Unser letzter Tag mit unseren neuen Bekannten stand uns bevor. Gemeinsam nutzen wir Kanus, gehen schnorcheln und verleben einen lustigen Karnevals-Abend mit Kölschen und Düsseldorfer Liedern.
Kanuausflug mit menschlichem Fisch
Es war sehr heiß und wir führten nette Gespräche mit unseren neuen Kölner Bekannten. Auch nach dem Frühstück blieben wir auf der Terrasse sitzen und setzten die netten Unterhaltungen fort. Nach dem Mittagessen wollten wir zu viert schnorcheln gehen und brauchten dafür die beiden Kanus. Irgendwie wollte das Kanu, das einen kleinen Schaden hatte, nicht, dass wir uns beide drauf setzen. Kurzerhand ließ Oliver das frei abgewandelte Lied „We all live in the blue submarine“ erklingen, das uns alle zum Lachen brachte. Deshalb nahm mich Oliver an die Leine des Boots und zog mich hinterher. Da ich die einzige unter Wasser war, konnte ich berichten, dass keine großen Fische unterwegs waren. Dafür fand ich eine Muschel, an der man horchen kann. Doch der Bewohner war noch nicht ausgezogen, so dass ich Oliver bat, die Muschel mit Wasser ins Kanu zu legen. Wir waren recht weit draußen und die Sonne strahlte Oliver an. Deshalb kehrten wir um, um trotz Sonnencreme keinen Sonnenbrand zu bekommen. Wegen der Strömung schwamm ich selber zurück, denn Oliver musste musste mit dem Paddel kämpfen.
Tanz und Gesang abends auf Fidschi
Marie-Ann, Stephi, Mark und Oliver
Der Nachmittag war zu heiß, um besonders aktiv zu werden. Mit unseren Kölner Freunden, dem Mädel aus Karlsruhe und den beiden Amerikanern feierten wir deshalb ein wenig Karneval. David aus Amerika war schon acht mal auf dem Oktoberfest und ist Fan vom „Ententanz„. Mit ein paar Tanzeinlagen und lustigen Liedern u.a. von Nena und David Hasselhoff (lach!) sowie Karnevalsliedern aus Köln und Düsseldorf wurde es ein lustiger Abend.
Unser Tagesablauf ist durch die Essenszeiten auf Fidschi strukturiert. Um 8 Uhr gibt Frühstück in Form von Backwerk z.B. Hefeknödel, Pfannkuchen oder Brötchen. Die Gespräche unserer Mitreisender sind sehr interessant, denn alle waren an verschiedenen Orten. So werden wir für unsere weiteren Reisen inspiriert. An unserem Strand und auch an der blauen Lagune gibt es perfekte Schnorchelmöglichkeiten.
Schnorcheln mit Kölnern – ein großartiges Korallenspektakel
Morgens wollten unsere neuen kölschen Bekannten schnorcheln gehen und wir schlossen uns ihnen an. Auch Paige aus Kanada, die eigentlich in die Höhlen tauchen wollte, begleitete uns, denn für den Tauchgang braucht man eine gute Kondition und muss 15 Meter weit tauchen können. Wir krabbelten mit unseren Schnorcheln auf das Boot und fuhren etwas aufs Meer hinaus. Das Wasser leuchtet immer hellblau und der Boden ist gut sichtbar. An einer kleinen Steininsel sprangen wir ins Wasser und entdeckten viele Korallen und Fische. Al, der Vater des Resorts, fuhr immer an Stellen, die er uns zeigen wollte. Das Wasser wurde immer tiefer, aber es war leicht zu schwimmen. Am Riff gab es noch größere Fische, doch Haie sahen wir leider nicht. Eigentlich sind die Baby-Haie ungefährlich, doch wir haben schon genug Leute gesehen, die Haien begegnet sind und Verletzungen davongetragen haben. Der Mensch fällt nicht in das Beuteschema von Haien, doch Surfer werden angegriffen, da die Form des Surfboards an Fische erinnert. Die steinige Insel konnten Oliver und ich nicht betreten, weil es zu steinig und glitschig war. Auch ich kam erstaunlicherweise leicht auf das Boot.
SChnorchelstrand
Mittagessen und Ankunft meckernder Gäste
Bei unserer Ankunft wurde das Mittagessen serviert. Es gab wieder ein leckeres Curry mit Reis und Ananas. Genau wie am Vortag kamen neue Touristen (Österreicher und Deutsche) und die Geschichte vom Vortag wiederholte sich. Das gebuchte Zimmer war kein Doppelzimmer, sondern das Dorm (Schlafsaal). Die Österreicherin zeigte sich sehr enttäuscht und war auch genervt, dass in dem Essen Fleisch war. Sie ließ ihren Unmut an ihrem Freund aus und schimpfte die ganze Zeit. Er hingegen wollte sofort zum Fliegenfischen, aber eine neue Unterkunft musste her. Unsere Gastgeber waren wieder sehr bemüht, etwas Neues zu finden. Nach ca 1,5 Stunden wurden die Österreicher mit einem Boot zu einem anderen Resort gefahren und wir hatten wieder Ruhe auf der Insel. Die beiden deutschen Mädels waren sehr zufrieden mit dem Dorm.
Spaziergang durch den Dschungel zur blauen Lagune
Am Nachmittag machten wir einen Spaziergang zur blauen Lagune. Mark (aus Köln) zeigte uns den Weg auf den Berg, der sehr steil war. Von oben ging es kreuz und quer über die Insel durch den Dschungel, vorbei an abgebrannten Feldern und leuchtend grünen Bäumen. Außerdem gab es Kokosnuss-Palmen, die regelmäßig Früchte abwerfen. Unsere Wertsachen hatten wir in unserer Hütte gelassen, so dass wir auch keine Fotos machen konnten. Die blaue Lagune, an der auch der gleichnamige Film mit Brooke Shields gedreht wurde, ist mittlerweile ein riesiges Resort , das normalerweise von Kreuzfahrern frequentiert wird, aber nun verlassen war. Der Boden im Wasser war erst nur sandig, gefolgt von Seepflanzen. Hier sahen wir mehr und mehr Fische. Wir trauten uns auch weiter rauszuschmimmen. Ein Kanu mit einem Mann mit einem lustigen Hut näherte sich uns. Mark wollte schauen, ob wir den Weg gefunden hatten. An Land sahen wir dann auch Paige und die beiden Amerikaner, also waren wir wieder fast alle zusammen. Mark hatte seinen Hut auf der Insel aus Palmblättern anfertigen lassen, da er keine Kopfbedeckung hatte. Dieser war individuell auf ihn angepasst. Wir bewältigten den Rückweg aber alleine in nassen Bade-Klamotten. Es war so warm, dass es sehr angenehm war. Da der Weg abschüssig war, rutschte ich und landete auf meinem Hintern. Zum Glück ist nicht mehr passiert.
Fidschi Gemüse Burger
Das Abendessen war großartig. Es gab Fisch mit Kartoffeln und Fidschi Spinat. Das ist eine besondere Art von Spinat, dessen Blätter zu Gemüse-Burgern geformt waren. Der Abend klang mit netten Gesprächen aus. Leider konnten wir den Rosenmontag nicht angemessen feiern, da die Getränke schon seit dem Vortag aus waren. Trotzdem saßen wir bis 22 Uhr zusammen. Auf Fidschi geht man früher ins Bett, weil es wenig Licht und nur Strom aus Solarenergie gibt. Dafür beginnen die Tage recht früh.
Es war Sonntagmorgen und der letzte Morgen in unserem Homestay bei Ma auf einer kleinen Fidschi-Insel. Heute soll es per Seabus auf eine andere kleine Insel gehen, wo wir andere nette Touristen kennenlernen (aus Köln!) und eine kleine Hütte direkt am Strand beziehen.
Da unser letzter Tag bei Ma ein Sonntag war, hörten wir um 5 Uhr schon wunderschöne Choräle aus der kleinen Dorfkirche. Ich weckte Oliver, denn das sollte er sich nicht entgehen lassen. Um 7 Uhr stand wieder pünktlich unser Frühstück auf dem Tisch. Alle um uns herum hatten ihre beste Kleidung angezogen, weil es heute um 10 Uhr zum Gottesdienst geht. Deshalb hatte auch keiner mehr Zeit für uns. Um 9 Uhr saßen im Pavillon von Ma und warteten darauf, dass uns jemand samt Gepäck zum Seabus brachte. Mas Lebensgefährte brachte uns schließlich mitsamt unserem Gepäck zum den Seabus (Shuttle – Boot). Solomon kam zum Abschied vorbei und freute sich, dass wir ihm das Uno-Kartenspiel überließen.
Fahrt mit dem Seabus
Auf dem kleinen Boot, das etwas mitgenommen aussah, konnten wir gemütlich auf einer Bank zur nächsten Insel fahren. Es gab sogar ein Oberdeck, doch die Sonne stand genau über uns. In unserer Nähe saßen deutsche Teenager, die versuchten, mit ihren Stimmen, den Motor zu übertönen, was etwas nervig war. Inhaltlich beschränkte sich die Kommunikation darauf, wo sie schon überall waren und welchen Luxus sie bisher genießen konnten.
Gold Coast Inn Reatreat – eine überbuchte Oase der Entspannung!
Insel-Paradies
Der Empfang auf der neuen Insel im Gold Coast Inn Retreat war sehr herzlich und wir bekamen direkt unser Mittagessen. Unsere Hütte war gegenüber unserem letzten Homestay recht gut ausgestattet. Ein großes Bett, ein kleiner Tisch mit zwei Stühlen und eine Kommode. Außerdem hatten wir ein Bad mit fließendem Wasser und Toilette, auch wenn der Wasserdruck sehr gering war.
Hütte auf Fidschi
unsere bescheidene Hütte
Zurück auf der Terrasse, sahen wir die Neuankömmlinge, die mit dem Yasawa-Flyer, einer anderen Fährgesellschaft, gekommen waren. Leider gab es irgendwelche Doppelbuchungen und die Gäste sollten im Dorm (Schlafsaal mit 6 Betten) unterkommen. Die beiden Paare hatten jedoch ein Privatzimmer gebucht. Die Stimmung der anderen Gäste war nicht besonders gut, doch bemühte man sich um eine Lösung. Das australische Paar wurde mit dem kleinen Boot zu einer anderen Insel gebracht. Wir durften kostenfrei mitfahren und konnten so Eis und Getränke im Supermarkt kaufen. Bei uns gab es nur Wasser (Regenwasser). Der Nachmittag plätscherte (wörtlich) dahin. Oliver schnorchelte und ich versuchte die schlechte Internetverbindung für den Blog einzufangen. In der letzten Unterkunft war bloggen mangels Elektrizität ja noch schlechter.
Neue Inselbekanntschaften
Olli, der Computer-Experte
Während des Abendessen lernten wir zwei sehr sympathische Kölner (Mark und Hilde), ebenfalls sympathische Amerikaner aus Seattle (David und Marie-Ann) sowie Paige aus Kanada/Neuseeland kennen. Man kam schnell ins Gespräch und es wurde ein sehr gemütlicher Abend. Als es anfing zu regnen, rannten wir in unsere Hütte, die wir offen gelassen hatten. Auf kleinen Inseln ist man unter sich. Doch der Riegel war vorgeschoben und das Schloss war ohne Schlüssel. Wir zweifelten schon an uns selber. Oder war dies ein Geist? Ich lief zurück zu unseren Gastgebern und war froh, dass sie noch wach waren. Es stellte sich heraus, daß Illi die Tür verschlossen hatte, da vor zwei Wochen wohl Touristen an der Blauen Lagune ausgeraubt worden sind. Puh! Da haben wir ja noch einmal Glück gehabt. Mit einer aufgeladenen Solarleuchte stapfte ich zu Olli.
Am Samstag war Waschtag auf der kleinen Fidschi-Insel. Das Leben ging seinen Gang und wir genossen das Leben in der Gemeinschaft. Der Strand war wundervoll und lud zum Relaxen ein.
Morgens gingen wir direkt nach dem Frühstück an den Strand, es sollte ein Tag ohne Programm werden. Mit unseren Schnorcheln stürzten wir uns in das erfrischende Nass. Obwohl wir ein ganzes Stück rausschwommen, wurde es nicht tiefer und wir stießen ständig mit den Knien gegen Steine.
Zum Trocknen legten wir uns bei Ma (unsere Gastgeberin) auf den Pavillon, wo schon viele aus der Dorfgemeinschaft saßen und gemeinsam Tee tranken.
Vor dem Mittagessen, das heute aus leckerer Brotfrucht, Ananas und Spiegeleiern bestand, gesellte sich Ma zu uns. Wir brachten ihr das Uno-Spiel bei, so dass sie dies mit ihren Kindern spielen kann. Schon vorher haben wir beschlossen, das Kartenspiel der Dorfgemeinschaft zu überlassen. Wir können uns ja in Singapur neue Karten kaufen.
Fidschi-Time
Nachmittags war Oliver so müde, dass er in einen Tiefschlaf verfiel. Ich las in der Hängematte und diskutierte mit dem Hahn, der meinte, wieder mal krähen zu müssen.
Heute besuchen wir auf unserer Insel auf Fidschi eine kleine Schule und dürfen sogar eine Unterrichtsstunde geben, weil auch hier Lehrermangel herrscht. Abends werden wir zu einer Abschiedszeremonie eingeladen, weil ein Sohn aus der Dorfgemeinschaft für sieben Monate nach Neuseeland gehen wird.
Ein chilliger Morgen
Olli puzzlet
Die Nacht über konnte ich kaum schlafen, weil es viel zu heiß war. Mit meinem ebook-Reader setzte ich mich nach draußen und genoss die Ruhe. Lediglich die bekloppten Hähne krähten, denn die haben kein Zeitgefühl mehr und konkurrieren ständig mit ihrem Geschrei. Um 7 Uhr stand das Frühstück auf dem Tisch. Diesmal gab es in Fett getunkte Brötchen und Kringel – ähnlich wie bei uns die Krapfen, dazu Marmelade. Die Kinder waren schon in der Schule, so dass ich etwas Schlaf nachholen konnte und Oliver schwimmen und schnorcheln ging. Nach einer Pause in der Hängematte baute er eine neue legoähnliche Figur zusammen. Den Bagger hatten die Kinder schon auseinander genommen. Wir sind gespannt, wie lange der Drache hält.
Besuch in der Dorfschule
Bepackt mit einem Lunchpaket und auch einer Dose Mittagessen für Solomon (unser Uno-Spiel-Partner) fuhren wir mit dem Motorboot etwa 10 Minuten bis zur Dorfschule. Zu Fuß kann man diese nicht erreichen, weil der Weg sehr felsig ist. Die Kinder saßen mit ihren Lehrerinnen auf dem Boden und verspeisten die von zu Hause mitgebrachten Leckereien. Solomon war froh, als wir endlich eintrafen. Für uns wurde eine Plane ausgebreitet und die Kinder rückten näher. Heute gab es kalte Würstchen, Pommes und Ananas. Die Kinder waren sehr happy, dass wir unser Essen nicht auf bekamen und stürzten sich auf unsere Pommes.
Schulbücherei
Schulbibliothek
Nach und nach wurde es leerer um uns herum. Ebenfalls in der Dorfschule war unsere französische Nachbarin aus dem Nebenhaus. Nach einem kurzen Plausch waren wir neugierig, wie es in den Klassenzimmern aussah. Bei den Kleinen schien keine Lehrerin zu sein, lediglich ein paar ältere Schülerinnen beaufsichtigten die Klasse und halfen den lernenden Kindern. Auch die nächste Klasse war ohne Aufsicht. Erst in der dritten Klasse trafen wir eine sehr sympatische Lehrerin, die uns erklärte, dass sie an diesem Tag drei Klassen beaufsichtigen muss. Eine Lehrerin wäre wegen familiärer Angelegenheiten auf eine andere Insel gereist, eine andere Lehrerin wäre erkrankt. Wir erfuhren von ihr, dass auch auf Fidschi zu wenig Lehrer seien. Auf einer anderen kleinen Insel gab es sogar eine kleine Förderschule, die jedoch Kinder mit jeglichem Förderbedarf aufnahm. Außerdem erzählte sie, dass die Schule zwar Computer hätte, diese aber wegen fehlender Gelder bzw. fehlender Mittel zur Nutzung vorhandener Solarplatten nicht nutzen könne.
“Unterricht” in einer Fidschi-Klasse
Oliver und ich betraten die Klasse mit den ältesten Schülern, die wohl etwa zehn bis zwölf Jahre alt waren. Sie waren sehr aufgeregt und zeigten sich interessiert. An der Tafel stand ein Gedicht namenes “Homesick” mit Fragen zum Text. Die Schüler wollten diese alle beantworten und riefen wild durcheinander in die Klasse. Nachdem ich für Ruhe gesorgt hatte, erörterten wir den Begriff “Homesick” (Heimweh). Wie kann ein Kind, das dieses Paradies nie verlassen hat, etwas über Heimweh kennen?
Ersatzlehrer in Fidschi
Wir sind die neuen Lehrer auf Fidschi
Dann wechselten wir zu ein paar deutschen Ausdrücken, die Oliver und ich im Rollenspiel vortrugen. Durch die Bank weg wiederholten die Kinder auf Deutsch abwechseld “Wie heißt du?” und anschließend die Antwort “Ich heiße …”. Das hat echt Spaß gemacht.
Bootsfahrt mit Schulkindern
Anschließend verabschiedeten wir uns und schnorchelten bis etwa 15 Uhr an diesem Strand. Mit den Schulkindern sprangen wir auf das Ruderboot und fuhren zurück, wo uns Ma schon erwartete. Sie erzählte uns, dass abends ein Fest gegeben werde, weil einer aus der Gemeinschaft am nächsten Tag für sieben Monate die Insel verlassen würde. Sie war in der Küche fleißig, da jeder etwas zu dem Fest mitbringen sollte. Wir waren herzlich eingeladen. Mein Rock war lang genug, Oliver hingegen musste sich eins meiner Tücher um die Hüfte knoten.
Tafelbild
Schulboot in Fidschi
Abschiedszeremonie eines Dorfmitglieds und „Was ist Kava?“
Um 17 Uhr gingen wir in den Gemeinschaftsraum und sollten uns auf Kissen setzen. Vorher übergaben wir dem Häuptling sein Geschenk, die gemahlene Kava-Wurzel. An diesem Tag war auch das Fasten beendet und alle freuten sich auf Speis‘ und Trank.
Essen mit der Dorfgemeinschaft
Bevor es jedoch losgehen konnte, sprach der Häuptling mit geschlossenen Augen ein paar Worte. Daraufhin sprach auch derjenige, der nach Neuseeland gehen würde ein paar Worte und Tränen flossen. Die Damen fächelten derweil die Fliegen von den Speisen, die mit einer Tischdecke zugedeckt waren. Man bot uns Kava an. Die kleine Schüssel wurde einer Person gereicht, daraufhin klatschte die Gemeinschaft dreimal gleichzeitig in die Hände. Das Getränk musste auf einmal ohne Absetzen getrunken werden. Es schmeckte nach modriger Erde und sollte beruhigende Wirkung haben. Wie soll man in dieser entspannten Umgebung noch mehr entspannen? Oliver durfte als erstes kosten, danach der Häuptling. Auch ich durfte mir dann etwas nehmen. Die Speisen waren etwas aus Muscheln, Kartoffelsalat, etwas mit Hühnchen, Ananas, Brotfrucht und Kuchen. Alle außer uns aßen mit den Fingern, wir bekamen große Löffel. Nach und nach verlagerte sich die Gesellschaft nach draußen. Wir bestaunten das Treiben. Um 18 Uhr ertönte wieder das Trommeln zum Gebet. Einer der Bewohner drehte sich zu uns um und begann zu beten, das Gebet wiederholte er auf Englisch. Erstaunlicherweise ging es in diesem Gebet ausschließlich um uns. Man wünschte uns Glück und Gesundheit auf unserer weiteren Reise. Anschließend setzten wir uns zur Dorfgemeinschaft nach draußen. Wir gehörten direkt zur Gemeinschaft!
Oliver mit Rock
Als die Sonne unterging verabschiedeten wir uns und genossen wieder die Aussicht am Strand.
Morgens um 7 Uhr – also um 18 Uhr in Deutschland – stand das Frühstück bei uns auf der Veranda in Form von Buttertoast und frischer Papaya. Oliver hat schlecht geschlafen und im Wohnzimmer Gecko wie nachts Katzen und Eidechsen durch unser Haus streifen. Ich habe bis zum Aufstehen durchgeschlafen.
Ein chilliger Vormittag auf Fidschi mit einem neuen Uno-Partner
Uno mit Salomon
Ma, unsere Gastgeberin, meinte es zu gut mit uns, denn der Stapel mit Buttertoasts war riesig. Dann müssen eben unsere Nachbarn die Toast verspeisen. Der Morgen fing ruhig an und ich arbeitete ein wenig am Blog. Die Kinder waren schon alle in der Schule. Lediglich ein Junge – 7 Jahre alt – huschte an uns vorbei und holte das Paket Toast, das wir von der Hauptinsel mitgebracht hatten. Auf meine Frage, warum er nicht in der Schule sei, zeigte er ganz schüchtern auf seine Warze an der Hand. Deshalb muss er zu Hause bleiben? Wir spielten Bauernskat, das Oliver mit beigebracht hatte. Als das Uno auf dem Tisch lag, gesellte sich der Junge zu uns und taute auf. Bis zum Mittagessen zockten wir. Dann gab es hausgemachte Burger mit Ananas und Gurke.
Für unseren ersten Strandtag brauchten wir Badetücher, die wir nicht aus Deutschland mitgeschleppt hatten. Wir bekamen welche mit Delfinen und kleinen Hunden – wunderschön (lach). Als erstes marschierten wir zu dem größeren Ressort bei uns in der Nähe. Es wirkte wie ausgestorben. Lediglich die beiden Deutschen, die bei uns in der Nähe wohnen, trafen wir unterwegs. An dem kleinen Felsen breiteten wir unsere Badetücher aus und schnorchelten das erste mal gemeinsam auf der Insel. Dabei entdeckten wir lediglich ein paar kleine Fische und Meerespflanzen. Es war Ebbe, weshalb wir nicht so weit rausschwimmen durften. Wegen der starken Sonne rief uns Ma zu sich in ihren Strandpavillion. Dort lagen einige Inselbewohner und ruhten sich im Schatten aus. Wir schliefen dort sofort ein.
Duschen ohne Dusche
Wegen des vielen Sandes wollte ich gerne duschen, doch wegen der Trockenzeit funktioniert unsere Dusche nicht. Wir haben lediglich die Möglichkeit, aus dem Wassertank mit Quellwasser etwas Wasser abzuzapfen und dieses mit in den Duschraum zu nehmen. Eine Herausforderung! Mit einem kleineren Eimer schöpfte ich Wasser ab und goss mir dieses über den Kopf, seifte mich mit meinem Shampoo-Stück ein und versuchte, die Haare mit Wasser aus Eimern wieder shampoofrei zu bekommen. Das klappte ganz gut. Für mich heißt das aber, dass ich an diesem Tag nicht mehr ins Meerwasser gehen würde, da wir am nächsten Tag in die Grundschule gehen wollten.
Toilettenhaus
In unserer Umgebung roch es den ganzen Tag nach Feuer, da überall etwas verbrannt wurde. Aus der Küche in unserem Haus riecht es immer angenehm, da Ma den ganzen Tag für uns kocht. Abends gab es fangfrischen Fisch mit Reis und einer leckeren Currysauce. Natürlich wurden Gurken und Ananas-Scheiben dazu gereicht. Um 18 Uhr ertönten mehrere Trommelschläge. Ma hatte uns vorher erklärt, dass hier die meisten Christen sind und bei Trommelschlägen, die mehrmals täglich ertönen in ein kleines Gebet verfallen. Nach dem Essen ließ sich Oliver nochmal in das kühle Nass fallen. Ich nutze die Zeit für Lektüre am Strand. Den Abend ließen wir mit einem Spaziergang am Strand ausklingen. Heute geht es früh ins Bett, weil wir ja morgen die Dorfschule besuchen werden.
Heute landen wir mit dem Flugzeug auf Fidschi in der Südsee. Erstmalig auf unserer Reise werden wir bei Einheimischen in einem kleinen Dorf wohnen und auf Luxus wie einer Dusche und einer Toilette mit Wasser verzichten, dafür aber warme Temperaturen und das Meer vor der Nase genießen.
Flug mit Fiji-Airlines – ein Nachtflug, der uns drei Stunden klaut
Besonders erholsam war der Flug nicht. Zum ersten, weil so viele Ansagen gemacht wurden, zum zweiten, weil es zwei Mal Essen gab. Das Abendessen wurde gegen 22.30 Uhr serviert, Frühstück gab es um 5 Uhr früh (Tokio Zeit). Die Uhr wurde zwischenzeitlich wieder umgestellt, dass es “humane” 8 Uhr waren, uns aber die drei Stunden fehlten.
Ankunft auf Fidschi – das Paradies der Südsee?
Die Landung war sanft und der Ausstieg ging zügig vonstatten. Draußen kam uns drückende Wärme entgegen. Noch vor dem Zoll reihten wir uns zum Gesundheitscheck ein. Durch die Corona-Erkrankungen in China mussten wir schriftlich angeben, ob und welche Krankheitssymptome wir hätten. Ein Empfangs-Komitee aus drei Sängern mit Gitarren stimmte uns mit Südsee-Klängen ein.
Die Eingangs-Halle hatte zwei Duty-Free-Läden, doch wir hatten noch eine Fahrt zu einem Supermarkt vor uns, weil es auf den Inseln nicht alles gibt. Nachdem Oliver Geld geholt hatte (Geldutomaten gibt es auf den Inseln auch nicht), fanden wir einen netten Taxi-Fahrer.
Taxifahrt zum Hafen – Woher bekommen wir eine Kava-Wurzel?
Kava Wurzel wird gemahlen
Wir beschrieben den Weg zum Hafen und erklärten, dass wir einen Umweg über den Markt machen müssten, um eine Kava-Wurzel für den Häuptling der Insel zu kaufen. Es ist wohl verpflichtend, dem Häuptling des Dorfes ein Gastgeschenk mitzubringen, das in der Regel aus einer Kava-Wurzel besteht. Der Taxi-Fahrer kannte aber jemanden persönlich, bei dem wir die Wurzel erwerben konnten, denn zu Fuß vom Markt zum Hafen wäre es für uns zu weit gewesen. Erst fuhren wir zum Supermarkt. Unsere erste Gastgeberin bat uns, Toastbrot mitzubringen. Zusätzlich deckten wir uns mit Instant-Nudelgerichten und ein paar Getränken ein. Gerade in unserer letzten Unterkunft auf der Insel sind die Speisen recht teuer, so dass es besser ist, sich mal teilweise selbst zu versorgen.
Über kleine Pfade erreichten wir dann den Ort, an dem wir die Kava-Wurzel erwerben wollten. Ein Mann saß vor einer pedalbetriebenen Mühle, mit der er die Wurzeln zermahlte. Von seiner Frau erwarben wir ein Päckchen Kava-Pulver, das zu Getränken verarbeitet werden kann, die beruhigende Wirkung haben.
Mit dem Motorboot zu unserer ersten Insel
Auf asphaltierten Wegen ging es weiter zum Fischereihafen, wo wir Rogo und Semi treffen sollten. Zum Glück saßen wir nur zu fünft in dem Motorboot, doch die Fahrt sollte etwa eine Stunde dauern. Die Sonne knallte auf uns und wir waren noch gar nicht richtig auf die Südsee vorbereitet, denn an das Eincremen hatte keiner von uns gedacht. Deshalb schützte ich mich mit meinem Tuch, das ich schon die ganze Reise über als Schal benutzt hatte. Oliver gab ich ein Beanie und eine Sonnenbrille von mir. Der Rest war im Koffer. Wegen des anstrengenden Flugs schliefen wir zwischendurch auf dem Boot ein. Um uns herum sprangen Schwärme von fliegenden Fischen und die ersten kleinen Inseln wurden sichtbar. Es war strahlend blauer Himmel. An einem größeren Ressort ließen wir Jonny, den Tauchlehrer, hinaus. Mit Wasserschuhen sprang er in das seichte Wasser und stiefelte zu Fuß auf die Insel. Das kann ja heiter werden! Ein paar Meter weiter erreichten wir unsere Hütte. Oliver ging als erstes von “Board” und machte schon sehr komische Verrenkungen. Die Hose war fast komplett nass. Ich stellte mich noch ungeschickter an und landete direkt auf dem Popo im Wasser. Zum Glück hatte ich mein Handy in meinen Rucksack gepackt, so dass nur ich nass war.
Ankunft im Paradies – die erste Insel im Homestay
Ma, die Cousine unserer Gastgeberin, empfing uns herzlich mit “Bula”, dem Willkommensgruß auf Fidschi. Wir haben ein Zimmer in einer Hütte mit drei Zimmern mit lediglich einem großen Bett mit Moskitonetz. Strom gibt es nur nachts, der ausschließlich für das Licht genutzt wird. Die umliegenden Hütten werden mit Solarenergie versorgt, so dass wir unsere technischen Geräte nur tagsüber in Häusern laden mit Solaranlagen laden können – wenn überhaupt. Internet gibt es nur sporadisch, aber das wussten wir alles auch vorher. Für die Toilette müssen wir einen Eimer mit Wasser aus dem Wassertank füllen. Genauso funktioniert auch die Dusche, die man gar nicht als solche bezeichnen kann. Man kippt sich einfach mit einem kleineren Eimer Wasser über den Körper. Das Wasser entspringt aus einer Quelle dieser Insel und ist für die Einheimischen genießbar. Wir sollen jedoch besser auf Wasser in Flaschen zurückgreifen.
Toilettenhaus, Wohnzimmer, Wassertank mit Wasser aus der Quelle, „Supermarkt“
Was für ein krasser Unterschied zu dem, was wir bisher auf unserer Reise erlebt hatten! Ma servierte uns ein Mittagessen bestehend aus Pommes, Spiegeleiern und Ananas.
Erster Wasserkontakt auf Fidschi
Mit unseren Schnorcheln gingen wir direkt zum Strand. Hier im Dorf sollte man weder Hut noch Sonnenbrille tragen und sich mit einem langen Rock (Saroong), der die Knie bedeckt, bekleiden. Mein Rock reicht so eben bis zu den Knien war aber am ersten Abend durch mein ungeschicktes Aussteigen aus dem Boot schon nass. Aber genau für solche Dinge hatte ich das blaue Tuch dabei, das auch als Schal fungiert. Das Wasser war sehr wellig, doch wir stürzten uns ins kühle Nass. Meinen Schnorchel brachte ich schnell zurück, denn ich musste ja erstmal mit den Wellen und den örtlichen Gegebenheiten vertraut werden. Oliver machte danach einen Spaziergang und entdeckte das Nachbarresort und einen tollen Felsen.
Homestay Wayasewa Island
Zum Abendessen bekamen wir Ananas und Brotfrucht, welche direkt an unserem Haus wächst. Die Brotfrucht wurde vor unseren Augen vom Baum geholt und schmeckte wie Kartoffeln, wurde jedoch kalt serviert (nur geschält und in Spalten geschnitten). Dazu servierte uns Ma ein köstliches heißes Gericht mit Rindfleisch, dünnen Nudeln, Paprika und diversen anderen Früchten, die hier wachsen.
Recht früh gingen wir ins Bett, denn wir waren noch erschöpft vom Flug. Mit einem Moskitonetz über uns schliefen wir schnell ein.
Weil der Reinigungsdienst um 10.20 Uhr auf der Matte stehen sollte, mussten wir schon um 10 Uhr das Haus verlassen. Nach knapp einer Woche war das komisch, denn wir haben uns in Tokio doch schnell eingelebt. Wir freuen uns aber auf Betten, auf die man nicht über eine steile Leiter klettern muss. Dem Reinigungs-Service übergaben wir den Schlüssel und gingen zu Fuß zum Bahnhof Ueno, wo wir unser Gepäck einschlossen. Meine Winterjacke gaben wir in einem Bekleidungsgeschäft ab, das eine Recyclingbox für gebrauchte Kleidung hat. Letztendlich wäre es sich besser gewesen, die Jacke einer Obdachlosen auf den Straßen Tokios zu geben, denn ähnlich wie in Seoul leben hier viele Menschen in großen Pappkartons. In einer Art Apotheke erstanden wir noch Mückenabwehr-Spray, da wir uns ja für Fidschi rüsten wollten.
Wie schon am ersten Tag in Tokio suchten wir danach den Ueno-Park auf, wo wir ein Picknick machten. Hier sprossen schon die ersten Kirschblüten und viele Menschen genossen den schönen Anblick. Wieder setzten wir uns an die Tische mit Ausblick auf den See. Einige Einheimische kamen extra hierhin, um Vögel zu füttern, obwohl dieses dort verboten ist (zwei riesige Schilder). Die Vögel sind so zahm, dass sie einem aus der Hand fressen. Es fand ein richtiger Kampf um die Brotkrumen statt. Für Fotos posierten einige Damen mit Spatzen aus der Hand. Ich musste doch sehr lachen, als eine riesige Möwe kam und das ganze Stück Brot stibitzte. Der Gesichtsausdruck war Gold wert.
Ueno-Park in Tokio
Picknick im Ueno-Park
Unser Spaziergang durch den Park führte an einem weiteren See vorbei, in dem Tretboote in Schwanform festgemacht waren. Die halbstündige Fahrt war echt nett, so dass wir danach noch anderen zuschauten. In dem See entdeckten wir Fische und auch Schildkröten. Die meisten Reiherenten tauchten lange Zeit unter und boten einen lustigen Anblick.
Fahrt zum Flughafen
Die Asakusa-Linie ist die schnellste uns günstigste Möglichkeit zum Flughafen zu kommen. Die Fahrt dauert etwa eine Stunde und wird von vielen Einheimischen genutzt.
Vor dem Check in Bereich findet man schon viele Souvenier-Läden. Der Bereich dahinter ist recht weitläufig und unser Gate war eins der letzten (Gate 91). Davor fand sich ein kleines Restaurant, in dem Oliver noch ein letztes Mal Takoyaki aß. Mich reizte eine Suppe mit verschiedenen Bestandteilen, die man im Supermarkt frei zusammenstellen konnte. Da diese bisher immer in offenen Behältern mit warmen Wasser angeboten wurden, was ich hygienisch etwas fragwürdig fand (in Thailand, Kambodscha und Malaysia ist das etwas anderes, lach!), konnte ich sie bisher noch nicht testen. Es war auch nicht besonders lecker: verschiedene Sorten Fischkuchen mit einem gekochten Ei. Gut war aber der Senf dazu, der die Suppe verfeinerte.
Flug mit Fiji Airlines: ein Flirt mit der Stewardess und viel Fiji-Bier
Flug nach Fidschi
Im Flugzeug hatten wir einen Zweier-Sitz, leider etwas eng. Die Stewardess kam direkt zu Oliver und bot ihm für später einen anderen Sitz an. Da er sich nicht direkt dafür entschied, war dieser kurze Zeit später besetzt. Ansagen gab es in drei Sprachen, so dass wir ständig beschallt wurden. Das Abendessen war entweder vegetarisch (Nudeln mit Tomatensauce) oder mit Hühnchen. Die Stewardess, die wohl ein Auge auf Olli geworfen hatte (lach), brachte uns ungefragt ein Bier nach dem anderen, da wir das Fiji-Bier noch nicht kannten. Wir waren auch die einzigen, die Knabberzeug mit Käse bekamen. Eine Nacht im Flugzeug auf engen Sitzen. Wir waren gespannt, ob wir überhaupt ein Auge zudrücken würden.
An unserem vorletzten Tag in Tokio in Japan schicken wir unsere Wintersachen per Post nach Deutschland und besuchen den Stadtteil Oeno. In einem Fachgeschäft kaufen wir Schnorchel für unsere nächsten Reiseziele. Abends essen wir die für uns besten Ramen-Nudeln in Tokio.
Versand der Wintersachen zurück nach Deutschland
Ab übermorgen lassen wir die kalten Temperaturen erstmal hinter uns, weil wir dann Fidschi erreichen werden. Da werden weder Stiefel für sibirische Temperaturen noch Schals und lange Unterhosen benötigt. Über eine Bloggerin habe ich erfahren, dass es recht einfach ist, die Sachen zurück nach Deutschland zu schicken. Es gibt drei verschiedene Wege: per Luftpost, per SAL – Economy Luftpost und per Schiff/Surface. Der günstigste Weg ist natürlich per Schiff/Surface und dauert zwei bis drei Monate. In der Postfiliale an unserer Metro-Haltestelle konnten wir einen Karton erwerben und den Inhalt wiegen. Ab 500 Gramm steigt der Preis kiloweise an. Letztendlich haben wir für das Paket und die Versandkosten etwa 36 Euro bezahlt. Da es sich um gebrauchte Kleidungsstücke handelt, ist der Wert des Inhalts auch so gering, dass keine Zölle anfallen. Ich bin gespannt, wann das Paket bei meiner Tante ankommen wird.
Paketversand von Tokio
Ausfüllen des Dokuments für das Paket
Auf der Suche nach einem Schnorchel
Schnorchel aus Tokio
Bisher hatten wir keinen Erfolg bei der Suche nach einem Schnorchel und hofften nun im Stadtteil Ueno fündig zu werden. Hier gibt es den so genannten „Schwarzmarkt“ in der Nähe des Bahnhofs Okachimachi. Mehrere Straßen haben Geschäfte, deren Stände bis nach draußen reichen. Insbesondere Sportkleidung kann man hier gut kaufen – allerdings keine Schnorchel. In einem Geschäft für Schwimmbedarf verwies man uns auf eine weitere Filiale in der Nähe, wo es zwar Schnorchel, jedoch ohne passende Brille gab. Eine netter Verkäufer telefonierte für uns mit seinen Kollegen, war aber genauso erfolglos wie seine Kollegen vorher. Erst eine Verkäuferin eines weiteren Geschäfts kam auf die Idee, uns direkt in ein Geschäft für Taucherbedarf zu schicken: Aquos Watersports im Stadtteil Kando. Mit der Metro kamen wir schnell dorthin und erstanden zwei Schnorchel eines japanischen Herstellers. Auf dem Markt erstand Oliver noch eine Sonnenbrille. Jetzt sind wir für Fidschi gerüstet.
Neben dem Geschäft für Taucherbedarf entdeckten wir eine japanische Brauerei: Yona Yona Beer Works. Das konnten wir uns nicht entgehen lassen. Doch bereits nach dem ersten Getränk waren wir so müde, dass wir uns auf den Heimweg machten.
Brauerei in Tokio
Letzter Abend in Tokio
Was isst man am letzten Abend in Tokio? Natürlich die besten Tan-Tan-Nudeln. Bereits an unserem zweiten Abend hatten wir dieses kleine Restaurant entdeckt. Hier gibt es eine spezielle Würze, die dafür sorgt, dass es auf der Zunge kribbelt. Der Koch erkannte uns sofort wieder. Er riet uns ab, die schärfste Würzart zu nehmen, da sich diese doch sehr von der Medium-Würzart unterschiedet. Es schmeckte genau wie beim ersten mal unglaublich lecker. Mehr Infos zu unseren Speisen findet ihr unter Japan: Tokio-Food (folgt in Kürze).
Heute stand die Suche nach einem Schnorchel und Sonnencreme für die weitere Reise auf dem Programm. Wir besuchen das Rotlichtviertel Kabukicho in Tokio und genießen Cocktails in einer Rooftop-Bar. Abends essen wir köstliche Streetfood-Spießchen in einer Izakaya.
Wir hatten jetzt schon das Monster Café und ein Maid Café besucht, nun wollten wir auch das Roboter-Restaurant zumindest von außen betrachten. Die Preise hierfür sind nämlich ganz schön happig.
Roboter-Restaurant
Roboter-Restaurant
Video-Spielhalle Tokio
Das Rotlicht-Viertel von Tokio Kabukicho ist wie die meisten großen Stadtteile von Tokio mit viel Leuchtreklame verziert. Überdimensional erstrahlte die Werbung für das Roboter-Restaurant in allen Ecken. Endlich angekommen, konnte man nicht viel erkennen. Die Preise seht ihr auf dem Bild. Das sind umgerechnet 72 € Eintritt ohne Speisen und Getränke. Wir machen ja viel, aber nicht jeden Quatsch mit. Die Schlange der zahlenden Touristen war jedoch lang.
Stattdessen fanden wir ein Restaurant, das Burger mit Wagyu-Beef anbot. Sie waren okay, aber nicht umwerfend. In einem Computer-Video-Spielhalle starten wir wieder ein Rennen zwischen Mario und Prinzessin. Hier steht auch ein riesiger Pong-Spieletisch, wo ich erstaunliches Können an den Tag legte.
Für unsere weitere Reise hätten Oliver und ich gerne Schnorchel, da wir sowohl auf Fidschi als auch in Vietnam, Thailand, Kambodscha und Malaysia glasklares Meer erwarten. Doch wo kauft man so etwas in Tokio? Vielleicht in einem von den riesigen Malls? Leider Fehlanzeige. Wir werden weiter suchen müssen. Stattdessen fanden wir Sonnenbrillen von Bose, die wir toll finden, aber noch zu teuer sind. Außerdem fanden wir japanische Sonnencreme, die zumindest auf Amazon als besonders „fettarm“ gepriesen wird. Wir werden sie auf Fidschi testen. Wie überall in Tokio gab es auch in diesen Malls Automaten mit kleinen Spielen. Hier konnte man ein Geschicklichkeitsspiel ziehen (s. Bild mit Oliver unten).
Durch die Erfahrung vom Vortag wussten wir, dass das „Nachtleben“ hier in Tokio früher endet, weshalb wir uns früher auf die Suche nach einer Lokalität machten. Per Zufall entdeckten wir eine Rooftop Bar und fuhren in den achten Stock. Uns wurde in sehr gebrochenem Englisch erklärt, dass noch Happy Hour ist und wir bis 2 Uhr nachts bleiben können. „All you can drink“ kostete für den Herrn 2200 Yen (18,50 €), für die Dame 550 Yen (4,60€). Für den Preis bekommt man in anderen Kneipen gerade mal zwei Getränke pro Person.
Rooftop Bar Tokio
Die Rooftop Bar Public Stand im Viertel Kabukicho verfügt ausschließlich über Stehplätze mit kleinen Bänken zum Anlehnen. Da wir recht früh dort waren, hatten wir einen Tisch mit einer Möglichkeit zum Anlehnen. Die Bänke an den Fenstern waren VIP-Plätze für die man extra hätte zahlen müssen. Da wir neben zwei Japanern die einzigen Gäste waren, kamen wir mit den beiden ins Gespräch. Sie waren ganz begeistert davon, dass wir die japanischen Spezialitäten gerne essen und so hatten wir zwei neue Bekannte für den Abend, die sich später dann aber lieber mit sich selber unterhielten.
Interessant war zu beobachten, dass des Öfteren einzelne Personen in die Bar kamen. Hier kam man sehr schnell ins Gespräch. Die Kellnerinnen und Kellner gesellten sich mit Kartenspielen zu einzelnen Gästen, so dass diese „auftauen“ konnten und sich kurz danach zu anderen Gästen gesellten. Uns ließ man jedoch etwas außen vor, so dass wir alles beobachten konnten. Getränke wurden in Plastik-Bechern serviert. Neben uns bestanden auch weitere Gäste darauf, diesen dünnen Becher auch für das nächste Getränk zu verwenden: Die Getränke waren sehr suspekt. Man mischt hier alles. Unter der Kategorie „Bier“ gab es das Getränk „Red eye“, was sich interessant anhörte. Serviert wurde ein Tomatensaft mit Bier gemischt. Im Laufe des Abends füllte sich das Lokal, obwohl am nächsten Tag ein Werktag anstand.
Die letzte Station des Abends sollten kleine Izikayas in der Nähe des Bahnhofs sein. Obwohl wir früher als am Vortag dort aufschlugen, teilte man uns in zwei sehr vollen Läden mit, dass sie schon geschlossen hätten. In einer Bude hatten wir Glück und bekamen in der hintersten Ecke noch ein Plätzchen. Die Spießchen schmeckten herrlich, doch hatten sie auch wieder ihren Preis. Für den „Snack“ incl. Getränken zahlten wir knapp 50 €.
Streetfood Tokio
Streetfood Tokio
Die vorletzte Bahn fuhr uns letztlich wieder sicher nach Shin-Okachimachi, dem Stadtteil in Tokio, in dem wir wohnen.