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Reisetagebuch

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Heute soll es von Kota Tingga nach Mersing in Malaysia gehen. Die Busfahrt führt uns durch die Natur und zeigt uns die Bewohner des Landes.

Busfahrt von Kota Tingga nach Mersing in Malaysia

Wir brachen pünktlich auf, um den Bus nach Mersing zu erreichen. Wir wohnten nicht weit entfernt von dem Busbahnhof. Busfahren in Malaysia ist mega günstig. Unsere Tickets, die wir online mit der Red Bus App für ca. 2 EUR umgerechnet p.P. bestellt hatten, ließ Oliver in der ersten Etage am Schalter in Papiertickets umtauschen und schon fuhren wir auch in einem gut ausgestatteten Bus los. Wir saßen oben im Doppeldecker in der ersten Reihe, so dass wir eine perfekte Aussicht hatten. Kurz nach dem Start merkten wir jedoch, dass es hier besonders schaukelig war und jede Kurve und jeder Hügel (hiervon gab es reichlich) sofort in den Magen ging. Zum Glück hatten wir nichts gefrühstückt.

Warnschild Elefant
Warnschild Elefant

Am Wegesrand sahen wir immer wieder Warnschilder, die den Übergang von großen Tieren, nämlich dem Elefanten und den Tapiren ankündigen. Es wäre schon Angst einflößend, auf einmal einem solchen Riesen gegenüber zu stehen. Doch das blieb uns verwehrt. Wir sahen lediglich zwei Affen, die sich Bananen angelten, die ein parkender Autofahrer dort hingelegt hatte.
Als wir die Stadt erreichten, trat der Busfahrer kräftig auf die Bremse, so dass wir einem Crash nur knapp entgingen. Puh!

Unser Hotel in Mersing war schlicht, aber gut. Alles war sauber und es gab sogar heißes Wasser.
In unserer direkten Nachbarschaft lagen ein hinduistischer und direkt daneben ein chinesischer Tempel, die wir aber erstmal links liegen ließen. Denn heute stand Pizza auf unserem Speisezettel. Die haben wir schon so lange nicht mehr gegessen.
Das Örtchen war schnell erkundet. Neben den Tempeln konnten wir noch diverse Graffiti-Arbeiten bestaunen. Eine kleine Gasse und auch viele Häuser, verteilt in der ganzen Stadt, waren mit schönen Bildern verziert. Erstaunlicherweise hatte dieser Mini-Ort sogar einen Waschsalon zu bieten.

Ausklang des Tages

Abends kehrten wir bei einem Thailänder ein, doch die Speisen waren nicht mit dem malaiischen Essen in Johor Bahru vergleichbar. Kurz konnten wir noch einen Blick in den hinduistischen Tempel werfen, da gerade eine Messe stattfand. Die Menschen, insbesondere Kinder, eilten zum Tempel, wuschen sich die Füße uns beteten zu Musik. Wir hielten uns dezent im Eingangsbereich auf und blieben nur ein paar Minuten. Obwohl wir eingeladen wurden, mit reinzukommen, ist es doch ein religiöses Ritual, bei dem wir nicht stören wollten.
Faszinierend war wieder das Schild mit den Regeln. Das Tragen einer Leggins und eines Minirocks sind verboten (durchgestrichen). Ich trage jedoch eine Kombination beider. Ist das dann wieder erlaubt? Nein, Spaß beiseite, wir respektieren natürlich die religiösen Vorschriften und halten uns daran.

Gebotsschild hinduistischer Tempel
Gebotsschild hinduistischer Tempel

Bevor es heute mit dem Bus nach Kota Tingga im Osten Malaysias zu dem Glühwürmchpark geht, frühstücken wir lecker malaiische Spezialitäten und orientieren uns am Busbahnhof in Johor Bahru.

Auf geht’s von Johor Bahru nach Kota Tingga in Malaysia

Unser Bus sollte um 13 Uhr Johor Bahru verlassen, weshalb noch genug Zeit für ein leckeres Frühstück in dem Restaurant „Toast and Coffee“ war, das wir am Vortag entdeckt hatten, dessen Spezialität das Salted Egg war. 
Wie in vielen Restaurants in Malaysia liegen auf dem Tisch Bestellzettel, auf die man selber alles notiert, was man bestellen möchte. Sehr angenehm, wenn man als Tourist nicht der Sprache mächtig ist. Aber in Malaysia spricht sowieso fast jeder Englisch.
Die Auswahl war großartig und diesmal haben wir uns mit der Menge vertan. Die Preise und Bilder lassen immer kleine Portionen vermuten. Vom Hotel aus bestellten wir ein „Grab“ (so eine Art Uber Taxi in Malaysia und Singapur), das sehr lange auf sich warten ließ. Dafür kamen wir schnell und günstig (ca. 2 Euro) zum Busbahnhof. Hier bestaunten wieder viele unser Kopfbedeckungen aus Fidschi und waren insgesamt sehr kommunikativ und hilfsbereit. 

Unsere Online-Tickets tauschten wir gegen Ausdrucke am Schalter und konnten unser Gate, von dem der Bus losfahren sollte, betreten. Der Busbahnhof ist riesig, fast so groß wie der Düsseldorfer Hauptbahnhof, allerdings mit vielen kleinen Geschäften. Außerdem spielte hier eine malaiische Liveband, die schnell mit uns in Kontakt trat. Johor Bahru ist noch nicht touristisch überlaufen (außer bei den Asiaten), weshalb wir hier immer wie Paradiesvögel erscheinen. Unsere Kopfbedeckung trägt natürlich dazu bei.

Ankunft in Kota Tingga – Kontakt zu Einheimischen

Die Fahrt im Bus verlief sicher und schnell. Zu unserem Hotel waren es nur ein paar hundert Meter. Das Hotel war zweckmäßig mit eigenem Bad und Klimaanlage. Toll war auch der Wasserspender, so dass man sich nicht immer Wasser kaufen muss.
Fußläufig lagen eine Einkaufsmall und diverse Restaurants. Wir kehrten in ein Restaurant mit Buffet ein, doch Fisch, der schon länger bei diesen Temperaturen rumsteht, wollten wir dann doch nicht essen. Ein Haus weiter war es schon ansprechender, weil hier bereits mehrere Gäste speisten und die Gerichte per Plakat auswählbar waren. 
Die Bedienung war mega freundlich und erfreut, dass auch Ausländer in ihr Restaurant kamen. Die Gäste fragen, ob wir aus Holland seien und schnell führten wir ein nettes Gespräch. Es stellte sich heraus, dass die Gäste viel in Europa unterwegs sind und bspw. zusammen mit der Uni Hamburg gearbeitet haben. Unsere Geschichte über die Malaien in Norwegen mit dem Reiskocher amüsierte sie sehr.
Das Essen schmeckte wieder ausgezeichnet. Im Anschluss drehte die Besitzerin ein kleines Video von uns und teilte sofort ihren Facebook-Freunden mit, dass deutsche Gäste bei ihr eingekehrt sind. Jetzt habe ich eine neue Facebook-”Freundin” (lach).

Monsunartiger Regen

Abends wollten wir den Glühwürmchenpark, die Attraktion dieser Stadt besuchen. Deshalb wollten wir nur kurz in die Mall springen, um ein Mücken-Abwehr-Spray zu kaufen. Es fing an zu regnen, weshalb ich uns für die Abkürzung über ein Feld entschieden, was sich jedoch als Fehler erwies. Um das Feld herum befand sich ein Graben den man nicht eben überspringen konnte. Durchlaufen war wegen der dreckigen Wasserpfützen auch keine Möglichkeit, weil wir Bakterien an unseren Mückenstich-Wunden vermeiden wollten. Im strömenden Regen liefen wir zurück zu einem kleinen Geschäft, wo wir klitschnass abwarteten, dass der monsunartige Regen abebbte.

Die malaiische Mall bot verschiedene asiatische Bekleidungsgeschäfte, Spielzeug, den Drogeriemarkt Watsons und auch eine Markthalle. Hier wurden Fisch und Fleisch feilgeboten. Interessant war, dass am Hähnchenstand die Körperteile des Tieres auf verschiedenen Haufen lagen: Hühnerfüße, Hühnerflügel etc. Größer Andrang bestand bei den Hühnerfüßen. 

Die Händler riefen uns immer wieder zu, dass wir zu ihren Ständen kommen sollten. Oliver meinte darauf, dass wir wohl für ausländische Sterneköche gehalten werden, die sich ja auch gerne alternativ und lässig gestylt geben.

Glühwürmchenpark oder das Verhalten von Menschen gegenüber Tieren

Via „Grab“ ließen wir uns zum Glühwürmchenpark fahren, doch dieser machte einen verlassenen Eindruck. Uns wurde mitgeteilt, dass wir zu früh wären uns der Park erst um 19.30 Uhr öffnen würde. Deshalb verbrachten wir zwei Stunden in einem offenen Restaurant an der Straße, wo wir nur Tee tranken. Wir durften so viel Tee nehmen wie wir wollten und zahlten hinterher nur einen Euro. 

Glühwürmchenpark
Glühwürmchenpark

Pünktlich erschienen wir im Park, wo nun auch andere Touristen (asiatischer Herkunft) waren. Mit Rettungswesten ausgestattet fuhren wir auf einem kleinen Boot über den Fluss Johor. Um uns herum waren tausende kleiner Glühwürmchen, die sich als unerklärlicher Ursache hier angesiedelt hatten. Für uns war es aber weitaus interessanter, die Mitreisenden zu beobachten. Ich hatte ständig die Sorge, dass sie über Bord gehen würden, so wie sie sich über Seiten lehnten. Es gelang ihnen tatsächlich, Glückwürmchen zu fangen, was laut Plakat ausdrücklich verboten ist, und diese in der Hand zu bestaunen.  

Auf dem Rückweg wollten wir noch in einer Karaoke-Bar einkehren, konnten diese aber nicht finden. Dafür nahmen wir uns Burger von einem Straßenstand mit und kehrten recht früh zurück in unser Hotel.

Um ein wenig zu entschleunigen, bleiben wir noch einen Tag länger in Johor Bahru in Malaysia und besichtigen den Glastempel mit hinduistischen Gottheiten. Wir entdecken diverse lokale Köstlichkeiten und verbringen den Abend in einem Hawker, wo wir viel über die Einheimischen lernen.

Bäckereien und Frühstück in Johor Bahru

Uns war recht klar, dass wir noch eine weitere Nacht in Johor Bahru bleiben wollten, weshalb wir direkt bei Ankunft verlängerten. Netterweise teilte uns die Dame an der Rezeption mit, dass wir die Buchung über die bekannten Buchungsportale durchführen sollten, um günstiger wegzukommen.
Nun hatten wir noch einen ganzen Tag Zeit, die Stadt zu erkunden:
Als erstes gingen wir zu einem Bäcker (Hiap Joo Bakery), der mehrfach ausgezeichnet wurde. Hier gab es abgepackte weiche, helle Brötchen, die unterschiedlich gefüllt waren. Es war etwas schade, dass man nicht dort sitzen konnte, weshalb wir wieder zum Chaiwalla Café gingen, bei dem wir schon leckeren Tee getrunken hatten. Gegenüber vom Bäcker entdeckten wir Toast & Coffee, was sehr einladend aussah. Da müssen wir wohl am nächsten Tag hin.

Arulmigu Sri Rajakaliamman Glass Temple

Glastempel
Glastempel

Zu Fuß schlenderten wir quer durch die Stadt, um zum Glastempel zu gelangen. Die 1,8 km führten über sehr unebene Straßen. Kein Weg war ohne Loch, Stufe oder Baustelle. Die Stadt ist sehr kontrastreich: einerseits gibt es große Shopping-Malls mit internationalen Labels, andererseits ist vieles heruntergekommen. Dadurch hat die Stadt ihren besonderen Charme.

Der Glastempel liegt etwas versteckt neben einer Schnellstraße, die wir über eine Brücke überqueren mussten. Mitten auf der Brücke streckte uns ein Fuß entgegen, da war jemand müde und hat sich zum Schlafen hingelegt. Gegenüber erwartete uns eine Zoohandlung mit Leguanen, Affen, Fischen und großen Papageien. Dass diese Tiere in Gefangenschaft leben, ist für mich unbegreiflich.
Die Spitze des Glastempels ragt pompös in den Himmel, ist aber verhältnismäßig klein. Die Schuhe legten wir in Körbchen und zahlten den Eintritt. Im Inneren trifft man auf verschiedene hinduistische Gottheiten, die in einem Raum mit tausenden Spiegelmosaiken ausgestellt sind. Sehr schön anzusehen.

Besuch auf dem Nachtmarkt – endlich werde ich meine Schuhe los

Der Rückweg führte uns an einer Shopping-Mall vorbei. Man schaut ja immer, wie und was es in anderen Ländern zu kaufen gibt. Betritt man ein Geschäft, hat man sofort einen Verkäufer neben sich, der einen auf Schritt und Tritt verfolgt, was ich sehr nervig finde. Bei Cotton on, einer australischen Handelskette, konnte ich endlich meine kurzen Leggings ersetzen, die mit schon in Skandinavien gerissen sind. In Malaysia ist es trotz der vielen Chinesen besser, seine Knie zu bedeckten, da das Land ja sehr muslimisch ist.

Abends gingen wir erneut zum Nachtmarkt, den wir am Vortag besucht hatten, um meine Wanderschuhe dort zu verschenken. Mangels Sprachkenntnisse verstanden die Händler nicht, was ich wollte. Für die Schuhe wollte ich kein Geld, sie sollten lediglich von irgendjemandem weiter genutzt werden. Deshalb stellte ich sie einfach zu den Sachen, die noch nicht aufgebaut waren.

Um die Ecke fanden wir ein tolles Restaurant, das u.A. kleine Suppen anbot, die eine Spezialität der Stadt waren. Wir bestellten alle fünf Mini-Suppen und teilten uns diese. Eine schmeckte besser als die andere. In Malaysia ist das Essen so lecker und günstig, dass es viele übergewichtige Menschen gibt. Wir bestellen immer erstmal wenig, das wir teilen, denn meist reicht das schon zum Sattwerden.

Hawker in Johor Bahru
Hawker in Johor Bahru

Den Abend ließen wir in dem Hawker gegenüber unseres Hotels ausklingen. Der Kellner begrüßte uns wie alte Freunde, organisierte uns einen schönen Tisch und wusste auch sofort, was wir wollten. Die indischen Transvestiten vom Vortag saßen wieder am Nebentisch. Um uns herum fand ein Spiel statt, bei dem jemand mit Kopfhörern, Geld und Zetteln ausgestattet durch die Gegend lief und immer etwas rief. Erst tippten wir auf Bingo, doch dann stellte sich heraus, dass die Senioren an Pferdewetten teilgenommen hatten.
Wir spielten hier mit unseren neuen Monopoly-Karten. Einige Interessenten kamen immer wieder an unseren Tisch und verfolgten, was wir taten. Sehr lustig.

Von Singapur machen wir uns mit dem Linienbus auf den Weg nach Johor Bahru in Malaysia und müssen die Grenze zu Fuß überqueren. Wegen des Corona-Virus ist der Grenzübergang leer und wir genießen einen Abend in Johor Bahru. Abends beobachten wir das Treiben in den Hawkers in Johor Bahru.

Spaziergang durch Singapur

Singapur
Singapur

Recht lange blieben wir in unserem Hotelzimmer in Singapur und planten unsere nächsten Tage, an denen wir von Johor Bahru an die Ostküste reisen wollen.
Unser Gepäck konnten wir kostenfrei im Hoteleingang deponieren und machten uns auf den Weg durch das Viertel. Wir wollten einige Drogerie-Artikel kaufen, weil wir die Erfahrung gemacht hatten, dass es einige Pflegeprodukte nicht überall zu kaufen gibt.
In einer Einkaufspassage deckten wir uns bei Watsons, einer Drogerie-Marktkette, ein. Hier gab es alles der Marke Tiger Balm, u.a. auch Mückenabwehrsprays. Mein Körper ist insbesondere durch die letzte Insel (Beach Comber) recht zerstochen.

Zu Fuß machten wir uns mit dem Gepäck auf zum Busbahnhof, der nur 10 Minuten von unserem Hotel entfernt lag. Die Bustickets, die nur etwa 3€ gekostet haben, konnten wir nicht bargeldlos bezahlen und die letzten Singapur-Dollar waren schon ausgegeben. Zum Glück nahm man auch Ringit (malaiische Währung), so dass wir gegen 15 Uhr den Bus nahmen.

Busfahrt im Linienbus mit Grenzübertritt

Wir sind diese Strecke bereits einmal auf einer unserer Reisen gefahren, weshalb wir nun wussten, dass wir an der Grenze den Bus verlassen und durch die Grenzkontrolle mussten. Mitsamt unseres Gepäcks stiegen wir aus dem Bus und fuhren mit den Rolltreppen zum Kontrollpunkt. Beim letzten Mal mussten wir etwa eine Stunde warten, denn es gab mehrere Menschenreihen, welche die Grenze passieren wollten. Diesmal stand nur eine Person vor uns. Das kann einerseits auf die Uhrzeit, anderseits auf die Panik – verursacht durch den Corona-Virus – zurückzuführen sein.
Nach dem Check durften wir den nächsten Bus nach Johor Bahru nehmen, weshalb wichtig war, das erworbene Bus-Ticket nicht zu verlieren.

Unweit der Bahnhofs lag das Hotel „Belllo“ (mit drei „l“), das ist einer belebten Straße mit Restaurants und Hawkers liegt. Unser Zimmer sah genauso aus wie das in Singapur, weshalb wir uns gar nicht umgewöhnen mussten. Im Hawker gab es nichts, was uns ansprach, weshalb wir in ein chinesisches Restaurant gingen. Die Speisen schmeckten leider nicht so wie es die Bilder erwarten ließen.

Nachtmarkt Bazar Karat in Johor Bahru

Elektrokram am dem Nachtmarkt
Elektrokram am dem Nachtmarkt

In direkter Nachbarschaft liegt der Nachtmarkt Bazar Karat, den wir kurz nach der Eröffnung durchstreiften. Es gab Kosmetik, Spielsachen, Kleidung, Buttons und viel Elektrokram. Da die Menschen alle im Stress mit dem Aufbau der Stände waren, zogen wir zuerst in das Chaiwalla Café, um dort einen Tee zu trinken. Die Kellner waren ganz begeistert davon, dass zwei Deutsche ihren Stand besuchten und lernten von uns die ersten Vokabeln auf Deutsch.
Bei der zweiten Runde über den Markt erstanden wir ein neues Uno-Kartenspiel und ein Monopoly-Kartenspiel. Wer weiß, vielleicht treffen wir auf unserer weiteren Reise ja wieder Kinder, die mit uns spielen wollen. Außerdem entdeckten wir einen Stand mit gebrauchten Schuhen. Vielleicht ist das ja die perfekte Möglichkeit, meine Wanderschuhe loszuwerden, denn ich bin es leid, immer mit einem so voll bepackten Koffer zu reisen. Von manchen Dingen muss man sich eben trennen, insbesondere wenn man sie seit einem Monat nicht mehr genutzt hat.

Kurioses in den Nacht-Hawkern

Zum Tagesabschluss setzten wir uns noch auf ein Getränk in den Eingangsbereich des Hawkers gegenüber unseres Hotels. Es war spannend, das Treiben auf der Straße zu beobachten. Bei uns saß eine Gruppe gehörloser Menschen. Die Kommunikation bei der Essensbestellung war recht einfach, da man sowieso immer auf das zeigt, was man haben möchte. Weiterhin kam eine Gruppe indischer Transvestiten an uns vorbei, die sich sehr für den Abend gestylt hatten.


Ein plötzlicher Aufschrei ließ alle Menschen aktiv werden, doch uns erschloss sich nicht, was los war. Man rief nach der Polizei? Gab es einen Raub oder Ähnliches?
Kurze Zeit später schob der Koch seinen Wokstand mit der Anzeigetafel aller Gerichte und die Zutaten von der Straße in den Hawker (riesige Halle mit mehreren Essensständen und Tischgruppen) und anschließend wieder hinaus. Was sollte das? Dieses Prozedere wiederholte sich zweimal, danach bat man uns, unser Getränk in der Halle zu konsumieren.
Was dann passierte, war für uns unfassbar. Die Polizei kam erneut, doch die Menschen waren nicht schnell genug. Der gesamte Stand wurde konfisziert. Hierfür hat die Polizei einen großen Wagen, auf den der ganze Kram geladen werden kann. Mir taten die Menschen unheimlich leid, denn der Verlust des Standes mitsamt der Zutaten ist sicher ein großer finanzieller Verlust für die Menschen, die ohnehin nicht viel Geld haben.
Wir trauten unseren Augen nicht, als kurze Zeit später ein ähnlicher Stand zusammengestellt wurde und der Verkauf weiter ging. Das war wohl nur eine kurze Pause. Sehr skurril das Ganze.

Von unserem Hotelzimmer schauten wir nachts mehrfach hinunter. Die Restaurants sind 24 Stunden täglich geöffnet und sogar um 4 Uhr nachts saß da noch eine einzelne Person und löffelte ein Süppchen.

Vor dem Flug von Fidschi nach Singapur bekommen wir zum ersten mal die Auswirkungen des Corona-Virus auf den Tourismus zu spüren.

Flug nach Singapur in Zeiten von Corona

Uns wurde ein Frühstück mit Toasts und westlichem Obst – es gab tatsächlich Äpfel – serviert, bevor uns unsere Gastgeberin zum Flughafen fuhr.
Durch die vielen Corana-Infektionen weltweit war man am Flughafen wenig Betrieb. Dafür nahm man uns jedoch sehr genau unter die Lupe.
Beim Checkin hatten wir das erste mal Probleme, denn man wollte uns nicht ohne Weiterflug-Ticket nach Singapur lassen. Unsere bisherigen Reiseziele wurden akribisch erfragt und unser Reiseverlauf nachvollzogen. Mehrfach wurden wir gefragt, ob wir auf einem Kreuzfahrtschiff gewesen seien.
Mit dem Gepäck ging es zurück in den Wartebereich, wo wir online ein Flugticket von Singapur nach Kuala Lumpur (Malaysia) für den nächsten Tag kauften. Das machte mich sehr wütend, denn wir finden es nicht angebracht, Tickets zu kaufen, die man nicht nutzt. Unsere Reise soll ja – wenn möglich – mit Zug, Bus und Schiff durchgeführt werden.
Mit dem Weiterflug-Ticket war es dann einfach und wir checkten schnell ein. Gegen unsere Kopfbedeckung hatte niemand etwas einzuwenden.

Flughafen Fiji
Flughafen Fiji

Im Wartebereich trafen wir Katharina aus dem Gold Coast Inn Retreat wieder. Sie hatte ihren Flug wegen der Corona-Epidemie umgebucht. Ursprünglich wollte sie noch ein paar Tage in Singapur bleiben, war sich aber sehr unsicher, ob sie dann überhaupt noch von Doha, einer Zwischenstation, weiterfliegen dürfte.

Der Flug hatte 1,5 Stunden Verspätung. Das ist natürlich besonders doof bei einem Langstreckenflug, der 10,5 Stunden dauert, da man so noch länger im Flugzeug verweilen muss.
Netterweise bot man uns Plätze am Notausgang an, da die anderen Sitze definitiv viel zu klein für Menschen in Olivers Größe sind. Dort konnte man sich prima ausstrecken, so dass die lange Flugzeit nicht ganz zu anstrengend wurde.

Ein Abend in Singapur mit Messungen der Körpertemperatur

Ramensuppe Singapur
Ramensuppe Singapur

Wir landeten mit einstündiger Verspätung auf dem Flughafen Changi. Wir waren überwältigt von der Größe des Flughafens, obwohl wir schon mehrfach hier waren. Uns fragte niemand nach Weiterflug-Tickets, was wir jedoch schon erwartet hatten. Mit einem Grab ging es zu unserem Hotel. Überraschenderweise lag unser Hotel in direkter Nachbarschaft zu einem Hotel, in dem wir einmal waren, so dass uns die Umgebung bekannt vorkam. Vor dem Betreten unseres Hotels wurde am Ohr unsere Temperatur gemessen. Was kommt wohl noch auf uns zu?
Das Zimmer war toll, denn es lag in der 19. Etage. Für einen geringen Aufpreis hatten wir ein Zimmer mit Fenster gewählt, das sich sofort bezahlt machte.
In der direkten Umgebung gönnten wir uns eine Ramen-Suppe, wie wir sie aus Japan kennen. Natürlich war das kein Vergleich zu dem Essen, das wir in Japan bekommen hatten. Auch hier wurde vorher unsere Temperatur gemessen.

Durch die erneute Zeitverschiebung war ich schnell müde und musste früh ins Bett.

Der letzte Tag auf der kleinen Fidschi-Insel Beach Comber steht uns bevor. Wir schnorcheln mit einem Baby-Hai und fahren mit der Fähre zurück zur Hauptinsel, wo wir einige unserer neuen Bekannten wieder treffen.

Schnorcheln auf Beach Comber – Begegnung mit einem Hai

Morgens auf Beach Comber
Morgens auf Beach Comber

Das Frühstück gab es in Buffet-Form mit Kaffee Bodensee. Wie schon beim Abendessen war es recht schlicht im Stil einer Jugendherberge.
Im Laufe des Tages füllte sich die Insel, denn immer mehr Tagesgäste wurden in kleinen Booten gebracht. Mit mehr Touristen kam zumindest bei den neu angereisten und den jüngeren Gästen (20-30 Jahre) Partystimmung auf.
Wir wollten den letzten Tag am Meer auf Fidschi nochmal mit Schnorcheln verbringen.
Vor unserem Haus sah das Wasser deutlich besser aus als an der Stelle, wo wir am Vortag wenig gesehen hatten. Tatsächlich entdeckten wir hier Korallen und einige Fische. Mit der Zeit wurden es immer mehr, die gar keine Scheu vor den Menschen zu haben schienen. Schwärme von Fischen mit Zebrastreifen schwammen um uns herum uns schauten uns durch die Schnorchelbrille direkt in die Augen.
Auf einmal sah ich etwas Unterwartetes in Ufernähe. Ein Baby-Hai schwamm um uns herum und schien recht vertraut mit seiner Umgebung zu sein. Schnell machte ich Oliver darauf aufmerksam, denn das war schon etwas Besonderes. Der Hai blieb stets in unserer Nähe, so dass wir ihn beide noch ein zweites Mal sahen. Das war schon aufregend.

Ein Abend auf der Hauptinsel von Fidschi

An einem Pick-up-point trafen wir unsere neue Gastgeberin, die uns mit ihrem Auto in Richtung Flughafen fuhr. Natürlich waren wir viel zu spät, da wir auf das Gepäck warten mussten, aber wir sind ja „on Fiji time“. Wir bekamen ein Zimmer in ihrer Wohnung und wurden herzlich begrüßt. Ich glaube, dass es auf Fidschi gar keine unfreundlichem Menschen gibt.

Die Wohnung war recht groß, aber vollgestellt mit vielen Möbeln. Überall fand man Lern- und Spielsachen für die beiden Töchter. Unser Kontakt war recht kurz, da die Mutter ihren Kindern versprochen hatte, mit ihnen noch zu Burger King zu fahren. Kinder sind eben überall gleich (lach).

Abends suchten wir ein paar von den von der Gastgeberin empfohlenen Gaststätten auf. Da es Sonntag-Abend war, gab es außer uns kaum oder keine weiteren Gäste. Mit einem Taxi fuhren wir deshalb recht früh nach Hause und schliefen schnell auf dem riesigen Bett ein.

Heute nimmt Oliver zum ersten Mal in seinem Leben an einem Schnupper-Tauchkurs auf Fidschi teil. Der Abschied aus dem Barefoot Manta Resort fällt uns schwer. Nachmittags geht es mit dem Yasawa-Flyer zu der Party-Insel Beach Comber, die jedoch wie eine Geisterstadt wirkt.

Schnupper-Tauchkurs auf Fidschi

Das Frühstück war wieder sehr britisch, doch wir freuten uns über viel frisches Obst, selbst gemachtes Brot und köstliche Omeletts und Rühreier.
Gestärkt machten wir uns auf den Weg zum Tauchstand.

Wie man mit der Scuba-Flasche atmet, hatten wir schon gemeinsam geübt, doch mit der ganzen Apparatur wirklich unter Wasser zu sein, war für uns neu.
Als erstens erklärte der Tauchlehrer wie die Flasche verwendet wird, wie die Brille sitzen muss und natürlich auch wie man unter Wasser kommuniziert. Jeder Teilnehmer bekam einen erfahrenen Begleiter an seine Seite, der auch die Tauchausrüstung trug. Im Wasser wurde alles mit Hilfe angelegt. Es gibt tatsächlich Flossen in Olivers Größe.
Nach ein paar Minuten im Wasser, ging es langsam tiefer und Oliver war der erste, der nicht mehr zu sehen war. Auf einmal war er weg! Das Wasser war recht glatt und die Sonne schimmerte auf dem Blau. Lediglich ein paar Luftblasen ließen ein paar Tauchen erahnen. Am Horizont sprangen fliegende Fische durch die Lüfte.

Unser Zimmer musste um 10 Uhr geräumt sein und ich sammelte schnell die restlichen Plörren zusammen.

Nach etwa einer halben Stunde tauchte ein glücklicher Oliver wieder auf. Er musste sich noch aus dem Tauchbuch wieder austragen und erzählte mir von seinen Erfahrungen. Auf unserer weiteren Reise wird er noch weitere Tauchkurse machen.


Abschied von Barefoot Manta in Richtung Beach Comber

Nach dem Mittagessen sollte es weiter in Richtung Beach Comber, der Partyinsel, gehen. An unseren Tisch luden wir zwei US Amerikanerinnen ein, die wir tags zuvor kennen gelernt hatten. Beiden kamen gerade von einem längeren Aufenthalt von einer Forschungsstation in der Antarktis und machten jetzt noch ein paar Tage Urlaub in Neuseeland und auf Fidschi bevor es zurück in die Heimat gehen sollte. Da können selbst wir nicht mithalten mit unserer Russlanderfahrung.

Ziemlich überraschend formatierten sich alle Bediensteten um die Rezeption herum uns begannen ein Abschiedslied für uns zu singen. Es war so rührend, dass mir doch glatt die Tränen kamen. Es war so schön hier und man hat sich in ganz kurzer Zeit (wir waren nur drei Nächte hier) eingelebt und sogar heimisch gefühlt.
Mein Koffer wurde zum Boot getragen und wir verabschiedeten uns bei unseren neuen Bekannten aus England Anisha und Jason. Unseren Hut und das Stirnband aus Kokos-Palm-Blättern nahmen wir natürlich mit.
Mit einem kleinen Boot, das recht komfortabel war, fuhren wir etwa einen Kilometer auf das Meer hinaus, um dort in den Yasawa-Flyer, einer recht komfortablen Fähre weiter nach Beach Comber zu fahren.

Beach Comber – eine Geisterinsel?

Die Insel Beach Comber ist recht klein und beherbergt nur eine Unterkunft. Oft kommen hier Party-Gäste hin, um ausgelassen zu feiern. Weil wir noch zwei Nächte auf Fidschi nicht verplant hatten, beschlossen wir, uns das Ganze einmal aus der Nähe anzuschauen.

Ein kleines Boot brachte uns mit dem amerikanischen Pärchen und einem weiteren deutschen Touristen zur Fähre. Die Bootsführer animierten uns, das Empfangskomitee auf der Insel (man empfängt Gäste immer mit Gesang und Ukulele) mit einem lauten „Bula“ zu begrüßen. Bula ist der Gruß auf Fidschi, den man an allen Ecken und Enden hört. Er wird von den Insulanern stets fröhlich durch die Gegend geschmettert und vermittelt sofort ein Gefühl von Gemeinschaft.

Nach der freundlichen Begrüßung führte man uns zu unserem Zimmer, das recht groß und mit eigenem Bad war. Die Insel hingegen wirkte recht verlassen. Ein Deutscher, der alleine reiste, fand schnell Anschluss bei der Volleyball-Gruppe, die aus Insulanern und Touristen bestand.

Beach Comber
Beach Comber

Oliver und ich nahmen unsere Schnorchel und gingen über Steine und Muscheln ins Wasser. Leider war der erste Schnorchelgang recht enttäuschend, wir hatten eine so schöne Unterwasserwelt im Barefoot Manta und auch im Gold Coast Inn Retreat gesehen, dass es etwas frustrierend war.

Im Souveniershop erstand Oliver ein Shirt mit der Aufschrift „I am on Fiji Time“, was das Lebensgefühl von Fidschi ausdrückt. Fiji Time heißt immer, dass alles nicht so pünktlich und unter Zeitdruck, sondern sehr entspannt abläuft. Für mich gab es ein großes Tuch mit lila Blumen und eine lila Holzperlen-Kette.

Auch das Abendessen in Buffet-Form konnte nicht mit dem bisher Gebotenen mithalten.
Dafür waren die Betten bequem und wir hatten eine schöne Aussicht auf das Meer und die vorgelagerten Boote.

Heute lernen wir auf einer kleinen Fidschi-Insel wie wir Kokosnüsse am besten ernten und verarbeiten. Außerdem nehmen wir am Nacht-Schnorcheln teil und entdecken einen Oktopus in freier Natur.

Morgens um 7 ist die Welt noch in Ordnung

Kokosmilch auf Fidschi
Kokosmilch auf Fidschi

Wie jeden Morgen auf Fidschi sind wir mit den ersten Sonnenstrahlen aufgestanden. um 6.50 Uhr konnten wir eine wunderbare Aussicht von unserem Haus am Sunrise-Beach genießen. Das Meer lag ruhig und friedlich vor uns, die Korallen und Fische konnte man nur erahnen.

Nach dem Frühstück setzte ich mich an den Sunset-Beach neben die Rezeption und versuchte, die vielen Bilder zu ordnen. Olli entspannte bis zum Mittagessen in der Hängematte am Sunrise-Beach.

Kochkurs oder „Wie entsteht die weltbeste Kokosmilch?“

Wie schon am Vortag fand am Nachmittag wieder ein buntes Programm statt. Der Kochkurs hörte sich sehr interessant an. Oliver war nicht aus der Hängematte zu bewegen, so dass wir uns für später verabredeten.
Gemeinsam mit anderen Gästen gingen wir zu einer Kokosnuss-Schäl-Station. Das war ein Pfosten, mit dessen Hilfe man die kleine schwarze Kokosnuss schälen konnte. Tim kann also nicht nur Hüte flechten, sondern auch Kokosnüsse knacken.
Zurück an der Rezeption erklärte uns Saki, dass Kokosnüsse niemals auf Menschen fallen, da sie ja drei Augen haben. Ein schöner Gedanke! An einer Stelle ist die Kokosnuss weich, so dass man sie hier leicht zerteilen kann. Ein gezielter Schlag auf einen Stein genügt und die Kokosnuss ist in zwei Hälften zerteilt.
An einem Holzbrett, auf das sich Tim setzte, ist ein Schälmesser angebracht, mit dem man das Fruchtfleisch aus der Nuss entnehmen kann. Tolle einfache Erfindung, dies hatten wir auch in dem Gold Coast Inn Retreat beobachtet hatten.
Anschließend wurde die Kokosmilch aus der entnommenen Menge gedrückt, denn nur diese ist für das Gericht geeignet. Zusammen mit Tomaten, eingelegten Fisch (Snapper), Zwiebeln, Knoblauch, Chili, Salz und Pfeffer wurde das Gericht mit viel Zitrone vermengt und war nun fertig. Pünktlich zum Probieren stand Oliver neben uns. Es war köstlich.

Nachtschnorcheln

Noch vor dem Abendessen, das heute in Buffet-Form serviert wurde, machten wir uns auf zum Nachtschnorcheln. Mit Flossen und Taschenlampen ausgerüstet ging es zum Sunrise-Beach, den wir schon gut kannten. Mit Mela schwammen wir etwas 45 Minuten um einen Felsen und landeten am Manta-Beach (zwischen Sunrise- und Sunset-Beach). Gut, dass wir bereits so viel geschnorchelt sind, denn dadurch glitten wir sicher mit den geliehenen Flossen über die Korallen hinweg. Es war ein komisches Gefühl, durch völlige Dunkelheit zu schwimmen. Durch die Taschenlampen konnten wir uns gegenseitig Fische, Seegurken und Seesterne zeigen. Das Highlight war der Oktopus, den uns Mela anleuchtete.
Insgesamt war es ein tollen Erlebnis, doch tagsüber sieht man wesentlich mehr Fische.

Netterweise wurde für uns etwas von dem Buffet reserviert, so dass wir auch etwas von den Nudel- Variationen abbekamen. Das Essen schmeckte wie immer gut, nur sind Nudel-Variationen kein typisches Fidschi-Essen.

Wir verleben einen wunderbaren Tag auf einer Fidschi-Insel und nehmen an fast allen Insel-Aktivitäten teil: wir schnorcheln mit den Fischen, weben gemeinsam mit viel Unterstützung einen Hut und ein Stirnband aus Kokos-Palm-Blättern und machen die ersten Taucherfahrungen mit einer Taucherausrüstung.

Hut-Weben auf Fidschi

Das Frühstück wurde in Buffet-Form serviert. Es gab viel Obst, selbst gebackenes Bananen- und Kokos-Brot sowie warme Speisen wie Sausage und Baked Beans (typisch britisch).

An der Tafel (BULAtin Board) wird morgens immer das Programm für den Tag angeschrieben. Um 9.30 Uhr sollte ein Web-Lehrgang stattfinden. Nach kurzer Überlegung beschloss ich, daran teilzunehmen. Oliver wollte lieber ins Wasser gehen.
Weil ich überpünktlich ankam, war ich erst die einzige Teilnehmerin und konnte beobachten, wie Pim alles vorbereitete. Er webte aus Palmblättern einen Hut für einen Einheimischen. Die Sonne strahlt hier so stark, dass das angebracht ist.


Kurze Zeit später gesellten sich noch zwei Paare dazu. Ich hatte die Zeit genutzt und mir schon ein Stirnband geflochten. Hierbei war wichtig, die Ausrichtung der Palmblätter zu beachten. Kurze Zeit später tauchte Oliver doch auf und beobachtete das Treiben. Gemeinsam versuchten wir nach Anleitung einen Hut zu weben. Das war gar nicht so einfach. Nachdem wir die Hutkrempe erfolgreich hergestellt hatten, scheiterten wir an dem Mittelteil, das uns einfach nicht gelingen wollte. Auch den anderen Paaren half Pim, so dass am Ende drei zauberhaft Hüte entstanden. Unseren Hut dürfen wir mitnehmen und hoffen, dass er schnell trocken ist.

Erste Taucherfahrung – atmen will gelernt sein!

Nach dem Mittagessen um 12 Uhr schnorchelten wir noch, um die Zeit bis zu unserem Tauch-Schnupper-Kurs zu überbrücken. Morgens hatte ich mir schon beim Hutweben einen leichten Sonnenbrand zugezogen.
Am Schnupperkurs nahm eins der Paare vom Vormittag aus England teil. Außerdem gesellte sich ein Rostocker dazu, der etwas orientierungslos auf der Insel wirkt. Wie kann man um die halbe Welt reisen und nicht wissen wie man das Leben genießen soll?
Wir ließen dem Rostocker und dem englischen Paar den Vortritt. Der Schnupperkurs bestand nur darin, die Tauchausrüstung auf den Rücken zu schnallen und einen kurzen Tauchgang mit der Tauchermaske zu machen, um ein Gefühl für die Sauerstoff-Zufuhr zu bekommen. Oliver managte das ganz gut, meinte aber, dass man erst üben muss, nicht die ganze zugeführte Luft einzuatmen, sondern einfach auszuatmen, wenn es genug wäre. Bei mir war alles wieder chaotischer. Die Ausrüstung war sehr schwer und ich kam mit der Sauerstoffzufuhr nicht zurecht. Erst nach ein paar Atemversuchen über Wasser und einem kurzen Untertauchen den Kopfes gelang es mir, die richtige Atemtechnik zu entwickeln, so dass ich ein paar Minuten tauschen konnte. Oliver will demnächst seine Taucherlebnisse erweitern, ich zögere noch.

Fidschi-Lieder neu interpretiert

Das Abendessen hatten wir nach diesen Strapazen verdient. Danach zogen wir uns in unsere Bure zurück und hören am Strand unsere eigene Fidschi-Musik. Jetzt passen endlich einige Lieder aus unserer Jugend. Ein Fidschi-Tanz von uns in der Dunkelheit war großartig.

Heute müssen wir uns von unseren neuen Bekannten verabschieden und fahren auf eine weitere Fidschi-Insel, wo wir ein etwas luxuriöseres Ressort beziehen. Unsere Hütte liegt direkt am Meer und wir erleben durch die Angestellten die Südsee so, wie man sie aus der Werbung kennt.

Aufbruch zu einer weiteren Fidschi-Insel –
Abschied von unseren neuen Bekannten

Am Frühstückstisch konnten wir ein letztes Mal nette Gespräche mit unseren neuen Bekannten aus Deutschland und Amerika führen. Schnell waren unsere Sachen gepackt für die Weiterreise auf eine weitere Fidschi-Insel.

Aufbruch von der zweiten Fidschi-Insel
Aufbruch von der zweiten Fidschi-Insel
Abschied von unseren neuen Bekannten
Abschied von unseren neuen Bekannten

Nach einem schnellen Mittagessen fuhr uns Al mit seinem kleinen Boot in Richtung Sea-Bus. Katharina, die den Flyer nehmen wollte, war mit an Board. Fast alle begleiteten uns bis zum Wasser und wir verabschiedeten uns herzlich. Die Kölner werden wir auf jeden Fall in ihrem neuen Domizil in der Eifel besuchen.
Die Fahrt führte uns zuerst auf die Nachbarinsel, auf der wir schon Lebensmittel gekauft hatten. Allerdings verstanden wir den Sinn nicht, denn Al stieg nur aus und quatschte mit den Inselbewohnern. Dabei sahen wir ein Auto, das mit Sand beladen den Strand entlang fuhr. Ein guter Teil der Ladung ging bei der holprigen Fahrt mit etwas 8 Insassen verloren. Es war ein lustiges Bild.

Empfang nach Fidschi-Art und ein atemberaubender Schnorchelgang

Der Umstieg auf den Sea-Bus war problemlos und die Fahrt angenehm. Auf unserer neuen Insel erwartete uns eine kleine Gruppe Einheimischer, die uns mit Gitarre, Ukulele und Gesang empfing. Saku (wahrscheinlich der Chef des Ganzen) hieß uns willkommen und erklärte, wie das Inselleben hier funktioniert.
Wir bezogen eine Bure, die direkt am Sunrisebeach liegt. Jede Bure (kleine Hütte aus Holz und Stroh) verfügt über einen direkten Zugang zum Meer. Dafür haben wir kein eigenes Bad, sondern können die Toiletten- und Dusch-Häuser nutzen.
Das lud natürlich zu einem sofortigen Schnorchelgang ein. Es war phänomenal! Vorher hatten wir ja schon Korallen und Fische gesehen, doch das hier toppte alles. Das Wasser war recht flach und wir glitten mit unseren Schnorcheln über die leuchtenden Korallen hinweg. Fische schwammen mit uns in allen erdenklichen Farben, teilweise waren sie größer als unser Köpfe. Sie wirkten recht zutraulich, wenn man das von Fischen in freier Natur sagen kann. Alles wirkte so, als hätte man uns in ein riesiges Aquarium gesetzt.
Nach dem fast einstündigen Schnorchel-Erlebnis ließen wir uns in die Hängematten fallen, die direkt am Meer angebracht sind. Zwischen zwei Kokosnuss-Palmen lässt es sich gut aushalten.

Abendessen zu Fidschi-Klängen

Um 17.30 Uhr begann die Happy Hour, in der ausgewählte Getränke geringfügig günstiger sind. Wir setzten uns direkt in das Restaurant am Meer, denn heute sollte es Dinner unter dem Sternenhimmel geben.
Das servierte Essen war umwerfend lecker. Währenddessen spielte eine Band aus Gitarrist und Ukulelen-Spieler zu der sich die Kellnerinnen mit Gesang anschlossen. Jetzt sind wir in der Südsee angekommen, so wie man sie aus der Werbung kennt!

Die Bar hatte auf bis der letzte Gast sich verabschiedete. Wie gesagt herrscht hier Fidschi-Time, das heißt, dass man alles in Ruhe und nicht immer ganz pünktlich macht. Dafür geht man früh ins Bett und steht mit der Sonne, die gegen 6 Uhr früh aufgeht, auf.