Nach unserem Segeltörn von Panama nach Catagena in Kolumbien flanieren wir durch malerische Straßen und kosten kolumbianischen Kaffee
Abschied von unser Segelgruppe
Nachdem wir uns bereits am Bootssteg voneinander verabschiedet hatten, folgte eine zweite Verabschiedung an der Straße, wo sich alle auf unterschiedliche Taxis verteilten. Lustig war, dass die beiden Alleinreisenden in denselben Hostels abgestiegen waren, wie jeweils ein Paar, so dass sie sich ein Taxi teilen konnten. Ich wollte unbedingt noch zum Souvenier-Shop von Bluesailing.net, um mir ein T-Shirt zu kaufen. Zwar fanden wir das Büro fußläufig, doch war es unbesetzt. Per Uber ließen wir uns in unser Hostel fahren.
Hostel mitten in der Altstadt
Oliver hatte uns ein Privatzimmer mit kleinem Wohnzimmer ausgesucht, das auf den ersten Blick wie ein Palast aussah. Nach ein paar Tagen auf einem Katamaran mit einer Matratze (Turnmatten aus den 1970ern) wirkte alles andere luxoriös. Bei genauerem Hinsehen gab es schon einige Macken. Die Toilette incl. Dusche waren nach oben hin offen und nur durch eine mit Lüftungsschächten versehenen Holztür verschließbar – also null Privatssphäre. Zwar hatten wir einen Balkon mit Blick auf die belebte Straße in der Altstadt, doch waren beide Fenster nicht verglast, sondern nur durch Fensterläden aus Holz verschließbar. Das sorgte dafür, dass das Zimmer nur per elektrischem Licht beleuchtbar war. Der Oberhammer aber war der Volonteer, der abends das Trivia-Quiz mit uns machte. Er konnte kein Wort Englisch und ließ sich alles per Handy übersetzen und laß es mit starkem Akzent recht unverständlich vor, so dass der Kellner übernehmen musste. Das war ja noch alles ganz nett. Gegen Ende nötigte er uns aber zu einer fünf Sterne Bewertung auf google.com. Ein weiterer Schwachpunkt des Hotels war der Wäscheservice. Für 3,9 kg wurden uns über 16 Euro berechnet. Dabei hatten wir noch nichtmals den Quick-Service genutzt.
Zweites Frühstück im Hostel
Man ließ uns bereits vor dem regulären Check In ins Hostel, was wir sehr schätzten. Endlich wieder ein Kingsize-Bett und festen Boden unter den Füßen zu haben, war wunderbar. Wir gönnten und nach ein Frühstück aus Rührei, Obst, Kaffee und Saft. Das war richtig gut.
Altstadt von Catagena
Die Altstadt von Catagena besticht durch bunt bemalte, alte Häuser, die von Blumen umrangt sind. Überall locken Cafés und Restaurants mit lokalen Angeboten. An Straßenständen und kleinen Geschäften bekommt man Schmuck, Kleidung und diverese Kunsthandwerkswaren. Mir hatten es kleine, geflochtene und auch genähte Handtaschen angetan, die aber leider nicht ins Reisegepäck passen. Auch die bunten Kleider hätte ich sicher auf einer kürzeren Reise gekauft. Auf einem Marktplatz in der Nähe unseres Hotels trafen wir direkt drei unserer Mitreisenden. Unsere ehemalige Zimmergenossin hatte bereits ihr Handy zur Reparatur gebracht, nachdem es morgens von einer Welle in ihrem “Zimmer”-Teil erwischt wurde.




Fußläufig sind viele kleine, schöne Stadtteile erreichbar. Einige Straßen werden extra für Fußgänger abgesperrt. Es gibt Straßen, die mit bunten Sonnenschirmen und auch mit Flip-Flops, die auf Leinen über die Köpfe gespannt wurden, gesäumt sind.
Mehrfach suchten wir die Festungsmauern auf, doch war es hier oben sehr heiß. Auch hier bedrängten uns immer wieder Verkäufer mit Kleinstwaren oder traditionell gekleidete Frauen mit Ananas oder anderem Obst auf dem Kopf, die sich für eine gemeinsames Foto mit anschließendem Obulus bereit hielten.
Kolumbianische Spezialitäten

Kolumbien ist ja für seinen Kaffee bekannt. Wie ich schon in Deutschland feststellen konnte, enthält dieser Kaffee viel Säure, was ich nicht so bekömmlich finde. Oliver hingegen schmeckt er gut. Den ersten Kaffee bestellten wir mit zwei verschiedenen Zubereitungsarten. Ich enschied mich für die French-Press-Variante, Oliver nahm den Filter. Bei der zweiten Methode wurde der Kaffee am Tisch direkt und langsam in den Filter gegossen. Geschmacklich in meinen Augen viel besser, da er so milder wurde. Auch in einer weiteren Kaffeerösterei war der Kaffee eher etwas für Oliver.


In den Straßen locken Restuarants insbesondere mit Aretas, einer kolumbianischen Spezialität. Hier werden kleine, knusprige Teigtaschen erhitzt und mit diversen Füllungen angeboten. Neben unserem Hostel kann man diese und auch Tacos auch noch nachts bekommen, was wir an beiden Abenden nutzten.


Auf der Straßen gab es außerdem frisch gepresste Limetten-Säfte und Carimanola de Queso, was frittierte Maniok-Rollen waren.
Am Tag der Abreise suchten wir ein kleines kolombianisches Restaurant auf, in dem es eine Art Hausmannkost gab. Was wir bestellt haben, war uns hinterher nicht ganz klar, da uns die Kellnerin mit den Variations-Möglichkeiten sehr verwirrte. Anstatt des Kaffees brachte sie uns außerdem Kakao, was nicht weiter schlimm war.
Mittel gegen Sonnenbrand
Da Oliver durch den Schnorchelausflug einen starken Sonnenbrand auf dem Rücken hatte, brauchten wir ein Gegenmittel. Überzeugt haben uns kleine Kapseln, die mit Aloe Vera gefüllt waren. Weiterhin gibt es hier fertige Aloe-Vera-Mischungen, die eine kühlende Wirkung haben. Das hatte Oliver auch schon auf dem Boot von Santiago angeboten bekommen.
Bluesailing.net-Shop

Sehr überrascht war ich, als Oliver mir mitteilte, dass er mit Bluesailing kommuniziert hätte. Sie würden den Shop für uns um 18 Uhr öffnen.
Eine junge Frau ließ uns in eine Privatwohnung und bat uns in das “Büro” in der ersten Etage. Die untere Etage wurde von einer älteren, kolumbianischen Frau und ihren Hunden bewohnt. Das Haus sah aus wie viele der Privathäuser in Malaysia: vorne ein Platz für das Auto. Darauf folgend ein Eingangsbereich und anschließend ein riesiges Zimmer mit Küche, das in den Garten über geht.
Die Shirts waren in verschiedenen durchsichtigen Kisten nach Größe sortiert. Trotzdem war es schwierig, das passende Shirt für mich zu finden. Am besten gefielen mir die Muscle-Shirts für Männer mit dem Aufdruck eines Totenkopfes und mit dem Aufdruck “Stay salty, live tasty”, was einfach zu unserer Reise passte. Deshalb kaufte ich mit auch direkt beide Shirts. Aufgrund des Sonnenbrandes griff auch Oliver zu einem langärmeligen Shirt mit UV-Schutz. Nach unserem Besuch müssen wohl alle Kisten neu sortiert werden.


Abreise aus Catagena
Am Abend vor unserer Abreise flanierten wir noch über einen Kunsthandwerker-Markt und kehrten in ein Pub ein. Unsere Mitreisenden wollten sich noch zu einem Pub-Crawl treffen, doch wir gingen schon um 23 Uhr ins Bett. Party auf Knopfdruck ist nichts für uns.

Bis 12 Uhr nutzen wir unser Zimmer und spazierten noch etwas schwitzend durch die Umgebung, was wir aber schnell aufgaben. Mit dem Taxi fuhren wir die zwölf Kilometer zum Busbahnhof. Faszinierend war, dass wir durch diese Fahrt einen Markt außerhalb der Stadt erleben durften. Er war sehr unordentlich und zugemüllt, aber direkt am Meer. Hier tummelten sich riesige, verschiedene Vögel (u.a Dodos und Pelikane). Die haben wir auch noch nicht so oft in freier Natur gesehen.
Busbahnhof und Busfahrt
Wir sollten eine Stunde vor Abfahrt des Busses am Bus sein, weil sonst die Tickets anderweitig vergeben würden. Das wirkte etwas skurril, da wir erst tags vorher die Tickets gebucht hatten und nur wenige Pätze vergeben waren.
Im Einkaufszentrum aßen wir noch eine Kleinigkeit zu Mittag, als es wieder anfing, in Strömen zu regnen. Wieder mussten wir im Regen zum Bus stiefeln, doch glücklicherweise störten nur noch die großen Pfützen.
In einer riesigen Halle kam sofort ein Herr auf uns zu, ließ sich unsere Tickets zeigen und führte und zu einem Schalter. Als wir endlich dran waren, schickte man uns zu einem weiteren Schalter, wo man uns nur ein Ticket für Oliver ausdruckte. In meinem Online-Ticket hatte Oliver die Zahlen meiner Pass-Nummer klein geschrieben, weshalb kein Ticket ausgedruckt werden konnte? Wir fragten uns schon, ob ich überhaupt mitfahren darf.
Getränke waren nur einem einem Stand per Karte zahlbar. Alles sehr merkwürdig und wie wenig international oder touristenorientiert. Außerdem viel mir auf, dass sich viele Menschen an diesem Bahnhof von mir gerne die Tür aufhalten lassen, dafür aber wenige mich durchlassen oder Platz machen. Das machte den Eindruck einer “Ellenbogen-Mentalität”.
Als wir endlich zum Bus gehen durften, zeigte ich dem Fahrer mein Online-Ticket und ich wurde durchgelassen. Die anderen Tickets wurden zum Durchzählen gebraucht. Alles etwas verwunderlich. Auch das Verstauen der Koffer war durch viel Gedränge geprägt.
Im Bus hatten wir dann die ersten beiden Plätze hinter dem Fahrer. Die hatten wir ausgewählt, weil wir schlafen wollten. Bei der letzten Fahrt wurden die Sitze vor uns so weit zurück gelehnt, dass Oliver kaum sitzen konnte. Das blieb uns jetzt erspart.
Die Fahrt führte über Serpentienen durch die Berge. Zwischendurch wurden immer wieder Leute rausgelassen. An vielen Straßen ertönte laute Partymusik.
Gegen 8 Uhr erreichten wir dann Medellin.
