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Willkommen in der Atacama-Wüste in San Pedro. Unsere erste Tour führt uns durch das Valle de la Luna. Am nächsten Tag bestaunen wir den Geysir „El Tatio“.

Anreise nach San Pedro

Nach der sehr beengten Busfahrt von Santiago die Chile nach Calama (s. vorheriger Artikel), die über 21 Stunden gedauert hat, kamen wir an einem Busbahnhof an. Wir wollten erstmal frühstücken, bevor wir weiter nach San Pedro reisen wollten. Per Uber fuhren wir in die Innenstadt, von wo aus direkt mehrere Busse nach San Pedro fahren sollten.

Das Restaurant, in dem wir frühstückten, war ganz gut bewertet. Wir waren die ersten Gäste und wurde lediglich ein Gericht „Brot mit Spiegelei“ und Instantkaffee angeboten. Die folgenden Gäste hatten stattdessen Suppen und ähnliche Köstlichkeiten auf ihren Tischen. Sehr merkwürdig.

Im nächsten Bus hatten wir wesentlich mehr Platz, da wir unten saßen. Der untere Bereich ist durch eine Tür, die zur Treppe nach oben führt, abgetrennt. Durch die Wüste erreichten wir eine kleine Stadt mitten im Nichts. Vom Busbahnhof waren es nur wenige Minuten zu Fuß zu unserer Unterkunft.

müde in Calama
müde in Calama
einfaches Frühstück in Calama
einfaches Frühstück in Calama

Hostel in der Innenstadt

Das Hostel „Vientos – La Yareta“ machte einen positiven Eindruck. Wir hatten ein großes Bett und noch ein weiteres für eine Person, das wir für die Ablage unserer Kleidung nutzen konnten, mit eigenem Bad. Im Innenhof standen Tische, an denen man bis 15 Uhr speisen kann, so dass es immer laut und munter vor unserer Tür zuging. Alles war sauber und bequem.

Frühstück im Hostal
Frühstück im Hostal
erstmal Coca-Tee
erstmal Coca-Tee

Spaziergang und Erkundung der Stadt

Das Städtchen San Pedro in der Wüste lässt sich schnell erkunden. Die Fußgängerstraßen sind von Restaurants und Souvenir-Läden gesäumt. Leider stehen auch hier Personen mit Speisekarten in der Hand, die versuchen, Kunden reinzulocken. Es gibt viele Touranbieter, die alle ähnliche Touren anbieten. Im Zeitalter von Internet-Buchungen hat uns das etwas verwundert.

Ausflug in das Valle de la Luna

Wüstenglück
Wüstenglück

Um 15 Uhr startete unsere Tour in das Valle de la Luna, die wir über GetYourGuide.de gebucht hatten. Von unserer Ausflugsagentour, die bei uns um die Ecke war, fuhren wir in voll besetztem Bus (2 Guides und 13 Teilnehmer) ca. eine Stunde durch die Wüste. Dann erfolgte ein Aufstieg durch Sand und über Steine zum Mirador 1. Wenn ich das vorher gewusst hätte: Der Weg war schmal und führte direkt am Abhang entlang.

Gelegentlich musste man über Steine klettern. Mehrfach nahm ich die Hand von Oliver oder unserem Guide, doch ich verfluchte diese Tour trotzdem. Oben angekommen, hatten wir einen phänomenalen Ausblick, der gar nicht in Worte zu fassen ist. Von dort ging es zum Mirador 2, der laut dem Guide nur noch über einen geraden Weg führen würde. Doch es wurde nicht besser. Meine Beine zitterten vor Panik und es war schwer für mich, gute Laune zu bewahren (was man auf den Fotos zum Glück nicht sieht).

einsam in der Wüste
einsam in der Wüste
Olli in der Atacama-Wüste
Olli in der Atacama-Wüste

Vom zweiten Ausgangspunkt war es zum Glück leichter, wieder zum Bus zu kommen. Der sandige Weg war breiter und einen Sturz in den Abgrund hätte man überleben können.

Atacama-Wüste
Atacama-Wüste

Bei der letzten Station unserer Tour sollten wir den Sonnenuntergang beobachten können. Wir parkten auf der Hauptstraße und erklommen einen letzten Hügel. Mittlerweile kannte mich die Gruppe und ich bekam von überall eine helfende Hand. Was für eine tolle Gruppe! Der Ausblick über die Wüsten-Berg-Landschaft war toll.

Ausblick Wüste
Ausblick Wüste

Erleichtert, dass diese Tour zu Ende war, suchten Oliver und ich noch eine Pizzaria auf. Für die nächste Tour am nächsten Tag mussten wir uns ernährungstechnisch vorbereiten, da es erstmalig über 4000 m gehen sollte. Mit Pasta und leichter Sauce ohne alkoholische Getränke sollte es gehen.

Oben angekommen, erwarteten uns Temperaturen knapp unter 0° Grad Celsius. Zum Glück hatten wir ja schon in Santiago Kleidung für dieses Event gekauft, was auch dringend nötig war.

Ausflug zum Geysir „El Tatio“

Wo wir sind
Wo wir sind
Nebelmann
Nebelmann

Abends wurden wir zu einer WhatsApp-Gruppe hinzugefügt und über die Abfolge der Abholungen vom Hotel informiert. Wieder hatten wir unsere Tour über GetYourGuide.de gebucht. Um 4.35 Uhr (AM) hielt der Bus mit den Guides Alex und Mirko. Insgesamt waren wir 10 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die wir teilweise schon vom Vortag kannten.

Geysir El Tatio
Geysir El Tatio
4409 m über dem Meerespiegel
4409 m über dem Meerespiegel
gut gerüstet für kalte Touren
gut gerüstet für kalte Touren
vor dem Geysir
vor dem Geysir

Das Gebiet umfasst etwa 80 bis 110 dampfende Geysire, von denen etwa 30 aktiv sind. Das Wasser, das aus den Gysiren quillt, hat Temperaturen bis zu 83° Grad Celsius. Über mit Steinen markierten Wegen durften wir uns zwischen den dampfenden Wasserstellen hindurchnbewegen. Alex hat uns ganz klar davor gewarnt, die Markierungen zu übertreten, da es schon mehrfach zu Todesfällen gekommen ist, weil die Regeln nicht befolgt wurden. Bereitwillig machten die Guides Fotos von den Gruppenteilnehmern.

Das abgesperrte Gebiet der Gysire ist nur in den frühen Morgenstunden zu besuchen, da sonst durch Nebel nichts mehr zu sehen ist und es zu gefährlich wird. Vor der Corona-Pandemie gab es noch einen Platz, an dem man schwimmen konnte. Durch eine veränderte Bakterienzusammensetzung des Wassers wäre dies jetzt nur noch möglich, wenn man Chemikalien hinzufügen würde, wogegen sich die Einheimischen aussprachen.

Auf dem Rückweg sahen wir einige wild lebende Tiere, denen wir uns aber auf keinen Fall nähern sollten, da sie gelegentlich aufdringliche Menschen angreifen, die sich der Tierfamilie nähern. Dafür konnten wir verschiedene Arten von Flamingos bestaunen.

endlich wärmer
endlich wärmer
entspannt in der Wüste
entspannt in der Wüste
Frühstück in der Wüste
Frühstück in der Wüste

Den Abschluss unserer Tour bildete ein Picknick mitten in der Wüste. Dafür wurden ein Klapptisch ausgepackt, Eier gebraten, Avocados zerdrückt und Fladen getoastet. Außerdem gab es Instant-Kaffee, Tee und Saft. Faszinierend, was alles aus dem Bus gezaubert wurde.

Nach etwa sieben Stunden war diese wunderbare Tour zu Ende und wir „erholten“ uns ein wenig davon auf unserem Zimmer. Abends gab noch einmal Pizza und ein Getränk in einer Kneipe, doch fielen wir müde und früh in unser Bett.

Verlängerung um eine Nacht

Eigentlich sollten wir am 24. Oktober im Bus nach Boliven sitzen, doch war der Bus nach unserem Ausflug komplett ausgebucht. Wir wollten zuerst testen, ob wir mit der Höhe klar kommen, da Uyuni ebenfalls über 4000 m liegt.
Deshalb verlängerten wir unseren Aufenthalt um eine Nacht, mussten aber das Zimmer wechseln, was dazu führte, dass wir um 11 Uhr raus mussten und das neue, kleinere Zimmer erst am Nachmittag frei wurde.

Am nächsten Morgen hatten wir pünktlich um 11 Uhr unser Zimmer geräumt. Merkwürdigerweise durften wir jedoch nicht in unser neues Zimmer, das als erstes geputzt werden sollte. Nach zwei Stunden erklärte man uns, dass der Vormieter des Zimmers noch nicht von seiner Tour zurück wäre. Er hätte alle Sachen noch dort und den Schlüssel noch nicht zurück gegeben.
Deshalb erhielten wir den Schlüssel der Reinigungskraft. Trotzdem war es ein komisches Gefühl, dass jemand einfach in unser Zimmer hätte gehen können, was dazu führte, dass ich in der Nacht kaum schlafen konnte.

Wir nutzen den zusätzlichen Tag für einen Spaziergang zu einer Ruine, die jedoch wieder auf einem Berg lag. Auf dem Weg dorthin verglich Oliver die vor uns liegenden Berge mit Kuchenstücken. So sah er beispielsweise eine „Kalte Schnauze“, einen „Maulwurfkuchen“ und weitere Köstlichkeiten.
Um auf die richtige Seite zu kommen, mussten wir durch einen ausgetrockneten Fluss kraxeln. Diesen „Weg“ nutzten aber auch Busse und Radfahrer.

Der Aufstieg hatte sich wieder mal gelohnt. Oliver ging sogar bis zur Spitze, so dass ich schöne Fotos von ihm machen konnte.

Olli, der Engel
Olli, der Engel
tolle Aussicht über San Pedro
tolle Aussicht über San Pedro
weitere Aussicht über San Pedro
weitere Aussicht über San Pedro
Steinformationen San Pedro
Steinformationen San Pedro