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September 2026

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Von Flores in Guatemala kann man die Maya-Ruinen bequem per Bus erreichen. Anders als bei den bisherigen Ruinen buchten wir eine Tour, die uns in den tiefsten Dschungel führte und erlebten den Sonnenuntergang auf einer Pyramide sitzend.

Ankunft in Flores

Unsere Fahrt mit dem Mini-Van endete direkt vor unserem Hotel. Das Ramada-Hotel (Wyndham) liegt auf der Halbinsel direkt am Wasser. Wir bekamen ein Zimmer mit kleinem Balkon (von außen von allen betretbar) mit Blick auf den See. Da keine weiteren Gäste da waren, machten wir uns keine Sorgen, von jemandem gestört zu werden. Uns war ein unverständlich, dass kaum andere Gäste da waren. Das Hotel machte nämlich einen gepflegten Eindruck, in hervorragender Lage mit netten Mitarbeiterinnen.

Nach einem kurzen Spaziergang durch die bunten Häuser von Flores, zog es uns in ein kleines Restaurant direkt gegenüber von unserem Hotel. Dort trafen einige unserer Mitfahrer aus dem Bus. Die Halbinsel ist eben doch sehr klein.

Maya-Ruinen in Tikal

Maya-Ruinen in Tikal
Maya-Ruinen in Tikal

Am nächsten Tag stand wieder ein Besuch von Maya-Ruinen bevor. Hierfür hatten wir eine Tour über Getyourguide.de gebucht, die nur zu empfehlen ist. Der Mini-Van fuhr uns und einen weiteren Teilnehmer auf gerader Strecke zu einem Restaurant, in dem wir uns für den Nationalpark stärken konnten. Dort stießen unser freundlicher Guide und ein weiterer Teilnehmer zu uns.

Anders als bei den bisherigen Ruinen, durchliefen wir nicht eine offene Fläche, sondern tiefsten Dschungel. Schon zu Beginn zeigte uns der Guide wilde, kleine vierbeinige Tiere (ähnlich einem Wildschwein) und eine Art Truthahn. Es wäre durchaus möglich gewesen, auch einer Schlange zu begegnen. Dann wäre nur noch Rennen eine Option.

Der Weg durch den Dschungel war klar ausgeschildert, immer wieder gab es Übersichtskarten mit Markierungen, wo man sich gerade befindet. Die Pyramiden waren wirklich überwältigend. Einige konnten teilweise erklommen werden. Im Regen trafen wir traditionell gekleidete Menschen mit Kindern. Ein paar Worte Spanisch reichten, um freundlich miteinander zu kommunizieren.

Olli zeigt den Weg
Olli zeigt den Weg
Orientierungskarte Pyramiden von Tikal
Orientierungskarte Pyramiden von Tikal

An den einzelnen Pyramiden hatten wir immer wieder die Möglichkeit, selbst die Gegend zu erkunden, was sehr angenehm war. Durch die gebuchte Tour (mit vier Teilnehmern) war immer ein Mensch in der Nähe, der in seinem Rucksack Getränke anbot. Wir waren aber bestens ausgestattet.

ein steiler Weg auf die Pyramide
ein steiler Weg auf die Pyramide

Mit der Zeit wurde es immer dunkler. Von der vorletzten Pyramide, die man mittels Holztreppen ersteigen kann, hat man einen umwerfenden 180-Grad Überblick.

Ausblick von der Pyramide
Ausblick von der Pyramide

Auf der letzten Pyramide konnten wir den Sonnenuntergang genießen. Die Tiere begaben sich lautstark zur Ruhe. Das abnehmende Licht sorgte für eine beruhigende Stimmung.

Rückweg aus dem Dschungel

Auf dem Rückweg konnte man noch in Ansätzen etwas erkennen. Einer der Teilnehmer bot mir eine Stirnlampe an, die ich dankbar nutzte. Im Dunklen leuchten auf dem Weg kleine Lichter, die sich als Augen von Spinnen herausstellten. Frösche sprangen uns vor die Füße, eine handgroße Tarantel versteckte sich in einem Baumstumpf. Ein Rotaugenfrosch saß oben auf einem Baum. Ganz schön gruselig!
Zum Schluss reichte uns der Guide Teile von einem Pfefferstrauch, der himmlisch duftete.

Zurück ging es im Dunkeln wieder mit dem Van auf ruhiger Strecke. In den Siedlungen tauchten immer wieder Straßenhunde auf, die keine Angst vor heranfahrenden Autos hatten. Diese wurden sowieso durch künstliche Straßenerhebungen ausgebremst.

Letzter Tag in Flores

Erst abends sollte uns ein Bus von Flores nach Antigua bringen. Deshalb konnten wir endlich etwas relaxen, denn die vielen Stationen unserer Reise waren schon teilweise stressig.
Ganz in unserer Nähe befand sich ein Waschsalon, in dem ich unsere Wäsche waschen und falten lassen konnte. Auf dem Weg dorthin durchforstete ich einen kleinen Laden, in dem es Schmuck und Textilien aus Guatemala gab. Zwar verkauften sie hier auch Postkarten, doch konnte mir die Verkäuferin auch nicht sagen, wo ein Briefkasten wäre. Ich erstand ein Haarband und drei paar Ohrringe.

Oliver am See in Flores
Oliver am See in Flores

Mit Oliver machte ich mich zu Fuß auf den Weg zur Busstation, damit wir abends nicht lange suchen mussten. Der Busbahnhof wirkte unscheinbar, es gab keine Ansprechpersonen.
Mit einem TukTuk ging es zurück. Leider versuchte der Fahrer uns über das Ohr zu ziehen, was ihm aber nicht gelang.

bunte Häuser in Flores
bunte Häuser in Flores

Bei sonnigem Wetter durchstreiften wir die kleinen Gassen mit den bunten Häusern der Insel. Bei einem Obstteller mit Seeblick stellte ich fest, dass sich die neu erstandenen Holzohrringe auflösten. Kurzerhand flitzte ich zurück zur Händlerin und reklamierte dies. Ich tauschte sie einfach gegen Perlenohrringe in Form von Frida Kahlo aus. Die Wäsche bekam ich gut duftend gefaltet zurück.

Fahrt durch den Regen

Wir kehrten nochmal in das Restaurant des ersten Abends ein. Doch leider überraschte uns ein Regenschauer, der immer stärker wurde. Zwar lag das Hotel direkt gegenüber, doch wurden wir patschnass, als wir unsere Sachen holten. Das bestellte Taxi ließ sehr auf sich warten, so dass wir nicht sicher waren, den Bus noch zu bekommen. Glücklicherweise erreichten wir diesen noch knapp, wurden aber wieder von Taxifahrer abgezogen, da er den doppelten Preis berechnete. Bevor ich den Bus betreten konnte, musste Oliver erst die Tickets zeigen und ich stand im Regen. Mit nassen Schuhen konnten wir schließlich unsere Plätze im oberen Teil des Busses erreichen. Vorsorglich hatten wir beiden trockene Socken im Rucksack.

Im Bus zu schlafen finde ich nicht so angenehm. Irgendwie schaffte ich es trotzdem. Kurz vor Antigua stiegen wir in einen PKW um. Auf hubbeligen Wegen ging es quer durch die Stadt, wo wir unser Hotel nach einem kurzen Fußweg erreichten.

Nach einer anstrengenden Busfahrt erreichen wir Palenque, wo wir die Maya-Pyramiden besichtigen und ein großes Gebiet teils erklettern müssen.

Busfahrt nach Palenque

Die Busfahrt von Mexico City nach Palenque empfand ich doch als sehr anstrengend. Zwar waren die Sitze groß genug, doch gab es einige Nachteile: Bis 22 Uhr liefen zwei Filme auf voller Lautstärke, dann wurden die Fernseher mitten im Film hochgeklappt und es war Ruhe. Der Fahrer fuhr ruhig auf gut ausgebauten Straßen. Mir taten jedoch vom langen Sitzen die Beine weh, so dass ich kaum Schlaf fand. Erst mit Olivers Buff (Mehrzwecktuch) und einem Hörbuch über Frida Kahlos Leben konnte ich einige Stunden wegdösen. 

Zwischendurch gab es ein paar Haltepunkte, an denen Leute zu- und ausstiegen. An einem Ort gab es eine Pause von 40 Minuten, in der der Bus gereinigt wurde. Hier fand sich dann auch mein Buff wieder. Die Toiletten waren nur mit 10 Pesos in bar nutzbar.

Ankunft in Palenque

Palenque
Palenque

Bei unserer Ankunft war es bereits hell (ca. 12 Uhr). Unser Hotel lag schräg gegenüber des ADO Busbahnhofs, doch zum Check In waren wir zu früh. Man ließ uns jedoch schon rein, nachdem wir 30 Minuten im Eingangsbereich gewartet haben. Schnell fühlten wir uns in dem kleinen, sehr einfachen Hotel heimisch.

In einem in der Nähe gelegenen Restaurant probierten wir wieder Gerichte, die für den Ort typisch sind. Oliver hatte eine Art Polenta, die mit pulled pork gefüllt war. Mega-lecker! Zu trinken hatten wir ortstypische Getränke, die milchig waren und recht gut schmeckten.

Anreise zu den Maya-Ruinen

Bereits am Tag der Ankunft wollten wir uns die Maya-Ruinen angucken, weil es ja am nächsten Tag schon weiter gehen sollte. Das gestaltete sich jedoch etwas komplizierter. Mit einem Collectivo, einem Van, der für 25 Pesos pro Fahrt diverse Ziele anfährt, fuhren wir zum Ausgangspunkt. Dort wurde uns in gutem Englisch, aber etwas kompliziert erklärt, dass eine weitere Vanfahrt für etwa vier Kilometer nötig sei. Außerdem mussten zwei Tickets – eins für den Eintritt und eins für den Schutz den Parkes – gelöst werden. Mit diversen Zettel und zwei Klebearmbändern konnten wir schließlich hochfahren. Oben erwarteten uns wieder diverese Händler und Guides, die auch auf Englisch Touren anbieten.

Maya-Ruinen in Palenque
Maya-Ruinen in Palenque

Besuch der Maya-Ruinen

Baum im Dschungel
Baum im Dschungel

Mitten im Dschungel ragen hohe Pyramiden in den Himmel. Da wir von den Ruinen in Teoteihuacán noch etwas gebeutelt waren, kraxelten wir gemeinsam nur in eine Ruine, die man auch von innen besichtigen konnte. Hier fanden sich kleine Räume mit sehr schlechter Luft. Beim Rausgehen kam und eine Horde von Menschen entgegen, die uns nicht glaubte, dass nur wenige Leute reinpassen würden. Gemächlich kletterten wir wieder herab.

Die Wege zwischen den Ruinen sind gut ausgebaut. Lediglich zwischendurch sind einige Stufen ohne Geländer. Auch hier fanden sich wieder Händler, die ortstypische Armbänder, Ketten und Kunst feilboten.

Oliver erklomm noch eine weitere Pyramide, mir reichte schon die erste. Durch einen Park mit großartigen Dschungel-Blumen waren wir schon nach einer Stunde mit dem Durchgang fertig. Es fühlte sich ein wenig so an, als wären wir wieder in Malaysia (Klima, Dschungel, Verkaufsstände). Nach einem Kaltgetränk ging es wieder in zwei Etappen mit dem Van zurück in die Stadt.

Oliver auf der Pyramide

Den Abend ließen wir in der Stadt ausklingen, schafften es aber beide nicht, unser Essen komplett aufzuessen.

Mexico City ist eine herrliche, grüne Stadt, die zum Flanieren einlädt. Wir besichtigen die Alte Post, lernen eine Pulqueria kennen und besuchen das Konzert von „The Gathering“.

Hotel mit falschen Angaben

Weil wir vier Nächte in Mexico City verbringen wollten, hatte ich im Vorfeld viel Zeit investiert, ein Hotel zu finden, in dem wir richtig wohnen können. Ich hatte eine “Ferienwohnung” mit Waschmaschine und Gemeinschaftsküche sowie Fitness-Center im Haus gebucht. So etwas Tolles hatten wir ja schon einmal in New Orleons. Leider bekamen wir ein Zimmer mit angrenzendem Bad. Das Bad war nur durch eine Schiebetür verschließbar, die sich nach dem Schließen (ich war drin) nicht mehr öffnen ließ. Nur mit Olivers Hilfe konnte ich wieder herauskommen. Nach zwei Tagen kam nach mehreren Nachrichten unsererseits jemand, um sich das anzuschauen. Nur der Handwerker sprach ein wenig Englisch, der sagte, dass die Tür repariert würde. Die Managerin sprach kein Wort Englisch. Auch am nächsten Tag war die Tür noch immer nicht repaiert. Am dritten Tag bot man uns an, das Zimmer zu wechseln, doch waren wir da schon auf dem Konzert von The Gathering. 

Die in der Anzeige versprochene Waschmaschine sollte es erst gar nicht geben. Dann wurde auf das Dach verwiesen, wo wir nichts fanden. Erst auf erneute Nachfrage teilte man uns mit, dass die Waschmaschinen im Eingangsbereich wären, hinter der Tür der Rezeption. 

Unser Zimmer wurde nur nach Aufforderung gereinigt. In einem Land, in dem man das Toilettenpapier nicht in die Toilette werfen darf, sollte zumindest täglich der Mülleimer geleert werden. Trinkwasser gab es nur am ersten Tag (in Mexiko darf man auf keinen Fall Wasser aus der Leitung trinken). Die Kaffeemaschine funktionierte nicht, es gab während des gesamten Aufenthalts nur 2 Kapseln. Der Tee konnte aufgrund eines fehlenden Wasserkochers gar nicht erst zubereitet werden.

Normalerweise sind wir nicht so empfindlich, was unsere Unterkünfte angeht, doch während einer Weltreise braucht man zwischendruch auch mal einen Ort, an dem das Grundsätzliche funktioniert. 

Chapultepec Park

Stephi im Park
Stephi im Park

Mexico City besticht durch viele Bäume, das Grün dominiert die Stadt. Im Chapultepec Park kann man flanieren, frisch geschnittes Obst kaufen und genießen und Straßenkünstler beobachten. Es gibt einen Ort der Ruhe mit lauschiger Musik, diverse Seen und ein großes Schloss zu besichtigen.

El Angél

Mit dem Bus Nr 7 geht es zum Engel, an dem wir uns kurz niederließen. Drumherum sausten die Autos aus allen Richtungen. Wir versuchten vergeblich, das System zu überblicken. Zum Glück kamen wir wieder heil auf die andere Straßenseite. 

El Angel
El Angel

Die Luft in Mexico City ist trotz des vielen Grüns nicht immer gut zum Luftholen. Mexico City liegt auf einer ähnlichen Höhe wie Creel, nämlich bei über 2300 m. Das sorgt für Kurzatmigkeit, Schwitzen und Kopfschmerzen.

Taco-Restaurant im Stadtteil Roma

Direkt um die Ecke stießen wir auf ein tolles Taco-Restaurant. In Mexiko ist es Usus, dass an den Tisch kleine Ständer für Taschen und Hüte gestellt werden. Die Kellnerin sauste motiviert auf unseren Tisch zu und brachte uns acht verschiedene Sorten Salsa und erklärte den jeweiligen Schärfegrad. Sie zeigte uns auf der Karte die angesagtesten Gerichte, wovon wir natürlich welche auswählten. Ein Taco und eine Guacamole reichten uns für den kleinen Hunger. Natürlich hatte auch dieser Laden seine eigenen grün-weißen Fan-Shirts, passend zur Ausstattung des Restaurants. 

Im Anschluss spazierten wir weiter durch das schöne Roma-Viertel. Neben einigen angesagten Szene-Restaurants fanden wir eine kleine, nette Gothik-Kneipe, in die wir für ein Kaltgetränk einkehrten. 

Müde kehrten wir in unser vorläufiges Zuhause zurück und schnabbulierten noch jeder einen Taco von einem Stand vor der Tür. Nun stand eine Wasch-Session bevor, denn wir sind ja mit einem Koffer voller benutzer Kleidung angereist. Während die Wäsche neben der Rezeption sauber und trocken wurde, genossen wir auf der Dachterrasse noch ein Abschlussgetränk. Ich muss ja schon sagen, dass mir die Kombination aus Bier und Tomatensaft sehr zusagt.

Historische Altstadt und Kathedrale

Ausgeschlafen stärkten wir uns mit Cappuchino aus dem gegenüberliegenden Supermarkt. 

Die Kathedrale liegt in der historischen Altstadt von Mexico City. Sie ist über eine quirlige Einkaufsstraße zu erreichen. Stände mit mexikanischer Kunst, mexikanischen Symbolen, Modeläden, Restaurants mit Kellnern, die einen hereinlocken – alles sehr lebendig. In direkter Nähe eine Ausgrabungsstätte, die wir nur hinter den Zäunen besichtigen wollten. 

Templo Mayor in Mexico City
Templo Mayor in Mexico City
vor der Kathedrale
vor der Kathedrale

Bevor es zur alten Post ging, fiel uns ein Büchermarkt auf, der mein Herz höher schlagen ließ. Auf den ersten Blick gab es hier leider nur aktuelle Literatur in spanischer Sprache, aber auch Romane, welche es in den USA nicht mehr zu kaufen gibt.

Büchermarkt in Mexico City
Büchermarkt in Mexico City

Alte Post

die alte Post
die alte Post

Die Alte Post – und auch einzige Lokation, die Postkarten verkauft – ist in gold gehalten. Prunkvoll erstreckt sie sich über drei Etagen. In der ersten Etage versuchten wir, den goldenen, durchsichtigen Aufzug zu besteigen, doch einer der Wächter kam wie in einem Comic auf uns zu, erhob schwenkend seinen Zeigefinger und zeigte auf das Schild, das nur einer eingeschränkten Personengruppe die Nutzung des Auszugs gestattete. Lachend flüchteten wir zum Treppenhaus, das in einem unspektakulären Hinterhaus zu finden war.

Pulqueria

Bevor es auf das Konzert von “The Gathering” gehen sollte, wofür Oliver noch am selben Tag Tickets erstanden hatte, überraschte uns ein riesiger Regenschauer, der ein Weiterlaufen nur schwer möglich machte. Von der Musik angelockt, betraten wir eine Pulqueria, die uns von der Aufmachung her ansprach. Erst später fanden wir heraus, dass die Leute hier keine Milch, sondern ein ortstypisches Getränk namens Pulque konsumierten. Das sollte ich jedoch erst zu einem späteren Zeitpunkt kosten.

Wir bestellten Bier, weil wir es nicht besser wussten. An einem Nebentisch sangen Frauen verschiedenen Alters und ein Mann lauthals die mexikanischen Lieder mit. Aufgrund gleicher Kleidung schienen sie Arbeitskollegen zu sein. Ein Türsteher (vielleicht auch der Besitzer?) kümmerte sich sehr darum, dass wir immer genug zu trinken hatten. Weil mir der Laden so gut gefiel, fragte ich den Kellner nach Stickern, denn mein Cromebook hat noch zu wenige. Aus dem Hintergrund kam kurze Zeit später eine ältere Dame mit Kochschürze und reichte uns auf glatter ausgestreckter Hand zwei Buttons, über die wir uns sehr freuten. Leider blieb mir meiner nur zwei Tage erhalten und löste sich von der Handtasche.

The Gathering in Mexico City

Eigentlich wollten wir erst in Chile auf das Konzert von The Gathering gehen. Doch wie der Zufall es wollte, spielten sie auch genau zu der Zeit in Mexico City, während wir da waren. 

Wir hatten hintereinander Plätze auf dem Rang, doch konnten wir zusammen sitzen, weil an anderer Stelle noch zwei zusammenhängende Plätze frei waren. Es war wie immer großartig. Im Anschluss lernten wir noch ein paar mexikanische Fans kennen, mit denen wir schnell ins Gespräch kamen. Gerne wären sie mit uns noch etwas trinken gegangen, doch stand uns am nächsten Tag noch ein Ausflug zu den Ruinen bevor.

The Gathering in Mexico City
The Gathering in Mexico City

Vor der Eventlocation gab es wieder Tacos und ein Didi fuhr uns nach Hause.

Sonnen- und Mondpyramide von Teotihuacán

Am nächsten Tag stand ein Ausflug zu den Pyramiden bevor. Mit dem Bus fuhren wir dorthin und wurden nicht informiert, wo wir aussteigen sollten. Das führte dazu, dass wir für das letzte Stück noch ein Taxi rufen mussten. Ohne Guide betraten wir das riesige Gelände. Im Eingangsbereich gab es natürlich wieder Verkaufsstände und unaufdringliche Verkäufer. Besonders nervig waren kleine Pfeifen, die entweder einen schrillen Vogel simulierten oder fauchende Katzengeräusche machten.

Aussicht von der Mondpyramide
Aussicht von der Mondpyramide

Die Pyramiden liegen teilweise recht weit auseinander. Über weite Felder und Steinhügel mussten wir uns die Wege erklettern. Noch bevor wir zur Mondpyramide – der einzigen, die man besteigen konnte – kamen, zog uns die Hitze zu einem Ausgang, an dem es einen Garten mit kleiner Bude gab. Natürlich konnten wir die Erfrischungen nur mit Bargeld bezahlen, das wir zum Glück dabei hatten. Die imposante Sonnenpyramide, die hier am Ausgang lag, konnte man leider nicht besteigen.

Mondpyramide

Die Mondpyramide kann man über riesige Stufen besteigen. In der Mitte gibt es eine Art Tau, an dem man sich festhalten konnte. Schweißgebadet kamen wir oben an und genossen die phänomenale Aussicht.

Aussicht von der Mondpyramide
Aussicht von der Mondpyramide
Anstieg auf die Mondpyramide
Anstieg auf die Mondpyramide

Frida Kahlo Haus

Bevor es mit dem Bus nach Guatemala gehen sollte, hatten wir noch den ganzen Tag Zeit. Unser Gepäck konnten wir im Hotel zwischenlagern und fuhren per Bus und Bahn zum Casa Blue, dem Wohnhaus von Frida Kahlo. Die Anfahrt war etwas kompliziert, da wir mit den Bussen nicht so vertraut waren. Pünktlich um 10.15 Uhr konnten wir das Haus betreten.
Es ist schon faszinierend, sich mit dem Wohnort und der Biographie der Künstlerin zu befassen. Neben der Ausstellung hatte ich mich im Vorfeld etwas mit ihrer Biographie und ihrem Wirken auseinandergesetzt. Hier fand man dann noch einige Fotos, Zeitungsartikel und natürlich auch Bilder von ihr.

2 verbundene Fridas
2 verbundene Fridas
Garten von Frida Kahlo
Garten von Frida Kahlo

Zurück war der Weg noch beschwerlicher, da die angegebenen Busse nicht dort abfuhren, wo es uns angezeigt wurde. Trotzdem erreichten wir pünktlich mit unserem Gepäck abends den Busbahnhof.

In Los Mochis beginnt die Reise mit dem Panoramazug „El Chepe“, der über Creel nach Chihuahua fährt. Der Touristenzug hat anders als der Regionalzug, der hier auch verkehrt, einen besonderen Service und Mahlzeiten an Bord.

Abfahrt aus Los Mochis

An der Rezeption unseres Hotels hatten wir vereinbart, dass ein Taxi zum Bahnhof in Los Mochis organisiert wird. Da sie auch das nicht ordentlich hinbekamen – nur mit Bargeld – haute Oliver nochmal (sprachlich) auf den Tisch. Dann war auf einmal ein Transfer mit dem hauseigenen Shuttle-Service möglich.

Abfahrt von Los Mochis
Abfahrt von Los Mochis

Am Bahnhof, den wir tags zuvor schon aufgesucht hatten, gab es nichts außer den Zügen und ein paar wartenden Passagieren. Keine Getränke- oder Speiseautomaten, geschweige denn Buden. Obwohl wir pünktlich um 6.15 Uhr vor Ort waren, wurden wir erst um sieben Uhr hereingelassen. Unter den Passagieren waren augenscheinlich nur Mexikaner, insbesondere solche, die sich für Wandertouren in einer Gruppe dort eingefunden haben, die mit einheitlichen Rucksäcken und Trikots ausgestattet wurden.

Abfahrt von Los Mochis
Abfahrt von Los Mochis

Wir bekamen Kofferanhänger und mussten die Koffer in den ersten Wagen hinter der Lok bringen. Wir selbst hatten fest vorgeschriebene Sitzplätze. Der Zugbegleiter kam persönlich zu uns und erklärte in gutem Englisch, wie der Zug aufgebaut ist. Vor uns der Speisewagen, hinter uns die Bar, noch weiter hinten die erste Klasse.
Von unseren Plätzen aus hatten wir eine gute Sicht. Das Fenster war frisch geputzt und lud zum Bewundern der spektakulären Landschaft ein.

Im Zug "El Chepe"
Im Zug „El Chepe“

Mit etwas Verspätung und lautem Tuten startete unsere Fahrt.
Das Frühstück war nicht so besonders. Obwohl wir vorher gefragt hatten, mussten wir in bar bezahlen, was schwierig werden sollte, da wir nur wenig Bargeld zur Verfügung hatten. Unser Zugbegleiter kümmerte sich aber darum und fand eine Zahlungsmöglichkeit im Wagen der ersten Klasse. Sehr merkwürdig, denn im Wagen mit der Bar funktionierten unsere Karten auch – wie wir später herausfinden sollten.

Speisewagen "El Chepe"
Speisewagen „El Chepe“

Der erste Teil der Strecke verlief noch recht flach und führte an grünen Landschaften vorbei. Endlich sah man auch mal Tiere, insbesondere Kühe und Ziegen. Teilweise wurden die Tiere so gut gehalten, dass sie in ihrem Stall auch einen Sonnenschutz hatten. Ansonsten entdeckten wir auch viele Kühe, die sich in der weiten Landschaft frei bewegen konnten. 

El Chepe
El Chepe
Fluss während der Fahrt mit dem "El Chepe"
Fluss während der Fahrt mit dem „El Chepe“

Bei einer neunstündigen Zugfahrt kann man auch schon mal einschlafen. Der Zug fuhr so gemächlich, dass wir beiden zwischenzeitlich wegdösten.

Ein Mitreisender hatte sich zum Ziel gesetzt, uns musikalisch zu unterhalten. Mit einer Lautsprecherbox spielte er Hits aus den 1980ern und 1990ern. Neben uns saß ein Paar aus den USA, mit denen wir kurz ins Gespräch kamen. Ein weiterer “Passagier” fiel uns auf, der schwer bewaffnet war. Sollte dieser uns während der Fahrt beschützen?

Landschaft während der Fahrt mit dem "El Chepe"
Landschaft während der Fahrt mit dem „El Chepe“
Wasserfall während der Fahrt mit dem "El Chepe"
Wasserfall während der Fahrt mit dem „El Chepe“

An der Grenze zum Staat Chihuahua wurde die Uhr um eine Stunde zurück gestellt. Das betraf aber nicht unsere Mittagessenszeit. Beide hatten wir ein Steak bestellt, das mit geschmorten Gemüse und Guacamole serviert wurde.

Mittlerweile hatten wir schon ganz schön Höhe erreicht. Der Weg führte an Schluchten vorbei und über Brücken. Der Ausblick war umwerfend. Zu beiden Seiten erstreckte sich die grüne Berglandschaft. Trotzdem fühlte ich mich nicht so mulmig, da direkt an der Bahnstrecke meist Bäume Schutz boten.

Ankunft in Creel

Creel
Creel

Bereits vorher gab es einen Ort mit Hotels, an dem ein paar Passagiere ausgestiegen sind. “Unser” Ort war die Endstation dieser Fahrt. Uns empfingen farbenfrohe kleine Häuser, Menschen, die uns selbst hergestellte Waren oder Obst feilboten, Tourenanbieter, Taxifahrer und viele streunende, treue Straßenhunde.
Unsere Unterkunft lag nur 150 m vom Bahnhof entfernt. Uns erwartete ein gemütliches Zimmer, das einen besonderen Charme durch die Holzeinrichtung hatte. Hier fühlt man sich sofort zu Hause. Kaum hatten wir das Hotel betreten, donnerte und blitzte es kräftig. 

Nachdem es wieder einigermaßen trocken wurde, holte Oliver nochmal Bargeld. In Los Mochis war das etwas schwierig, klappte hier zum Glück sofort, allerdings mit einer Gebühr von fast 10 Euro. Natürlich suchten wir die neben der Bank liegende kleine Privatbrauerei auf. Das Bier war ganz gut, die Lokation stellte sich aber als Luxus-Resort raus, was uns nicht so zusagte. Essen waren wir in einem kleinen mexikanischen Restaurant. Das war köstlich. Ich hatte eine scharfe, kalte Suppe mit Garnelen, Oliver Tacos mit frittierten Garnelen. Das wurde sofort zu unserem Stammrestaurant.

Zugtickets nach Chihuahua

Die Zügen fahren hier nur an bestimmten Tagen. Es gibt den Touristenzug, mit dem wir von Los Mochis nach Creel gefahren sind und den Regionalzug, der wesenlich langsamer fährt. 
Am Bahnhof erstanden wir Tickets für den 6. September, da früher kein Zug in Richtung Chihuahua fuhr. Es war kein Problem, unsere Unterkunft um einen Tag zu verlängern.

Wanderung zu den Sehenswürdigkeiten in unserer Umgebung

Im Gebiet der Tarahumara
Im Gebiet der Tarahumara

Die Landschaft, die wir mit dem Zug durchreist sind, zeichnet sich durch viele Steinformationen aus, die nach ihrem Aussehen benannt worden sind. Touranbieter ermöglichen Touren mit Bobbys (4×4) durch Schlamm uns Matsch, weshalb die Teilnehmer Schutzbrillen bekommen. Oliver suchte uns einen eigenständigen Spaziergang aus, der uns erst zu Höhlen führte, in welchen noch heute Menschen leben, die zu der Volksgruppe der Tarahumara gehören. Der Weg führte über eine gut ausgebaute Straße, die eigenlich nicht für Fußgänger gedacht war. An den Höhlen erwartete uns eine gut Englisch sprechende Frau mit einem Verkaufsstand. Sie erklärte uns, dass sie mit ihrer Familie noch immer hier wohnen würde und gestattete uns einen Blick in eine der Höhlen. Hier erstand ich traditionelle Ohrringe in Form von kleinen weiblichen Stoffpüppchen.

Tarahumara-Frauen in typischer Kleidung
Tarahumara-Frauen in typischer Kleidung

Der Weg wurde sehr ungemütlich, zumal es anfing zu donnern und zu blitzen. An einer Abzweigung, die (aktuell) nur für Fußgänger zugänglich war, wurde von Einheimischen in traditioneller Kleidung Boden neu verlegt. Die Steine zierten Symbole. Wieder unterhielten wir uns mit Händen und Füßen. Uns wurde bestätigt, dass wir auf dem richtigen Weg wären.

Höhle in Creel
Höhle in Creel
Höhle in Creel rechts
Höhle in Creel rechts

An der Missionskirche angekommen, suchten wir erstmal Schutz im Gebäude und warteten den Regen ab. Weiter ging es zum Valle de las Ranas (Tal der Frösche) und Valle des los Hongos (Tal der Pilze) welche schon sehr beeindruckend waren. Unterwegs trafen wir noch die Familie, die in den Höhlen wohnte. Sie pesten in einem verbeulten Auto an uns vorbei und winkten als wären wir alte Freunde.

Der Weg gestaltete sich als Rundweg, sodass es fortan bergab ging. Uns begegneten einige Einheimische, die zu Fuß ihre Einkäufe aus dem Dorf nach Hause trugen.

Weitere Höhlen lagen etwas abseits vom Weg. Als wir einbogen, kam uns wieder das blaue Auto mit unseren neuen Bekannten entgegen. Diesmal fragten sie, ob sie uns mit ins Dorf nehmen sollten, was wir dankend ablehnten. Wer hier die Straßen gesehen hat, wir verstehen, dass wir nicht Kontakt mit Stoßstangen machen wollten.

verregnete Wege
verregnete Wege

Oliver kundschaftete erst den Weg aus, bevor er mich holte. An einer Höhle angekommen, sprang uns sofort eine Verkäuferin aus dem Umfeld entgegegen, denn – wie sollte es auch anders sein – enthielt die Höhle einen Verkaufsstand.

Zum Tagesabschluss kehrten wir noch auf ein Getränk in die Brauerei ein, die auf dem Weg nach Hause lag. Hier entdeckte ich auch mein neues Favouriten-Getränk Clamato, ein Getränk aus Tomaten und diversen scharfen Kräutern.

Ausflug zu „Jesus“

Ankunft bei der Jesus-Statue
Ankunft bei der Jesus-Statue

Ein weiterer Tag in Creel bot natürlich wieder mal ein neues Ziel. In etwa einem Kilometer Entfernung sollte sich eine Jesus-Statue befinden, hoch auf einem Berg. Da wir uns auf 2500 m Höhe befanden, gerät man hier schnell außer Puste. Ziemlich steil ging es eine Straße entlang, die irgendwann scharf nach oben führte. Oliver versuchte sich durch kleine, sehr steile Wege nach oben zu bringen, was aber nicht zielführend war. Ich folgte ein Stück den ausgebauten Fußweg und entdeckte schließlich die Jesus-Statue oben auf dem Berg.

Der Anstieg dahin sah einfacher aus als er war, denn nach der steilen Straßen folgten Treppen ohne Geländer, die sich um den Felsen am Abgrund entlang schlängelten. Von oben hatten wir einen phänomenalen Ausblick.

Shopping in Creel

Creel ist ein kleines Touristen-Örtchen. Durch den Panorama-Zug ist der Tourismus die Haupteinnahmequelle. In kleinen Läden auf der Hauptstraße werden T-Shirts, Magnete etc verkauft. Bereits am Vortag hatte ich ein Beany (Schlauch-Tuch mit mehreren Verwendungszwecken) erstanden. Außerdem wollte ich unbedingt ein T-Shirt mit einem Zug-Motiv des Es Chepe haben. Nach mehreren Geschäften, die nicht alle die gleichen Shirts haben, fand ich endlich ein Shirt in lila, das natürlich mit musste.
Abends kehrten wir in ein gut bewertetes Restaurant ein, das uns leider nicht so überzeugt hat. 

Toiletten in Creel

Am Bahnhof und am Hauptplatz befinden sich keine Toiletten, was für Reisende natürlich etwas schwierig ist. Mit meinen geringen Spanisch-Kenntnissen schaffte ich es aber, nach einer Toilette zu fragen und verstand auch den Weg dorthin.

typische Kleidung der Tarahumara
typische Kleidung der Tarahumara
Wandbild in Creel
Wandbild in Creel

Am Ende des Marktplatzes fand ich die Damentoilette. Für 10 Pesos durfe ich sie benutzen und bekam auch Papier. Die Toilette hatte keine Spülung, man musste aus einem riesigen Wassereimer Wasser schöpfen und damit spülen. Das ennen wir ja schon von unserer ersten Weltreise z.B. aus Fidchi.

Apfelsaft frisch gepresst
Apfelsaft frisch gepresst

In Restaurants und Hotels gibt es natürlich normale Toiletten, allerdings ist man sich nicht einig, ob das Papier in die Toilette darf oder in den Mülleimer geworfen werden soll.

Zugfahrt von Creel nach Chihuahua

Regionalzug "El Chepe"
Regionalzug „El Chepe“

Der Zug sollte erst um 16.39 Uhr starten, weshalb wir unser Gepäck noch in unserem Hotel deponieren konnten und frühstücken gingen. Da wir meist erst mittags in den Tag starten, war es wieder eine Mischung aus Frühstück und Mittagessen, was sich in den Speisen in Mexiko sowieso nicht sehr unterscheidet. Am Bahnhof gab es einen Snack, der aber nicht für die ganze Fahrt reichte, weshalb wir nach unseren Proviant-Einkäufen in unserem Stammrestaurant einkehrten.

Zubereitung unseres Frühstücks
Zubereitung unseres Frühstücks

Am Bahnhof waren außer uns keine weiteren Passagiere. Wieder und wieder checkten wir unsere Tickets, das Datum auf unseren Handys, die korrekten Uhrzeiten. Viele Menschen überquerten sorglos die Gleise. Recht pünktlich ertönte dann ein lautes Tuten, das Gleis leerte sich und der Zug fuhr ein.
Von dem Zugbegleiter bekamen wir feste Plätze zugeteilt, doch es war noch viel frei.

Am nächsten Bahnhof stiegen wieder fliegende Händler mitsamt Kleinkindern auf dem Arm ein. So wie wir das verstehen konnten, schafften sie es nicht rechtzeitig, wieder aus dem Zug zu steigen. Einige Mitreisende versuchten sich für sie einzusetzen und blickten sehr mitfühlsam drein. Die Menschen mussten aber weiter mitfahren und saßen dann auf dem Boden in dem kleinen Speisewagen.

Obwohl die Zugfahrt durch Berge und an steilen Abhängen entlang führte, machten die Wege einen sicheren Eindruck. Die Aussicht war phänomenal. Zwischendurch sahen wir abgelegene Häuser und phantastische Wasserfälle. 

Ankunft in Chihuahua

Im Dunkeln erreichten wir die kleine Stadt Chihuahua. Die Taxifahrer fielen sehr unangenehm auf, das sie auf der Suche nach Kunden den Eingang versperrten. Wir hingegen ginge zwei Blocks weiter, um den Bus zu nehmen, der leider nicht kam. Also organisierte uns Oliver ein Didi (privates Taxi), das uns zum Hotel fuhr.

Das Hotel war sehr einfach. Leider funktionierte die Klimaanlage nicht, so dass wir mitten in der Nacht das Zimmer wechseln mussten. Hier sprach man natürlich nur Spanisch, weshalb wir zwischendurch sehr ratlos dastanden. Im neuen Zimmer pustete die Klimaanlage so stark auf mein Bett, dass an Schlaf auch nicht zu denken war. Wie man es macht, ist es falsch. 

Los Mochis ist der Startpunkt des Zuges El Chepe, der von Los Mochis über Creel nach Chihuahua fährt. Vor dem Start mit dem Panorama-Zug verbringen wir zwei Nächte im Nord-Westen Mexikos.

Eine unschöne Nacht in Los Mochis

Nach unserem Flug aus Tijuana genossen wir abends noch einen Snack und ein Getränk in einem nahe gelegenen Restaurant. Recht früh kehrten wir in unser Hotel zurück und schliefen schnell ein.

Jäh wurden wir aus unseren Träumen gerissen, als jemand kräftig gegen unsere Tür hämmerte. Normalerweise fragt man ja, wer da ist, doch war unsere Tür von außen jedermann zugänglich (es gab nur einen Wachmann, der gleichzeitig auch Kofferträger und Chauffeur war) und es wird ja immer wieder vor Überfällen gewarnt. Wir verhielten uns still und versuchten die Rezeption erfolglos zu kontaktieren. Nach etwa 20 Minuten ließ der aggressive Klopfer und unserer Tür ab.

Am nächsten Tag beschwerte sich Oliver, doch mal zeigte sich wenig kooperativ und einsichtig. Erst auf Nachdruck bekamen wir ein Zimmer, das nicht von außen zugänglich und nur durch eine Sicherheitstür erreichbar war. Das Zimmer lag in der vierten Etage und hatte auch keinen Balkon. An was man doch alles nach so einer Nacht denken muss!

Lecker Essen mit Einheimischen

Leider musste ich wieder die Erfahrung machen, dass ich mit meiner Bankkarte kein Geld abheben konnte. Auch Oliver scheiterte kläglich, änderte dann aber die Einstellungen und bekam Bargeld. Insbesondere kleinere Restaurants nehmen nur Bargeld.

Leckere Enchilladas
Leckere Enchilladas
Hier läuft die Zeit noch anders
Hier läuft die Zeit noch anders

Das Essen in einem kleinen lokalen Restaurant hat sich gelohnt.

Ein einsamer Bahnhof

Am nächsten Tag sollte die tolle Zugfahrt starten, weshalb wir nachmittags den Bahnhof inspizierten. Über eine Art Taxi ließen wir uns zum Bahnhof bringen, was wir recht schnell bereuten. Der Bahnhof lag im Nichts. Es gab nur einen Schalter, der zwar besetzt war, aber auch keine neuen Informationen lieferte. Zumindest wussten wir nun, dass es keine Getränke- oder Snackautomaten gab.

Einkaufszentrum in Los Mochis

Zurück ließen wir uns in ein Einkaufszentrum fahren, wo wir ein leckeres Café fanden. Die Betreiberin sprach recht gutes Englisch und zeigte uns Orte in Mexiko auf, die wir auf jeden Fall besuchen sollten. Auch ihr Mann, der nur Spanisch redete, beteiligte sich rege am Gespräch. Es ist schon faszinierend, wie man mit wenigen Sprachkenntnissen doch kommunizieren kann.

Der Rückweg führte an einer Milchbar vorbei, deren Getränke auch im Becher bleiben, auch wenn man den Becher umdreht. Zumindest haben das die Mitarbeiter mit jedem Getränk gemacht. Ähnlich wie in großen Burger-Ketten arbeiten hier viele junge Menschen, die augenscheinlich wenig zu tun haben. So ist es uns schon oft passiert, dass sich drei Menschen um eine Bestellung kümmern.

Bald verlassen wir Los Mochis

Zurück im Hotel hatte man für uns immer noch keine Möglichkeit gefunden, ein Taxi zum Bahnhof zu organisieren, das nicht in bar bezahlt werden soll. Am Pool warteten wir frustriert auf eine Antwort. Auf Nachdruck fand man dann ein Taxi mit einem horrenden Preis. Nach dem ganzen Mist, den wir hier schon erlebt hatten, nahmen wir das nicht hin. Schließlich erklärte sich der Fahrer des Shuttle-Services zum Flughafen bereit, uns für einen geringeren Preis zu fahren. Ein Entgegenkommen wegen der ersten Nacht, das uns in Aussicht gestellt wurde, kam nicht zustande.

Den krönenden Abschluss bot dieses Hotel am nächsten Morgen. Um 5.45 Uhr kamen wir zum verabredeten Treffpunkt, der Fahrer wartete bereits. Der Wasserspender gab uns zwei Tropfen, bevor er den Geist aufgab. Eine Frage nach Trinkwasser wurde nur mit Schulterzucken beantwortet.

Mexiko – wir kommen! Zu Fuß geht es in Tijuana über der Grenze von den USA nach Mexiko.

Das Gepäck wurde durchleuchtet und schon waren wir in Mexiko

Spaziergang über die Grenze

Dokumentencheck vor der Grenze
Dokumentencheck vor der Grenze
Übergang zu Mexiko
Übergang zu Mexiko

Von den USA nach Mexiko zu laufen, ist ziemlich einfach, wenn man die richtigen Dokumente hat. Mit der Straßenbahn (Blue-Line) reisten wir bis zur Endhaltestelle. Etwa 200 m in Fahrtrichtung trifft man auf ein großes Schild an einer Mauer, das ankündigt, dass hier die Grenze zu Mexiko verläuft. Wir checkten noch schnell alle nötigen Reiseunterlagen, denn nach einem Gang durch das Drehkreuz hätte es kein Zurück mehr gegeben. 

Es gab zwei Schalter: einen für Mexikaner und einen für alle anderen. An unserem Wartepunkt kamen wir sofort dran. Die Dame am Schalter sprach kein Englisch und kontrollierte wortkarg unsere Dokumente. Einen gestempelten Zettel sollten wir dringend aufbewahren. Weitere Fragen konnte sie uns nicht beantworten. Das Gepäck wurde durchleuchtet und schon waren wir in Mexiko.

Ankunft in Tijuana

Zu Fuß marschierten wir zu unserem Hotel, das etwa drei Kilometer entfernt lag. Gerade hinter der Grenze sollte man sich erstmal orientieren und sichere Wege laufen. Der Straßenbelag auf dieser Seite der Mauer erschien wesentlich unebener mit vielen Löchern. Über einen ausgetrockneten riesigen Fluss erreichten wir den urbaneren Teil der Stadt mit schönen Cafés und kehrten sofort in eins ein. Der Kaffee schmeckte köstlich.

Ankunft in Mexiko

Ankunft in Mexiko

Unser Hotel hatte saubere Zimmer und auf jedem Gang Trinkwasserspender. In Mexiko sollte man kein Wasser aus der Leitung trinken, da es viele Schadstoffe enthält (laut Internet). Alle Gänge wurden per Kamera überwacht, so dass wir uns sicher fühlten.

Fußläufig erreichten wir ein Restaurant, in dem wir uns vier unterschiedliche Gerichte bestellten. Eines schmeckte besser als das andere: Birria, Birria (lange gekochter Eintopf) und Aztekensuppe.

Per Uber ließen wir uns auf die angesagten Straßen der Stadt fahren. An einem Sex-Shop wurden wir abgesetzt, was sehr befremdlich war, aber das gehörte wohl auch in dieses Viertel.
Viele Geschäfte und Straßenstände reihten sich nebeneinander, es wiederholte sich aber viel. Auffällig waren die vielen Straßenhunde, die aber nicht aggressiv wirkten.

Innenstadt Tijuana
Innenstadt Tijuana

Flug nach Los Mochis

Auch am nächsten Tag fanden wir nach dem Auschecken ein nettes Frühstückslokal. Aus Sicherheitsgründen fuhren wir die Strecke von Tijuana nach Los Mochis nicht mit dem Zug. Es wurde viel über Unruhen während der Fahrt berichtet. Auch die Mexikaner, die wir während unserer Reise kennengelernt hatten, rieten uns von dieser Zugreise ab.

Per Uber ließen wir uns zum Flughafen bringen und konnten unkompliziert einchecken.

Der Flug war angenehm und dauerte nur knappe zwei Stunden. Wieder per Uber ließen wir uns zu unserem Hotel fahren. Fußläufig fanden wir noch ein kleines Restaurant, wo wir den Abend ausklingen ließen.