Archive

September 3, 2026

Browsing
Los Mochis ist der Startpunkt des Zuges El Chepe, der von Los Mochis über Creel nach Chihuahua fährt. Vor dem Start mit dem Panorama-Zug verbringen wir zwei Nächte im Nord-Westen Mexikos.

Eine unschöne Nacht in Los Mochis

Nach unserem Flug aus Tijuana genossen wir abends noch einen Snack und ein Getränk in einem nahe gelegenen Restaurant. Recht früh kehrten wir in unser Hotel zurück und schliefen schnell ein.

Jäh wurden wir aus unseren Träumen gerissen, als jemand kräftig gegen unsere Tür hämmerte. Normalerweise fragt man ja, wer da ist, doch war unsere Tür von außen jedermann zugänglich (es gab nur einen Wachmann, der gleichzeitig auch Kofferträger und Chauffeur war) und es wird ja immer wieder vor Überfällen gewarnt. Wir verhielten uns still und versuchten die Rezeption erfolglos zu kontaktieren. Nach etwa 20 Minuten ließ der aggressive Klopfer und unserer Tür ab.

Am nächsten Tag beschwerte sich Oliver, doch mal zeigte sich wenig kooperativ und einsichtig. Erst auf Nachdruck bekamen wir ein Zimmer, das nicht von außen zugänglich und nur durch eine Sicherheitstür erreichbar war. Das Zimmer lag in der vierten Etage und hatte auch keinen Balkon. An was man doch alles nach so einer Nacht denken muss!

Lecker Essen mit Einheimischen

Leider musste ich wieder die Erfahrung machen, dass ich mit meiner Bankkarte kein Geld abheben konnte. Auch Oliver scheiterte kläglich, änderte dann aber die Einstellungen und bekam Bargeld. Insbesondere kleinere Restaurants nehmen nur Bargeld.

Leckere Enchilladas
Leckere Enchilladas
Hier läuft die Zeit noch anders
Hier läuft die Zeit noch anders

Das Essen in einem kleinen lokalen Restaurant hat sich gelohnt.

Ein einsamer Bahnhof

Am nächsten Tag sollte die tolle Zugfahrt starten, weshalb wir nachmittags den Bahnhof inspizierten. Über eine Art Taxi ließen wir uns zum Bahnhof bringen, was wir recht schnell bereuten. Der Bahnhof lag im Nichts. Es gab nur einen Schalter, der zwar besetzt war, aber auch keine neuen Informationen lieferte. Zumindest wussten wir nun, dass es keine Getränke- oder Snackautomaten gab.

Einkaufszentrum in Los Mochis

Zurück ließen wir uns in ein Einkaufszentrum fahren, wo wir ein leckeres Café fanden. Die Betreiberin sprach recht gutes Englisch und zeigte uns Orte in Mexiko auf, die wir auf jeden Fall besuchen sollten. Auch ihr Mann, der nur Spanisch redete, beteiligte sich rege am Gespräch. Es ist schon faszinierend, wie man mit wenigen Sprachkenntnissen doch kommunizieren kann.

Der Rückweg führte an einer Milchbar vorbei, deren Getränke auch im Becher bleiben, auch wenn man den Becher umdreht. Zumindest haben das die Mitarbeiter mit jedem Getränk gemacht. Ähnlich wie in großen Burger-Ketten arbeiten hier viele junge Menschen, die augenscheinlich wenig zu tun haben. So ist es uns schon oft passiert, dass sich drei Menschen um eine Bestellung kümmern.

Bald verlassen wir Los Mochis

Zurück im Hotel hatte man für uns immer noch keine Möglichkeit gefunden, ein Taxi zum Bahnhof zu organisieren, das nicht in bar bezahlt werden soll. Am Pool warteten wir frustriert auf eine Antwort. Auf Nachdruck fand man dann ein Taxi mit einem horrenden Preis. Nach dem ganzen Mist, den wir hier schon erlebt hatten, nahmen wir das nicht hin. Schließlich erklärte sich der Fahrer des Shuttle-Services zum Flughafen bereit, uns für einen geringeren Preis zu fahren. Ein Entgegenkommen wegen der ersten Nacht, das uns in Aussicht gestellt wurde, kam nicht zustande.

Den krönenden Abschluss bot dieses Hotel am nächsten Morgen. Um 5.45 Uhr kamen wir zum verabredeten Treffpunkt, der Fahrer wartete bereits. Der Wasserspender gab uns zwei Tropfen, bevor er den Geist aufgab. Eine Frage nach Trinkwasser wurde nur mit Schulterzucken beantwortet.