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In Uyuni entdecken wir den Zugfriedhof in der alten Minenstadt Pulacayo und machen einen Ausflug in die Salzwüste.

Busfahrt nach Uyuni

Früh morgens verließen wir unser Hostel in San Pedro, da wir uns bereits eine Stunde vor Abfahrt am Busbahnhof einfinden sollten. Wir waren um 4.30 Uhr die ersten am Treffpunkt, doch nach und nach stießen immer mehr Passagiere hinzu. Um kurz vor 5 Uhr kam dann ein Bus, der nicht so aussah, als würden wir die ganze Strecke mit diesem fahren, weil er nur einstöckig und nicht so modern wirkte.

Durch die Wüste und teilweise nicht asphaltierte Straßen düsten wir in Richtung Calama, wo wir schon bei der Anreise umgestiegen waren. Die Passagiere erklärten uns, dass wir unsere digitalen Tickets dort ausdrucken lassen müssten, wobei eine Dame uns sehr behilflich war. Weiter ging es in demselben Bus, jedoch diesmal auf zugewiesenen Plätzen.

Da die Fahrt so wackelig war, fiel ein Handgepäckskoffer von der Ablage auf Oliver. Der Besitzer merkte jedoch wenig davon.

Grenzübergang Chile – Bolivien

Um 11.55 Uhr erreichten wir den Grenzübergang von Chile nach Bolivien. Dummerweise machen die Menschen dort um 12 Uhr für zwei Stunden Mittagspause, so dass wir uns die Zeit in der Sonne totschlagen mussten. Wir bekamen die Information, dass wir zu Mittag essen können, doch wir hatten selber ein paar Snacks dabei.
Die Kontrolle war angenehm schnell, unser Gepäck wurde händisch kontrolliert, da das Scan-Gerät wohl defekt war.

Bus nach Uyuni
Bus nach Uyuni

Als wir weiter fahren wollten, sahen wir, dass eine Frau weinend ihren Koffer suchte. Für die Migration hatten wir unser Gepäck aus dem Bus genommen und mussten dies nach der Kontrolle selbstständig wieder einräumen. Gemeinsam mit dem Busfahrer und einigen Passagieren wurde nach dem Koffer gesucht, doch nach einer weiteren Stunde fuhren wir ohne den Koffer und mit einer verzweifelten Passagierin weiter.

Ankunft in Uyuni

Am Busbahnhof erfuhrt ich von der Teilnehmerin, die uns bei dem Tickettausch in Calama behilflich war, dass auch ein Zug durch die Wüste fährt. Das wollten wir uns genauer anschauen, denn das wäre sicher nochmal etwas Besonderes.

Gleise in Uyuni
Gleise in Uyuni

Unser Hostel erreichten wir fußläufig, denn die Stadt Uyumi ist nicht besonders groß. Unser Weg führte uns vorbei an Schienen, die Spuren von Zugverkehr waren. Anders als im Internet und in diversen Reiseführern angegeben, wird in fast jedem Laden Toilettenpapier angeboten. Die Knappheit ist wohl gerade nicht aktuell.
Unser Hostel war sehr angenehm. Ich hatte ein Zimmer gewählt, das etwas größer ist, damit wir unser Sachen ordentlich sortieren können.
Natürlich verstopfte sofort die Toilette, weil wohl ein Vormieter Toilettenpapier in die Toilette geworfen hatte. Das ist in ganz Südamerika nicht möglich, weil die meisten Rohre noch zu schmal sind. Erst in Neubauten kann man dies tun. Unser Vermieter kümmerte sich jedoch schnell darum, während wir das Städtchen erkundigten.


In Uyumi trifft man auf viele Menschen, die traditionell gekleidet sind. Dazu zählen weite Röcke von Frauen und Hüte (Melonen oder riesige Sonnenschutz-Hüte) sowie bunte Tücher, in denen Kinder oder Einkäufe transportiert werden. Auch die Herren tragen oft Tücher, die man über den Kopf ziehen kann, mit bunten Mustern. Vieles ist aus Lama-Wolle, da es abends recht kalt wird

Auf den Straßen reihen sich kleine Geschäfte nebeneinander. Oft haben auch ältere Menschen kleine Stände mit Getränken, Süßigkeiten oder Kräutern. Einige Straßen verwandeln sich tagsüber in Märkte, die alles Mögliche anbieten. Insbesondere Mittagessen und heiße Getränke werden hier feilgeboten. Auch Stände mit Coca-Blättern sind nicht selten anzutreffen.

Uyuni Stadtplan
Uyuni Stadtplan
Gemüse in Uyuni
Gemüse in Uyuni

In den Geschäften findet man oft die gleichen Artikel, die es auch in Europa zu kaufen gibt. Insbesondere Spiel- und Schreibwaren unterscheiden sich nicht.
Auf einer Straße in der Nähe der Schulen, findet man allerlei technisches Zubehör. Dort erstanden wir dann auch frische Batterien für unsere Tracker, mit denen wir unsere Koffer wiederfinden können. Nach dem Erlebten hinter der Grenze war das nun umso wichtiger.

Restaurants in Uyumi

In einer kleinen Straße, die mit Girlanden gesäumt ist, findet man viele touristische Restaurants. Uns zog es jedoch als erstes in ein kleines gemütliches Restaurant, das leckere lokale, vegetarische Burger und andere Gerichte anbot. Hier machten wir die Erfahrung, dass viele nur Bargeld akzeptieren.

Leckeren Kaffee gibt es bei Memos Café Bistro, wo wir zwei mal Kaffee tranken und Omelette mit Toast und Obst verspeisten.

Ein besonderes Erlebnis war der Besuch in einem Restaurant, das direkt am Markt war. Vorne standen ordentliche Tische, dahinter spielte ein etwa sechsjähriges Kind mit einem Spielzeugschiff, im großen Fernseher lief eine Art Spongebob.
Die Besitzerin war sehr freundlich und versuchte unsere Wünsche umgehend zu erfüllen. Wir wählten beide ein Essen mit Lama-Fleisch, das man in dieser Gegend doch mal probieren musste. Das Fleisch war sehr zäh, aber lecker. Es war schon ein Erlebnis, dort zu essen, denn alles wirkte sehr familiär und wenig aufgeräumt. Auch ein Mini-Hund im Pullover sprang im Hintergrund vorbei.

Eisenbahn-Museum in Uyuni

Mitten in der Stadt Uyuni ist ein kleines Eisenbahn-Museum zu finden. In einer großen Lagerhalle stehen verschiedene Lokomotiven und Waggons, teilweise noch aus den Jahren 1952. Die Wüstenluft war in diesem Gebäude sehr schlecht zum Atmen. Trotzdem machte es Spaß, die alten Fahrzeuge zu bestaunen und einzusteigen.

Ausflug nach Pulacayo

Wir hatten herausgefunden, dass es einen Zug nach Oruno gibt, der allerdings nur Freitag nachts um 1 Uhr fährt. Das wollten wir uns nicht entgehen lassen. Direkt am Bahnhof gibt es ein Hostel, in dem man in Waggons übernachten kann. Wir zogen am Tag vor unserem Tagesausflug in die Salzwüste in dieses nette Hostel um, doch wählte ich ein Doppelzimmer in der Bahnhofshalle mit zwei einzelnen Betten und eigenem Bad.
Die nette Zimmerwirtin organisierte und ein Taxi für einen Ausflug nach Pulacajo, wo es einen Zugfriedhof geben sollte.

Das Taxi sammelte uns pünktlich um 15 Uhr ein. Wir fuhren etwa 20 km durch die Berge und erreichten eine Höhe von über 4100 m über dem Meeresspiegel. Der Taxifahrer setzte uns vor dem Museum ab und wir vereinbarten, dass wir etwa eine Stunde später zurück sein sollten.

Im Museum zahlten wir einen kleine Obolus und durften das Gelände der alten Silbermine betreten. Wir fanden viele alte Zugwracks, die wir bestaunen und besteigen konnten. Auch waren noch viele alte Zuggleise erkennbar. Das Dörfchen wirkte wie ausgestorben, doch wohnen hier tatsächlich noch etwa 400 Menschen, die uns teilweise über den Weg liefen. Das Atmen fiel uns in dieser Höhe recht schwer, die dünne Luft ist doch noch ungewohnt.
Sowohl die Hin- als auch die Rückfahrt führten durch atemberaubende Landschaften. Um einen herum erstreckte dich die Wüste mit vielen Kakteen und auch wild lebenden Tieren z.B. die Vicunias, die unter Naturschutz stehen.

Ausflug in die Salzwüste

Über ein Reisebüro vor Ort hatten wir den Ausflug in die Salzwüste gebucht. Es war uns wichtig, gut beraten zu werden, denn dieses Ereignis sollte etwas Besonderes werden.

Reisebüro für unseren Ausflug
Reisebüro für unseren Ausflug

Morgens um 10.30 Uhr holte uns unser privater Fahrer und Guide vom Hotel ab. Den ersten Stopp machten wir an einem weiteren Zugfriedhof, der gleichzeitig von mehreren anderen Reisegruppen besucht wurde. Es war schön, die alten Züge zu erklettern.
Überraschenderweise durchfuhr ein Güterzug die Landschaft, was laut Alvero sehr ungewöhnlich zu der frühen Tageszeit war. So konnten wir verfolgen, wie der lange Zug im Nichts der Wüste verschwand.

auf der Lok
auf der Lok

Besuch eines Salzmuseums mit Mittagessen in Colchani

Salzziegel
Salzziegel
Salzangebot
Salzangebot

Der nächste Stopp nach kurzer Fahrt durch die Wüste war ein kleines Dorf mit einem Salzmuseum. Alvero zeigte uns die einzelnen Stationen der Salzgewinnung. Interessant waren die aus Salz gefertigten Ziegel, aus denen ganze Häuser gebaut werden. Obwohl das Salz sehr billig ist, sind normale Tonziegel wesentlich günstiger, so dass nicht so viele Häuser aus Salz gebaut werden. In der Umgebung gibt es einige Salzhotels, die aber so weit von der Stadt entfernt und luxoriös sind, dass es sich nicht lohnt, dort zu wohnen.


In einem Souvenirshop konnte man diverse Salzartikel kaufen. Ich erstand hier ein Paar Ohrringe in Form von grünen Lamas und ein Paar Ohrringe mit kleinen Salzgefäßen. Außerdem fanden wir noch ein schönes kleines Kartenspiel mit Motiven von Bolivien.

Das Essen, das uns Alvero auftischte, stammte von einer Zwischenstation, an der Oliver und ich unsere Gummistiefel ausgeliehen haben. Die sollten später zum Einsatz kommen, was aber wegen des fehlenden Wassers nicht geschah. Es ist hier üblich, dass viele Menschen in die Touren eingebunden sind. Alvero holte verschiedene Verpackungen heraus und zauberte uns ein tolles Mittagessen hervor.

Fahrt durch die Salzwüste zum Salzhotel

im Salzhotel
im Salzhotel

Wir fuhren ewig lang durch die Salzwüste. Es war alles weiß. Lediglich am Horizont konnten wir einige Berge ausmachen. Mitten auf dem Weg hielt Alvero an und ließ uns über das Salz laufen. Es gab einige kleine Löcher, in denen Salzwasser war. Dies sollte sehr gut gegen Gelenkbeschwerden sein. Sofort zog ich Schuhe und Socken aus und ließ meine Füße in das erfrischende Wasser. Alvero steckte seine Arme tief in andere Becken und holte tolle Kristalle hervor. Unglaublich, was die Natur alles produziert.

Flaggen in der Salzwüste
Flaggen in der Salzwüste
Dakar
Dakar

Fahrt durch die freie Salzwüste

Blick in die Unendlichkeit
Blick in die Unendlichkeit
wandeln durch die Landschaft
wandeln durch die Landschaft
Salzwüstenwein
Salzwüstenwein

Besuch der Kakteeninsel

Die vorletzte Station unseres Ausflugs sollte eine Insel mitten in der Salzwüste mit etlichen riesigen Kakteen sein. Wir konnten mit unserem Ticket einmal die ganze Insel umrunden. Weil es jedoch sehr windig und unwegsam war, setzten wir uns zwischen die Kakteen und genossen die Aussicht.

Sonnenuntergang und Sternenhimmel in der Salzwüste

Zur regulären Tour haben wir noch Zeit für den Sonnenuntergang gebucht. Alverez holte eine Flasche bolivischen Rotwein heraus und spielte verschiedene Metal- und Punksongs. Auf der Fahrt hatten wir uns schon so gut kennengelernt, dass wir eine gemeinsame Musikebene gefunden haben. Es war großartig zu sehen, wie die Sonne verschwindet und sich langsam die Sterne blicken lassen.

Der Weg zurück führte durch die dunkle Wüstenlandschaft. Zum Glück war unser Fahrer sehr erfahren und fand den Weg sicher zurück.
Müde kehrten wir in unser Hotel am Bahnhof ein. Bereits um 1 Uhr nachts sollte uns der Zug, der nur einmal wöchentlich fährt, nach Oruro bringen.

Bahnhofshotel
Bahnhofshotel