkt am Meer. Hier tummelten sich riesige, verschiedene Vögel (u.a Dodos und Pelikane). Die haben wir auch noch nicht so oft in freier Natur gesehen.

Busbahnhof und Busfahrt

Wir sollten eine Stunde vor Abfahrt des Busses am Bus sein, weil sonst die Tickets anderweitig vergeben würden. Das wirkte etwas skurril, da wir erst tags vorher die Tickets gebucht hatten und nur wenige Pätze vergeben waren.

Im Einkaufszentrum aßen wir noch eine Kleinigkeit zu Mittag, als es wieder anfing, in Strömen zu regnen. Wieder mussten wir im Regen zum Bus stiefeln, doch glücklicherweise störten nur noch die großen Pfützen.
In einer riesigen Halle kam sofort ein Herr auf uns zu, ließ sich unsere Tickets zeigen und führte und zu einem Schalter. Als wir endlich dran waren, schickte man uns zu einem weiteren Schalter, wo man uns nur ein Ticket für Oliver ausdruckte. In meinem Online-Ticket hatte Oliver die Zahlen meiner Pass-Nummer klein geschrieben, weshalb kein Ticket ausgedruckt werden konnte? Wir fragten uns schon, ob ich überhaupt mitfahren darf.

Getränke waren nur einem einem Stand per Karte zahlbar. Alles sehr merkwürdig und wie wenig international oder touristenorientiert. Außerdem viel mir auf, dass sich viele Menschen an diesem Bahnhof von mir gerne die Tür aufhalten lassen, dafür aber wenige mich durchlassen oder Platz machen. Das machte den Eindruck einer “Ellenbogen-Mentalität”.

Als wir endlich zum Bus gehen durften, zeigte ich dem Fahrer mein Online-Ticket und ich wurde durchgelassen. Die anderen Tickets wurden zum Durchzählen gebraucht. Alles etwas verwunderlich. Auch das Verstauen der Koffer war durch viel Gedränge geprägt.

Im Bus hatten wir dann die ersten beiden Plätze hinter dem Fahrer. Die hatten wir ausgewählt, weil wir schlafen wollten. Bei der letzten Fahrt wurden die Sitze vor uns so weit zurück gelehnt, dass Oliver kaum sitzen konnte. Das blieb uns jetzt erspart.

Die Fahrt führte über Serpentienen durch die Berge. Zwischendurch wurden immer wieder Leute rausgelassen. An vielen Straßen ertönte laute Partymusik.

Gegen 8 Uhr erreichten wir dann Medellin.

Von Panama segeln wir über die San Blas Inseln nach Catagena in Kolumbien. Beengte Verhältnisse, beängstigende Stürme, aber auch traumhafte Strände und köstliches Essen begleiten die Tage auf dem Meer.

Packliste für den Segeltörn

Für die Fahrt von Panama nach Kolumbien wurde uns eine Packliste bereitgestellt, an der wir uns orientierten.

  • Wasserschuhe (die gab es für mich in lila für 4$, für Oliver mussten wir extra zu Decathlon gehen, wo sie sie knapp 27 $ gekostet haben)
  • Badetuch
  • 2 Waterpacks a 5 l (gab es für 6$)
  • Snacks und Bier
  • korallenschonende Sonnencreme
  • Bargeld
  • Müllbeutel zum Schutz vor Wasser
  • Kopien von unseren Reisepässen 

Abreise aus Panama City

Um 7.30 Uhr klingelte der Wecker und wir machten uns für unseren Segeltörn fertig. Zwischen 8.30 Uhr und 9.30 Uhr sollten wir abgeholt werden. In unserem Handgepäck befanden sich Badebekleidung, Handtücher, Kleidung für sonnige und für stürmische Tage an Bord. Wir genossen noch einen Kaffee im Zimmer, als das Telefon klingelte. Die Rezeptionistin teilte uns pünktlich um 8.30 Uhr mit, dass unser Fahrer da sei.

Wir quetschten uns in einen Jeep, in dem schon zwei Personen saßen, die aus demselben Hostel kamen. In einem weiteren Hotel sammelten wir noch ein Pärchen aus Berlin ein. Alle machten einen sympathischen Eindruck. Unter sehr beengten Verhältnissen mit teilweise Gepäck auf dem Dach fuhren wir an die andere Küste und kamen nach etwa zweieinhalb Stunden zum Bootsanleger in Puerto Lindo.

Am Hafen standen wir etwas unschlüssig herum, als unser Gepäck mit einer Schubkarre eingesammelt und zu einem Segelboot gebracht wurde. Dort erledigten wir die Formalitäten (bezahlen, Pässe samt Kopien abgeben) und lernten die dreiköpfige Besatzung (Kapitän Camille, Koch James und Seemann Santiago)kennen. Danach sollten wir noch eine letzte Mahlzeit an Land einnehmen, die zwar lecker, aber verhältnismäßig teuer war. Ein starker Regen verzögerte den Rückweg zum Boot. Durch riesige Pfützen wateten wir zurück und legten bei Sonnenschein ab.

Willkommen an Bord
Willkommen an Bord

Unsere Bootsgemeinschaft setzte sich aus folgenden Menschen zusammen:

  • ein Pärchen aus Australien
  • zwei Freundinnen (jeweils 24) aus den Niederlanden
  • einem jungen Mann Mitte 20 aus den Niederlanden
  • einem Pärchen aus Berlin
  • einem Mädel aus Deutschland (23)
  • und einer Dreißigjährigen aus Deutschland

Beim Auslaufen setzten sich alle nach vorne und freuten sich auf die anstehenden Tage. Unser “Zimmer” bestand aus einem Doppelbett mit Vorhang. Darunter war ein wenig Stauraum für unser Gepäck. Davor war ein Waschbecken, das wir uns mit einer weiteren Teilnehmerin teilen mussten. Diese lag über Eck hinter einem Rollo versteckt.

Unwetter und seekranke Gäste

Das Wetter schlug nach etwa 30 Minuten um. Der anfängliche Regen störte gar nicht so sehr, denn wir saßen alle unter unserem Verdeck. Leider gab es starken Wellengang und die Gesichter der Reisenden wurden immer weißer. Unserer Zimmernachbarin wurde richtig schlecht, sie wollte nur noch weg und fragte mich öfters, ob wir bald da wären. Leider lagen noch weitere Stunden vor uns. Sie übergab sich ständig und konnte kaum getröstet werden. Die Australier lagen entspannt in ihrem Zimmer, einer Niederländerin ging es auch immer schlechter.

Irgendwann wurde der Sturm schwächer und es wurden belegte Sandwiches serviert. Der Koch James erklärte, dass es für den Anfang leichtere Kost gäbe, da wir uns erst an das Leben auf See gewöhnen müssten, bevor etwas Richtiges serviert würde. Eine Mitreisende bekam vegetarisches Essen, zwei weitere waren Pescetarier. Wegen der extra Zubereitungsart war deren Reisepreis auch etwas höher als unserer.

Oliver und ich gehörten zu den letzten, die noch bis zum Ende des Abends UNO mit einigen Reisenden spielten. Nach langer Zeit machte es endlich mal wieder richtig Spaß und so lernten wir einen Teil unserer Mitreisenden kennen.

Ankunft an den San Blas Inseln

Im “Bett” hörten wir abends, dass der Anker gesetzt wurde. Die Ketten rasselten, Kommandos flogen durch die Luft. Dann war alles einigermaßen ruhig. Die Luft war jedoch unerträglich und der Schweiß lief uns über das Gesicht. Zum Glück gab es einen Mini Ventilator. Kurze Zeit später öffnete Oliver das Fenster über unseren Köpfen und eine leichte Brise strich uns um die Nase. So konnten wir einschlafen.

Komplett verschwitzt wachten wir auf. Das Tageslicht schien durch unser Fenster und der Duft von geröstetem Toast lag in der Luft. Alle versammelten sich um den Tisch und genossen Kaffee, frisches Obst und Toast mit Marmelade.

Immigration in Badekleidung

Bevor wir irgendeine Insel betreten durften, mussten wir zur Immigration. Dafür mussten wir vom Boot ins Wasser springen und zur Insel schwimmen. Mehrere uniformierte Herren inspizierten die Kopien unserer Reisepässe und verglichen die Passbilder mit unseren nassen Häuptern. 

Anschließend schwammen wir zum Katamaran zurück, der uns zur nächsten Insel brachte, wo wir den Tag verbringen sollten. Santiago sorgte dafür, dass unsere Drybags per Boot an Land gebracht wurden.

Oliver und ich gönnten uns ein kühles Bier, dann umrundeten wir die kleine Insel zu Fuß. Unterwegs sammelten wir diverse Plastikflaschen ein und entsorgten sie in einem Mülleimer.

Wieder am Strand lud uns Santiago mitsamt unseren Schnorcheln auf das Motorboot und brachte uns zu einem Schnorchelspot. Dort sprangen wir ins klare Wasser. Mir war das Ganze jedoch nicht geheuer, so dass ich mich zurück ins Boot zog und ziehen ließ und zum Strand zurück bringen ließ. In der Ferne konnte ich die Schnorchelgruppe erahnen.

Boot, um an Land zu kommen
Boot, um an Land zu kommen

Nach etwa 45 Minuten sammelte Santiago die Gruppe wieder ein und brachte sie zurück zum Katamaran. Mich und alle an Land liegenden Gegenstände sammelte er ebenfalls im Anschluss ein.

Zum Abendessen zauberte uns James köstliches Rindfleisch mit Reis und Gemüse.

Durch den spontanen Schnorchelausflug hatte Oliver gar keine Zeit gehabt, sich einzucremen und hatte fortan einen roten, brennenden Rücken.

Sonntag, 04. Oktober 2026, Inseltag

Weiter ging es zur nächsten nahegelegenen Insel. Ein Fischerboot kam morgens vorbei und brachte uns diverse riesige Hummer und einen Krebs.

Oliver und ich erkundeten erneut die Insel. Es gab ein Haus mit Toiletten und Duschen, die von einigen Teilnehmern genutzt wurden. In unserer Nähe hatten noch zwei weitere Boote mit wenigen Teilnehmern halt gemacht. Im wild bewachsenen Teil der Insel konnten wir die Hütten der Inselbewohner entdecken. Natürlich wurden auch hier wieder Armbänder, Kissenhüllen und Tücher verkauft.

Die anderen Bootspassagiere vergnügten sich mit einem Volleyball am Strand.

Es gab einen Barbereich, an dem wir uns am frühen Nachmittag eine Kokosnuss kauften, die mit einem Schuss Rum gefüllt wurde. Für zwölf  $ war das Ganze doch etwas teuer. Wir entdeckten Santiago, der “unsere” Hummer an Land brachte. Natürlich drückte er Oliver direkt zwei der riesigen Wassertiere in die Hand. Wir durften sogar die Küche betreten, in der mit minimalem Strom für alle gekocht wurde.

Hummer und Krebs
Hummer und Krebs
Boot in San Blas
Boot in San Blas

Bei Einbruch der Dunkelheit wurden uns an einer großen Tafel etliche köstliche Hummerteile serviert. Das war schon ein Erlebnis. Dazu wurde selbstgemachter Kraut- und Rotkohlsalat gereicht.

Hummer für das Abendessen
zubereitete Hummer
zubereitete Hummer

Im Anschluss sollte noch so etwas wie eine Party stattfinden. Die jüngeren Teilnehmer schwangen sofort das Tanzbein, wir hingegen waren schon müde und wollten lieber aufs Boot. Santiago brachte uns und wir konnten uns in aller Ruhe bettfein machen.

Kurz nachdem wir es in unserem Bett gemütlich gemacht haben, trudelten auch die anderen ein.

Montag, 05. Oktober 2026, Inseltag

einsame Insel
einsame Insel
Land in Sicht
Land in Sicht

Wieder steuerten wir eine neue nahegelegene Insel an, die wir schwimmend erreichten. Ähnlich wie bei den bisherigen Inseln gab es eine Bar und ein Restaurant, die aber beide nur vom Personal besetzt waren. Gäste waren nur vereinzelt zu sehen. 

Leben in der Hängematte
Leben in der Hängematte
Shirt gegen Sonneneinstrahlung
Shirt gegen Sonneneinstrahlung

Angenehm waren Hängematten, die ins Wasser hingen. Oliver fläzte sich direkt in eine uns genoss den leichten Wellengang.

Zu Fuß war nur ein privater Bereich erreichbar, der leider sehr vermüllt war. Santiago zeigte uns daraufhin den gegenüberliegenden Strandbereich, der durch einen mit Muscheln gesäumten Weg erreichbar war. Hier tummelten sich Familien und etwa zehn Segelboote. Direkt an den Strandbereich schloss sich eine kleine Siedlung der Einheimischen an.

Den Abend verbrachten wir auf unserem Katamaran, der noch vor Anker lag. James zauberte uns köstliche Pasta mit Hummersauce.

Hummerpasta
Hummerpasta

Einige Partywütige ließen sich erneut ans Festland bringen. Leider setzte kurze Zeit später Starkregen ein. Trotzdem erreichten sie kurz vor Mitternacht noch sicher unser Boot mit dem Fahrservice von Santiago.

Dienstag, 06. Oktober 2026, Inseltag

Frühstück auf dem Katamaran
Frühstück auf dem Katamaran

Fast gleichzeitig fanden sich alle morgens zum Frühstück ein. Es gab leckeres Rührei, Toast und Obst. 

Entspannung pur
Entspannung pur

Wir steuerten drei in der Nähe liegende Inseln an. Uns wurde gesagt, dass wir zwei unbewohnte Inseln anschwimmen konnten. Die dritte sei mittlerweile leider privat, weil irgendwelche Lizenzen nicht erteilt worden seien. Hier hätten wir noch einmal Snacks bekommen können, was aber niemand als wichtig erachtete. Vorher sahen wir nämlich einen Verkäufer, der mit seinem kleinen Boot heran fuhr und unserer Besatzung mehrere ganze Hühner vorbeibrachte. Auch Getränke und Zigaretten waren im Angebot, doch niemand hatte Bedarf.

Mit den Schnorcheln sprangen wir rein und erkundeten das Wasser. Das anfängliche Schwarz änderte sich zu klarem Blau in Inselnähe. Im Wasser tummelten sich tausende Minifische. Auf dem Boden zeigten sich zwei durchsichtige Fische, die sie beim Näherkommen im Boden vergruben.

Blick zu den Inseln
Blick zu den Inseln

Die Gruppe war inzwischen zu der weiteren Insel geschnorchelt. Oliver winkte mir vom Strand aus zu. Nachdem auch ich auf dieser Insel ankam, sahen wir schon den näherkommenden Regen, was uns veranlasste, zum Katamaran zurück zu schwimmen. Kaum angekommen, setzte der Regen auch schon ein. Er wurde immer stärker und verwandelte sich in einen kräftigen Sturm. Besorgt saßen alle an Deck. Unsere Besatzung kämpfte damit, dass unser Boot nicht strandete. Mehrfach drehten wir uns auf der Stelle, sahen an den Inseln die Menschen, die die Boote sicherten. Unsere Styropor-Schachtel mit Deckel flog in zwei Teilen über das Meer.

Nach etwa einer Stunde war fast alles vorbei. 

Zum Mittagessen gab es die köstlich zubereiteten Hähnchen mit Salat und Gemüse. Die Köpfe der Hähnchen gingen über Bord, darüber sollten sich andere Lebewesen im Wasser kümmern. Ein Hai sowie andere Fische nahmen die Essensreste dankbar entgegen. 

Reis mit Hähnchen und Salat
Reis mit Hähnchen und Salat

Ein paar Leute sprangen nochmal ins Wasser, das durch den Sturm sehr aufgewühlt war. Danach folgte eine Sicherheitseinweisung vom Steuermann. Wir wurden darüber informiert, wo die Westen sind, wo die Sicherheitsinsel ist und wie die Technik funktioniert. Durch einen Sender wären wir jederzeit zu orten, auch wenn wir auf hoher See sind. Das Drücken eines Notfallknopfes löse einen Alarm bei allen umliegenden Booten und Schiffen aus, außerdem würde das Festland informiert.

In Sicherheit wiegend tröpfelte der Nachmittag mit verschiedenen Gesprächen so dahin, Oliver hielt ein kleines Schläfchen.

Zum Abendessen gab es Pellkartoffeln mit Salat und Auberginen – wieder sehr köstlich. 

Ein Teilnehmer hatte ein Spiel auf seinem Handy (Mister White?), an dem alle teilnehmen konnten. Es war sehr lustig. Außerdem lernten wir noch ein weiteres Kartenspiel kennen.

Gegen 22 Uhr wurden wir gebeten, unsere Betten aufzusuchen, da die Mannschaft die ganze Nacht fahren musste und sich mit dem Schlafen abwechselte. Die zwei Schlafplätze (nicht alle schliefen gleichzeitig) für die Mannschaft waren Matratzen, die in unserem Gemeinschaftsbereich ausgelegt wurden. Deshalb war der Gemeinschaftsbereich ab einer gewissen Uhrzeit für uns gesperrt. In den Wellen wiegend schlummerten wir schnell ein.

Schlafplatz unserer Crew
Schlafplatz unserer Crew

Mittwoch, 07. Oktober 2026, Seetag

Nach einer stickigen Nacht – aber nicht so schlimm wie die zweite Nacht – trafen wir uns bei Sturm zum Frühstück. Oliver war bereits um 5.45 Uhr bei unseren schlafenden Matrosen, ich war gegen 7 Uhr da. Die Ruhe im Sturm war angenehm.

Zum Frühstück sah man erschöpfte Gesichter. Mittlerweile hatten wir drei Leute, die sich übergeben hatten. Es gab verschiedene Sorten von Müsli und Kaffee, was uns alle stärkte.

Der Vormittag war von Sturm geprägt. Irgendetwas stimmte mit dem Segel oder dem Mast nicht, so dass der Steuermann Kommandos gab und die beiden anderen mit Gaffatape und Schälmesser arbeiteten. Eine Teilnehmerin war so wagemutig und genoss den Wind ganz vorne. Sie war jedoch auch segel- und sturmerfahren, da sie jährlich mit ihren Eltern segelt.

Viele verbrachten den Vormittag in den Kabinen, in denen kein Lüftchen war. Wegen des Sturms waren natürlich auch die Fenster alle zu. Oliver und ich genossen das Geschaukel draußen im überdachten Teil des Katamarans.

Mittags erhielten wir Sandwiches wie am ersten Tag. Das war sicher magenfreundlicher und für alle verträglicher. Die meisten genossen auch ihre zwei belegten Sandwiches. Im Anschluss gab es noch ein paar Extrasandwiches für die ganz Hungrigen.

Das Meer beruhigte sich am frühen Mittag und die Sonne zeigte sich gelegentlich. Das einzige Schiff in der Nähe war ein Tanklaster. Zwei Albatrosse flogen ebenfalls über das unendliche Blau. Zu Besuch kam auch ein Wellensittich, der sehr zutraulich war. 

Am letzten Abend wurde uns Reis mit Hähnchen serviert. Wir spielten noch zusammen “Cambio”, ein Kartenspiel, das in Südamerika sehr verbreitet ist. Hier war vollste Konzentration angesagt, da man sich seine eigenen verdeckten Karten merken musste sowie die von den anderen Teilnehmern und gefühlt 1000 Regeln. Den Abend beendeten wir mit einer riesigen UNO Runde und wurden um 21 Uhr auf unsere Zimmer geschickt.

Bereits um 23 Uhr erhielten wir wieder Internetsignale, waren aber noch ein Stück von unserem Ziel entfernt.

Donnerstag, 8. Oktober 2026, Seetag

Die Sonne ging auf, als ich nach draußen kroch. Die Crew grüßte mich fröhlich und zeigte auf das Festland. Sie waren gerade dabei, den Katamaran festzumachen.

Sonnenaufgang in Catagena
Sonnenaufgang in Catagena
Catagena in Sicht
Catagena in Sicht

Nach dem letzten Frühstück räumten wir unsere Kabinen. Kurz vor dem Festland hatte uns eine riesige Welle überrascht, so dass die Kabine unserer Zimmernachbarin unter Wasser stand. Unser Fenster hatte Oliver glücklicherweise vorher geschlossen.

Blick aus der Kabine
Blick aus der Kabine
unser "Bett"
unser „Bett“

Die Pässe wurden an Land von jemandem eingesammelt und kontrolliert, das Gepäck an Land gehievt. Die Situation war für mich sehr emotional. Noch nie hatte ich eine solche Fahrt erlebt. Wir hatten es geschafft, was mich zu Tränen rührte. Nach einem letzten gemeinsamen Foto verabschiedeten wir uns voneinander und wagten wieder erste Schritte in Latschen auf dem Festland.

Ankunft in Catagena
Ankunft in Catagena