In Pulau Kapas verbringen wir unsere Cornona-Quarantäne, was in vielerlei Hinsicht eine gute Entscheidung ist. Rose ist eine hervorragende Köchin und wird tatkräftig von ihrem Angestellten Yo unterstützt.
Das Frühstück ist teilweise typisch malaysisch, teilweise europäisch. Angeboten wird die Spezialität Roti Canai, einer in der Pfanne zubereitetem Fladenbrot mit wahlweise Curry, Bananen, Ananas, Schokolade, Honig, Zucker, süßer Milch oder flüssiger Schokolade. Weiterhin gibt es kleine Pfannkuchen mit den gleichen Beilagen, denen gelegentlich frische Kokosnuss beigemengt wird. Wer es lieber europäisch mag, bekommt Toast mit verschieden zubereiteten Eierspeisen wie Omelette oder Rührei oder ganz einfach Joghurt mit frischen Früchten. Seit wir die einzigen Gäste dank der Corona-Pandemie sind, überrascht uns Rose auch mit Gerichten, die nicht auf der Karten stehen, wie einem gut gewürzten malaysischen Porrdige.
Roti Canai mit Schokolade
Roti Canai mit süßer Milch
Pfannkuchen mit Kokos
Toast mit Omelette
Porridge
Roti Canai mit Curry
Neben Kaffee gibt es verschiedene Teesorten, die mit frischen Zutaten wie Ingwer oder Limonengras angeboten werden. Außerdem werden Fruchtshakes aus lokalen Früchten wie Kiwi, Ananas, Drachenfrucht, Mango oder Papaya mit vom Festland geliefertem crushed ice serviert.
Seit über einem Monat befinden wir uns nun auf der kleinen Trauminsel Pulau Kapas im Osten Malaysias. Das Leben im Paradies ist trotzdem noch spannend und abwechslungsreich. Die meisten Touristen haben jetzt die Insel verlassen.
Unsere Unterkunft genauer betrachtet
Unsere Unterkunft Quimi Chalet and Restaurant ist für uns ein echter Glücksgriff. Sie liegt direkt am weißen Sandstrand. Das Meer ist voll von leuchtenden Korallen und bunten Fischen. Man muss sich allerdings bewusst sein, dass wir auf einer Insel direkt am Dschungel leben. Das heißt, dass viele wilde Tiere (gestern hing vor unserem Balkon eine riesige Fledermaus, Warane sind ständig um uns herum) zu dem Leben auf der Insel gehören. Das Wasser aus der Leitung ist nicht trinkbar und auch für die Haarpflege nicht die beste Wahl. Strom gibt es, doch zwischendurch fällt auch dieser mal aus. Durch die Luftfeuchtigkeit und die Hitze ist man immer der Gefahr von Schimmel ausgesetzt. Anfangs waren alle Hütten bewohnt und wir bekamen die günstigste (Rose 2) für 100 Ringgit die Nacht. Wie schon im Artikel vom 2. April beschrieben, verfügt die Hütte über ein bequemes Bett mit Mückenschutz sowie ein privates Bad. Nachdem nun keine anderen Gäste mehr hier sind (etwa seit dem 20. März), durften wir in das Haus Kemboja ziehen, das wesentlich größer und mit toller Aussicht ist. Mit dem Preis kam man uns sehr entgegen, da wir ja Langzeit-Besucher sind.
Unser Strand ist durch Felsvorsprünge begrenzt, über die Treppen aus Stein gebaut wurden. Darüber gelangt man nach rechts zu einem Campingplatz, der aktuell nur noch von einer Italienerin bewohnt wird. Der Strand danach ist unbewohnt. Die Treppen hierhin sind sehr steil und man muss sich an einem Tau festhalten. Den letzten Strand (Long Beach) kann man nur durch Schwimmen oder Klettern erreichen. Er liegt einige hundert Meter von unserem Strand entfernt und ist häufig unser Ziel. An jedem Strandabschnitt steht eine blaue Mülltonne, so dass wir immer angeschwemmten Müll sammeln können. Täglich kommt ein Müllboot zu unserem Strand, während die letzten beiden Strände in letzter Zeit „vergessen“ wurden. Durch den Rückgang der Touristenzahlen hat sich auch der Müll reduziert. Doch nach Regenfällen kommt neuer Müll vom Festland.
Blick auf Pulau Gemia
Entspannung in einer Bucht
Blick von Qimi Restaurant
Weg zum Jetty
eine der vielen Fußgängerbrücken
Bootsfahrt um Pulau Kapas
Naturschaukeln
Geht man nach links, gelangt man zu dem Strand, den die Einheimischen aufsuchen. Hier war vor der MCO (Movement Control Order) einiges los. Jetzt ist alles leer. Man kann durch mehrere Buchten zu verschiedenen Unterkünften laufen, bis man am Jetty landet, wo auch der kleine Laden ist. Weiter sind wir zu Fuß noch nicht gelaufen. Diese Woche hat uns Nolly mit seinem Boot einmal um die Insel gefahren, so dass wir wissen, wo wir überhaupt sind. Nach einer Premium-Unterkunft folgt noch eine private Unterkunft, die unserer ähnelt und anschließend sieht man die Schildkröten-Aufzucht-Station. Auf der Rückseite der Insel befinden sich nur Felsen und Dschungel. Außerdem soll hier eine riesige Fledermaus-Höhle sein.
Der Weltumsegler Wolfgang Clemens hat während seines Aufenthalts ein Video gedreht, bei dem man die Schönheit der Insel bestaunen kann. Ab Minute 12.30 sieht man „unseren“ Strand. Ab Minute 13.10 sieht man im Hintergrund die Jetty-Anlegestelle, wo sich auch der kleine Laden befindet. N° 002 ▪ CORONA! Segel-Quarantäne im Insel-Paradies ▪ Gangerls Tagebuch https://www.youtube.com/watch?v=4GiuOeDPz0M
Menschen, die mit uns die Isolation gestalten
Roses Restaurant
Küche mit Katze Fennex
Küche von Rose
Rose und Nolly sind die Besitzer dieser wunderbaren Unterkunft. Rose sorgt dafür, dass wir wie im Paradies leben. Morgens begrüßt sie uns mit einem freundlichen „Selamat pagi“ und ist den ganzen Tag für uns da. Sie ist eine hervorragende Köchin und nutzt die Zeit der wenigen Gäste, um neue Gerichte zu kreieren. Neben traditionellen malaiischen Gerichten zaubert sie neuerdings auch selbstgemachtes Eis und Kuchen. Mittags bekommen wir immer einen Snack kredenzt, den wir probieren müssen. Dabei nutzt sie stets Chili, Knoblauch, Kurkuma, Soja-Sauce und viel frisches Gemüse. Gelegentlich werden die Gerichte mit frischer Kokosmilch (von Kokosnüssen, die wir gesammelt haben) und Durian verfeinert. Neben der Kochkunst versteht es Rose ganz ausgezeichnet, Reparaturen am Haus und in der Küche vorzunehmen. Außerdem gestaltet sie aus Muscheln und Früchten Girlanden und Accessoires. Abends gesellt sie sich meist zu uns, so dass wir noch gemeinsam Karten oder Carrom spielen können.
Bewohner von Qimi
Bootsfahrt zum Fischen
Nolly überlässt die Administration seiner Frau. Er ist eher für die Logisitk zuständig und sorgt dafür, dass unsere Vorräte vom Festland hierher kommen. Er informiert sich ständig über die aktuelle Lage, insbesondere in Bezug auf Corona und gibt uns die neuesten Fakten. Besonderen Spaß hat er an kleinen Bootstouren zum Fischen, wobei wir ihn neuerdings begleiten dürfen. Er hält sich ganz klar an die MCO und gibt anderen Gästen schnell zu verstehen, dass sie aktuell nicht willkommen sind. Sicher wirkt das auf Fremde etwas abweisend, wir aber schätzen seine klare Haltung. Besonders beim Carrom-Spielen (das einzige Spiel, das er mittlerweile mit uns spielt) lässt er seinen Charme spielen uns vollführt Siegestänzchen. Der Geburtstagstanz für meine Freundin Dani per WhatsApp ist legendär.
Yo und Koper sind / waren die Angestellten. Koper hat etwa vier Wochen während unserer Anwesenheit hier gearbeitet und uns mit lustigen Videos und Carrom-Spielen unterhalten. Er hat die Insel jedoch vor einer Woche verlassen, da es hier nicht mehr so viel zu tun gibt und er in der Corona-Zeit lieber bei seiner Familie sein möchte.
Carrom am Abend
Yoo ist großartig. Er arbeitet meist mit Rose im Team zusammen und setzt alles um, was Rose vorgibt. Er kann sie in der Küche vertreten und versteht es, ebenfalls tollte Gerichte zu zaubern. Ansonsten kümmert er sich um alles, was anfällt: Kochen, Blätter am Strand fegen und verbrennen, Regale bauen, Zimmer putzen, Wäsche waschen, aufhängen und abnehmen, Carrom- und Karten-Spielen oder mit Nolly und dem Boot zum Fischen fahren.
Wir haben immer Spaß mit unseren „Mitbewohnern“.
Andere Inselbewohner auf Pulau Kapas
In der Nähe der Jetty-Anlegestelle ist ein großes Ressort, das von einem Niederländer betrieben wird. Hierhin ist auch die deutsch / französische Familie gezogen, die in der ersten Woche in unserer Unterkunft gewohnt hat. Sie sind umgezogen, damit die Kinder (etwa zwischen drei und fünf Jahren) Spielkameraden haben. Die Großeltern haben sich recht schnell auf den Heimweg gemacht, denn zu Beginn der Corona-MCO flogen noch einige Maschinen nach Europa. Auch ein spanisches Pärchen hat die Heimreise angetreten.
Andere hatten es auch eilig, nach Hause zu kommen, hatten jedoch kein Glück. Diese Woche waren dann die Presse und die Polizei da. Sie haben alle Touristen erneut registriert und wohl auch einen Corona-Test durchgeführt. Seit gestern sind nun viele der letzten europäischen Gäste auf dem Weg nach Hause. Es ist recht leer auf der Insel geworden. Zu uns sind die Behörden erst gar nicht gekommen. Wir sind ja bereits registriert und unsere Pässe liegen in Kopie vor. Dafür waren vorgestern acht hochrangige Polizisten aus Terrenganu hier bei uns und haben zu Mittag gegessen. Nolly wollte sie kennen lernen und hatte sie eingeladen. Sie waren alle sehr freundlich und haben mit uns Small-Talk geführt. So freundliche Polizisten haben wir selten getroffen.
Von den drei jungen Menschen, die im Zelt einen Strand weiter leben, ist nur noch die Italienerin da. Das spanische Paar ist mittlerweile auf dem Weg nach Hause, weil sich der junge Mann im Wasser wohl verletzt hat.
Der Weltumsegler Wolfgang Clemens (s.o. im Video) ist mit seinem Team immer noch in der Nähe, jedoch ist er bei einer anderen Insel vor Anker gegangen. Die Weiterreise nach Indonesien wird wohl nicht klappen.
Tagesablauf auf Pulau Kapas
Während unserer Weltreise war ja jeder Tag neu. Eine neue Umgebung, neue Menschen, neues Essen. Jetzt hat sich während unserer Quarantäne eine gewisse Routine eingefunden. Wir wachen gegen 8 oder 9 Uhr auf und checken erstmal unsere Mail und lesen Nachrichten aus aller Welt, was ja in Zeiten von Corona besonders wichtig ist. Gegen 9.30 Uhr setzen wir uns an den Tisch auf der großen Terrasse mit direktem Blick auf das Meer. Rose ist stets gut gelaunt, stellt uns je einen Milchkaffee hin und fragt nach unseren Frühstückswünschen. Auf der Speisekarte stehen entweder Roti Canai, Pfannkuchen oder Toast mit Omelett. Oliver bestellt meist Roti Canai mit Curry, doch ich brauche zum Frühstück eher etwas Süßes. Ich variiere dann zwischen Roti Canai, allerdings mit Honig, Banane, Schokolade oder Kokos und Omelett. Gelegentlich nehme ich aber auch eine Suppe. Rose bereitet manchmal auch ein malaiisches Porridge vor.
Nach dem Frühstück geht es für uns an den Computer oder in die Hängematte. Dann arbeiten wir am Blog, lesen, Netflixen oder checken die internationale Lage. Oliver ist meist schnell über Verkehrswege und die Zahl der Infizierten informiert. Ich widme mich eher ein paar Lernprogrammen, Lektüre für die Schule oder meinen Romanen und Krimis.
Gegen Mittag sind Rose und Yo in der Küche und bereiten für sich und Nolly etwas zu Mittag zu. Wir bestellen in der Regel erst abends etwas, bekommen aber immer während des Tages Kleinigkeiten zum Probieren.
Je nachdem, wann das Wasser richtig da ist, springen wir mit unseren Schnorcheln ins Wasser oder machen einen Spaziergang zu den Stränden vor dem Long Beach. Mittlerweile wissen wir, wo es tolle Kokosnüsse gibt und bringen diese dann Rose mit. Die jungen, grünen Kokosnüsse kann man einfach aufspalten und das süße Kokoswasser trinken. Die jungen Kokosnüsse eigenen sich für Süßspeisen wie Eis oder Kuchen. Die dunklen, alten Kokosnüsse müssen erst von der Außenschale befreit werden, dann erscheint die runde, schwarze Kokosnuss, so wie wir sie in Europa kennen. Mit einem gezielten Schlag auf einen Stein lässt sich die Nuss prima öffnen. Das Fruchtfleisch wird dann mit einer Maschine, speziell für Kokosnüsse, herausgeschält. Die Kokosmilch und das Fruchtfleisch werden zum Kochen verwendet.
von uns gesammelte Kokosnüsse
Nachmittags quatschen oder spielen wir. Gegen Abend geht es meistens erneut ins Wasser. Nolly fährt dann mit seinem Boot raus zu dem Käfig, mit dem er versucht, Fische zu fangen (bisher mit mäßigem Erfolg).
Um 19.30 Uhr darf ich dann mit in die Küche und mir die Zubereitung unseres Abendgerichts anschauen. Alle bisherigen Gerichte waren mehr als köstlich. Mit gewissen Tricks und den richtigen Zutaten scheinen sie ganz einfach herzustellen zu sein.
Bis ca. 22 Uhr spielen wir dann alle zusammen Carrom. Oliver und ich sind darin nicht so ganz geschickt, verbessern uns aber täglich.
Stippvisite in Marang, um Geld zu holen
Seit der MCO (Movement Control Order) sind viel weniger Boote unterwegs. Bisher sind wir immer mit dem Jetty-Boot vom und zum Festland gefahren. Nolly verfügt über ein kleines Boot, mit dem er einzelne Personen und Lebensmittel transportieren kann. Im Prinzip haben wir alles und müssen nicht ans Festland fahren. Kleinigkeiten kann man auch im Inselshop kaufen, doch wir versuchen, nicht mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen.
Einen Geldautomaten gibt es auf Pulau Kapas nicht. Deshalb sollte man immer genügend Bargeld mitbringen. Doch wenn man über einen Monat auf der Insel lebt, muss man eben mal ans Festland fahren. Letzte Woche fuhr ich das erste mal mit Nolly und Rose nach Marang. Beide wollten unsere Vorräte aufstocken, so dass ich die Gelegenheit nutzte und kurzerhand mitfuhr. Mit Mundschutz und Handschuhen ausgerüstet, fuhren wir gemeinsam die 6 km zum Festland. Am Anleger wirkte alles sehr verlassen. Mit dem Auto ging es dann 500 m weiter bis zum Geldautomaten, der immer nur 500 Ringgit (ca. 105 €) auf einmal ausspuckte. Nach dem vierten mal war dann wieder Schluss, doch ich war froh, Geld für die kommenden Tage zu haben. Heute wiederholten wir das Ganze. Obwohl ich meine Bank über meine Schwester gebeten habe, den Tages-Maximalbetrag zu erhöhen, kehrte ich wieder mit nur 2000 Ringgit zurück zur Insel.
Mundschutz in Marang
Am Festland verhalten sich die Menschen alle sehr diszipliniert. Sie tragen einen Mundschutz und halten Abstand voneinander. An der langen Schlange sprachen mich Touristen und Angestellte an, ob ich zum ATM (Geldautomat) möchte. Verwirrt bejahte ich dies, weil ich ja dachte, dass alle dafür anstehen und wurde dann von einem Sicherheitsmann direkt zum Eingang gebracht. Die anderen wollten zum Schalter, um Überweisungen vorzunehmen, so dass ich ganz schnell (ich musste den Abhebevorgang viermal wiederholen) fertig wurde.
Die Apotheke neben der Bank ist gut ausgestattet, so dass ich Sonnen- und Mückenschutz (bisher wirkte der nicht sonderlich) kaufen konnte. Etwa 100 m von der Bank ist auf der selben Straße ein Lebensmittelgeschäft, das auch einige Schreibwaren und Haushaltswaren führt. Beim ersten Besuch konnte ich mich mit Shampoo, Seife und Haarspülung eindecken, die uns mittlerweile ausgegangen sind. In den Geschäften gibt es eine Personenbeschränkung, so dass sich auch hier Schlangen bilden. Auch hier nehmen die Menschen Rücksicht aufeinander.
Katzen im Qimi Chalet
Schon mehrfach habe ich über unsere Katzen geschrieben. Jetzt werden sie endlich mal namentlich erwähnt. Als erstes ist natürlich Fennex zu nennen, der groß und majestätisch hier entlangschreitet. Man ist überrascht, wenn er die Bäume flink emporklimmt. Titam ist seit dem 8. April wieder vierfache Mama geworden. Die Kleinen haben wir noch nicht zu Gesicht bekommen. Sie liegen noch in dem Zimmer des Sohnes Qimi der Besitzer. Oreo, ein Schmusekater, ist ebenfalls ein Sohn von Titam. Der Katzenvater gehört nicht zu dieser Unterkunft, wir haben einen Kandidat für die Vaterschaft aber die Tage hier herumschleichen gesehen.
Auf unserer Weltreise sind wir wegen des Corona-Virus auf der Insel Pulau Kapas im Osten Malaysias „gestrandet“. Wir erleben die Isolation in einer etwas anderen Ẃeise als die Daheimgebliebenen. Dafür machen wir viele Erfahrungen mit der Natur, die verschiedensten Tiere sind ständig um uns herum.
Pulau Kapas als Isolationsort
Fischen auf Pulau Kapas
Mittlerweile leben wir schon seit zwei Wochen am der Insel Pulau Kapas im Osten Malaysias. Mittlerweile gibt es auch hier Bewegungskontrollen: es darf nur noch eine Person im Auto sitzen, der Abstand in Geschäften muss eingehalten werden, nur noch die nötigsten Erledigungen können durchgeführt werden, ab 22 Uhr muss man zu Hause sein. Für uns hat das keine weiteren Auswirkungen, da wir ohnehin nur in unserer Unterkunft sind und keinen weiteren Kontakt zu Außenwelt haben. Ich denke, dass wir es aktuell ganz gut getroffen haben, da für uns immer noch lecker gekocht wird, wir das Meer vor der Nase haben und uns gut mit den Angestellten und Gastgebern verstehen. Rose kocht für ihr Leben gern und lässt uns alles probieren. Abends wird immer noch der Tisch mit einer Tischdecke bedeckt und mit Blumen geschmückt. Mit Koper und Yoo (den Angestellten) spielen wir stets Karten oder Carrom. Es fühlt sich immer noch wie Urlaub an, auch wenn wir uns das alles ganz anders vorgestellt haben. Lediglich eine Dusche mit Süßwasser fehlt mir, da wir auf der Insel nur Salzwasser haben. Das ist insbesondere für die Haarpflege nicht so angenehm, aber Aloe Vera hilft, ein wenig Geschmeidigkeit ins Haar zu bringen.
Tierische Begegnungen auf Pulau Kapas (in der Hütte)
Langsam gewöhnen wir uns an das Dschungel-/ Insel-Leben. Trotzdem wundern und freuen wir uns immer noch über die Vielfalt und die Eigenarten der Tiere.
Rose 2 auf Pulau Kapas
Rose 2 (rechtes Haus)
Angefangen hat alles mit der Riesenspinne (so groß wie Olivers ausgebreitete Hand) in unserer ersten Unterkunft „Rose 2“, die neben unserem Bett saß. Wohin sie verschwunden ist, konnten wir nicht ausmachen, doch wir waren froh, dass wir das Mückennetz über unserem Bett zuziehen konnten. In der nächsten Nacht machten wir Bekanntschaft mit einem ca. 15 cm großen Skorpion, der netterweise in unserem Fliegennetz war und Oliver kurzen Prozess mit ihm machte. Irgendwo hört dann doch unsere Tierliebe auf. Ein weiterer „Gast“ in unser ersten Hütte war ein Krebs, der sich in unser Bad verlaufen hatte. Hier gab es für das Krustentier keinen Ausweg mehr, denn alles ist mit Gittern umsponnen, sodass es eigentlich auch gar nicht hätte reinkommen können. Das Unterfangen, den Krebs zu befreien, stellte uns vor eine große Herausforderung, denn die Zangen sahen sehr bedrohlich aus. Erst mit einer großen, stabilen Tasche konnte ich ihn in die Freiheit bringen.
Krebs im Rose 2
Rose 2 auf Pulau Kapas
Krebs in der Hütte Rose 2
Tierische Begegnungen auf Pulau Kapas (am Strand / auf der Veranda)
Auch am Strand / auf unserer Veranda begegnen uns immer wieder merkwürdige Tiere. Zu unserer Unterkunft gehören drei Katzen, von denen eine trächtig ist. Die kleinste vergnügt sich immer wieder damit, verpuppte Insekten anzuschleppen und mit diesen zu spielen. Kleine Geckos, die krächzende Geräusche von sich geben, sind uns schon von anderen Reisen bekannt. Sie hängen meist an der Decke und stören nicht weiter. Hier und auch schon auf Pulau Tioman begegnen uns jedoch immer wieder größere Gefährten in Form von Leguanen. Meist schleichen sie an uns vorbei und versuchen unsichtbar zu bleiben. Unter unseren Hängematten sieht man aber immer wieder Schleifspuren mit Fußabdrücken daneben. Weiterhin gibt es hier riesige Würmer, Hundert- und Tausendfüßler, die wohl nicht ganz ungefährlich sind. Affen gibt es auf dieser Insel nicht, so dass wir unsere Sachen bedenkenlos herumliegen lassen können.
Kemboja auf Pulau Kapas
Tierische Begegnungen auf Pulau Kapas (im Meer)
Das Meer an unserem Strand ist klar und voll von Korallen und bunten Fischen. Es kann sich sogar mit dem Meer um Fidschi messen. Zweimal täglich haben wir Hochwasser, so dass es immer Möglichkeiten zum Schnorcheln gibt. Bei Niedrigwasser ist es etwas schwierig, weil zwischen den Korallen Seeigel sind, von denen man sich tunlichst nicht stechen lassen sollte (sehr schmerzhaft). Die Fischvielfalt kann ich gar nicht beschreiben, da mir die Sachkenntnis fehlt. In der Nähe des Strands findet man weiße Fische, die sich im Sand tarnen. Dann gibt es Fische mit kleinen Füßchen, die sich auf dem Boden fortbewegen. Weiterhin konnten wir einzelne Fische in Regenbogenfarben beobachten sowie gelbe, die immer in Paaren auftreten. Weiter hinten findet man dann viele bunte Fischschwärme, die scheinbar ohne Angst um die Menschen herumschwimmen. Interessanter ist die Riesenschildkröte, der ich in den ersten Tagen begegnet bin. Ein paar Tage später konnte auch Oliver sie bestaunen. Mein Highlight im Wasser ist die Riesenmuräne. Sie lebt in einem Stein und streckt lediglich ihren Kopf den Angreifern entgegen und fletscht dabei die Zähne. Bisher habe ich sie dreimal gegrüßt, einmal konnte ich sie sogar Oliver zeigen.
eine riesige Schildkröte
Leben am Meer auf Pulau Kapas
Leben am Meer
Andere Inselbewohner auf Pulau Kapas
Neben unserer Unterkunft wohnen drei junge Menschen in einem Zelt. Für sie ist die Isolation sicher etwas schwieriger, da sie lediglich ein Zelt und nicht wie wir eine große Hütte mit Balkon, eine riesige Veranda und Hängematten haben. Gelegentlich laufen oder joggen sie an uns vorbei. Von der Veranda aus führen wir dann zwischendurch Gespräche, denn trotz der Isolation auf der Insel sollte man Abstand zu anderen Menschen halten.
Durch Zufall hat Oliver herausgefunden, dass der Weltumsegler Wolfgang Clemens mit zwei Team-Mitgliedern gerade in unserer Nähe Halt gemacht hat. Über Handy tauschten wir einige Informationen aus: Eigentlich wollen sie weiter in Richtung Indonesien reisen, doch auch sie sind durch das Corona-Virus in ihrer Reisefreiheit eingeschränkt worden.
Gesundheits-Check von der malaiischen Regierung
Ende März informierte uns Rose, dass alle auf Pulau Kapas lebenden Touristen zum Gesundheits-Check müssen. Gemeinsam ging sie mit uns beiden zum Jetty (Bootsanleger), den wir bisher noch gar nicht gesehen hatten. Hier gibt es auch einen Inselshop, der Knabbereien, ausgewählte Kosmetika und Getränke anbietet. Also sind wir hier doch nicht auf einer ganz verlassenen Insel. Wir wurden gruppenweise zum Check aufgerufen und mussten Fragen zu unserem Reiseverlauf und unserem Gesundheitszustand beantworten. Außerdem wurde die Temperatur gemessen und die Lunge abgehört. Natürlich müssen wir weiterhin bei uns in der Unterkunft bleiben und dürfen diese nicht verlassen.
Auch in Malaysia breitet sich das Coronavirus immer weiter aus. Wir hoffen, dass die Quarantäne auf der Insel eine gute Idee ist und harren hier aus, bis sich die Situation entschärft.
Pulau Kapas als Isolationsort
Wir haben immer Spaß daran, Neues zu entdecken und in andere Kulturen einzutauchen. Hier sind wir nun dazu gezwungen, aber wir haben es gut getroffen. Den Tag verbringen wir mit Gesprächen mit Rose und Nolly, den Eigentümern unserer wunderbaren Unterkunft. Auch die beiden Angestellten Koper und Yoo sind uns ans Herz gewachsen. Wir spielen gemeinsam Carrom oder quatschen – insbesondere über die Situation in Malaysia. Der Fernseher steht auf der Veranda und läuft den ganzen Tag. Nolly übersetzt uns die neuesten Geschehnisse, so dass wir immer up-to-date sind.
Müllsammeln auf Pulau Kapas – die Natur profitiert durch das Virus
Gestern sind wir mit einer Plastiktüte ausgestattet an den Strand gelaufen, der uns bei unserer Ankunft schon wegen den Mülls aufgefallen ist. Innerhalb kürzester Zeit hatten wir einen ganzen Sack voll Müll, der sich im Laufe der Jahre im Meer angesammelt hat. Der Müll wird auf das Festland gefahren und dort sortiert. Die Plastiktüte haben wir für weiter Sammelaktionen zurück bekommen. Es fahren nur noch wenige Boote, die uns in erster Linie mit Lebensmitteln (Trinkwasser) versorgen. Dadurch können die Fische und Meeresbewohner einige Tage – oder auch Wochen – ungestört leben und sich entfalten.
Müllsammler Oliver auf Pulau Kapas
Unsere Unterkunft verfügt über genügend Vorräte für die nächsten zwei Monate. Der Zimmerpreis, der schon extrem niedrig ist, wurde erneut reduziert. Neben unseren regulären Mahlzeiten bekommen wir Melonen und lokale Köstlichkeiten, die wir probieren sollen. Wir wählen nicht mehr aus der Karte aus, sondern lassen uns von Rose überraschen, denn alle Gerichte sind köstlich.
Situation in anderen Unterkünften auf der Insel
Rose von Qimi Privat Bay Resort
Heute bekamen wir kurz „Besuch“ von Spaniern eines Nachbar-Resorts. Es tut immer gut, mit anderen Menschen zu sprechen. Natürlich halten wir den nötigen Abstand ein. Zwei Buchten weiter ist es nicht ganz so einsam. Es gibt Essen in Buffet-Form, das nicht mit unserem zu vergleichen ist. Da es die Anordnung gibt, in den jeweiligen Unterkünften zu verbleiben, muss auch jeder in seiner Unterkunft essen. Bestimmt nicht jede Unterkunft verfügt über eine so tolle Köchin wie Rose. Auch die Angestellten unserer Unterkunft Qimi Privat Bay Resort können Köstliches zaubern.
Ich denke, dass in der nächsten Woche – die meisten sind schon zwei Wochen hier – einige Gäste zu unserer Unterkunft wechseln werden.
Waschtag auf Pulau Kapas
Waschtag auf Pulau Kapas
Glücklicherweise hat Rose eine Waschmaschine, so dass wir heute unsere gesamte Wäsche einmal durchwaschen lassen konnten. Jetzt wehen unsere Tücher und Shirts lustig im Wind.
Wegen des Corona-Virus sind wir gezwungen, uns auf eine kleine Insel in Malaysia zurückzuziehen. Eine Rückkehr nach Deutschland ist vorerst nicht sinnvoll, da die Zahl der Neuinfektionen stetig steigt und auch Menschen-Ansammlungen am Flughafen und in Flugzeugen zu vermeiden sind.
Einschränkung der Reisefreiheit
Unser Plan war, von Pulau Kapas im Osten Malaysias in den Norden auf die Insel Pulau Tuba bei Langkawi zu reisen. Doch bereits vor unserer Reise in den Norden bekamen wir über die Medien mit, dass es verboten ist, in ein anderes Bundesland zu reisen. Bewegungen auf den Straßen sind auch nur in Ausnahmefällen möglich. Busse fahren zwar noch, doch die Fährverbindung nach Langkawi ist auf eine Fähre am Tag begrenzt worden. Ob Touristen da noch mitgenommen werden, ist fraglich. Unsere Unterkunft auf Langkawi ist kostenfrei storniert worden, obwohl das spezielle Angebot eigentlich nicht erstattbar war. Die Flughäfen sind überfüllt, die Botschaft ist geschlossen. Für uns ist klar, dass wir erstmal hier bleiben, da die Zahl der Corona-Infizierten in Deutschland ständig steigt und Malaysia noch im Anfangsstadium ist. Außerdem soll man Menschenansammlungen vermeiden, was an Flughäfen nicht der Fall ist.
Pulau Kapas als Isolationsort
Unsere Unterkunft ist komplett leer. Die Familie mit zwei kleinen Kindern, Eltern und Großeltern hat die Unterkunft auf der Insel gewechselt, damit die Kinder Spielkameraden haben.
Das heißt für uns, dass wir auf Pulau Kapas bleiben müssen, was nicht der schlechteste Ort für eine Isolation ist. Boote dürfen nur noch zur Versorgung mit Lebensmitteln verkehren, touristische und private Fahrten sind verboten. Wir sitzen hier sozusagen im Paradies fest. Es wird für uns köstlich gekocht, wir leben direkt am Strand im schönsten Schnorchelgebiet. Doch alles hat seine Kehrseite. Wir sitzen hier zu sechst aufeinander: die beiden Besitzer der Unterkunft, zwei Angestellte und wir. Der Betrieb läuft ganz normal weiter, was sehr surreal ist. Der Strand wird gekehrt, es wird jedes Gericht angeboten. Wir können lesen, schnorcheln, essen, quatschen und Karten spielen. Mal schauen, wie sich das weiter entwickelt.
Situation in Deutschland und in der Welt – zwei Seiten einer Medaille
Wir sind besorgt um unsere Familie und Freunde. Über das Internet bekommen wir zum Glück mit, was in der Welt passiert. Es gibt immer wieder ein paar Unverbesserliche, die meinen, das alles wäre ein Witz und sich nicht an die Regeln halten. In den Nachrichten hört man immer von überfüllten Spielplätzen und Menschenansammlungen. Es bleibt zu hoffen, dass die Neuansteckungen zurückgehen und die Menschen genesen.
Andererseits bekommen wir auch viel Gutes mit. Die Menschen wachsen mental zusammen und unterstützen sich gegenseitig. Im Internet wird oft von jüngeren Menschen angeboten, dass sie für ihre Nachbarn einkaufen gehen wollen. Das ist toll, dass wieder mehr Solidarität entsteht. Auch pflegerische und kaufmännische Berufe bekommen zunehmend mehr Anerkennung. Es bleibt zu hoffen, dass sich alle an die Regeln halten und das Virus schnellstmöglich besiegt wird.
Zwar verlassen wir die Insel Pulau Kapas im Osten Malaysias heute, doch werden wir ggf. in den nächsten Tagen zurückkehren. Auch in Malaysia werden die Verkehrswege nach und nach beschnitten, so dass wir noch spontaner planen müssen. Unser nächstes Ziel ist Kuala Terennganu, von wo aus wir auf die Insel Langkawi fahren wollen. Dort wollen wir einen Bekannten von unseren früheren Reisen treffen und auf einer kleinen Insel bleiben, bis sich die Situation rund um das Corona-Virus entschärft.
Weitere Artikel zu Reiseabenteuern wird es deshalb vorerst nicht geben, da wir nicht viel Berichtenswertes in den nächsten Tagen erwarten. Natürlich lassen wir Euch wissen, wo wir sind und wie es uns geht. Über Mails von Euch freuen wir uns natürlich sehr!
Wir genießen das Leben auf der kleinen Insel Pulau Kuta an der Ostküste Malaysias. Die Insel ist ein Ausflugsziel für die Einheimischen, weshalb am Wochenende viel los ist, doch unsere Unterkunft verfügt über einen Privatstrand, an dem man in Ruhe schnorcheln kann.
Unterwasserwelt in Malaysia
Das Leben hier auf Pulau Kapas ist sehr entspannt. Wichtig ist mir, dass wir hier schnorcheln können uns viel von der Unterwasserwelt zu sehen bekommen. Vor unserer Reise hatten wir die Fische, Oktopusse, Schildkröten und Haie immer nur in Aquarien, in Zoos oder in Büchern gesehen. Doch mit ihnen zu schnorcheln ist etwas ganz Anderes. Das Wasser trägt einen und man muss sich nur gleiten lassen. Ein unglaubliches Gefühl von Freiheit. Gut, dass unsere Eltern früher so oft mit uns schwimmen waren und Julia und ich auch im Schwimmverein waren.
Spiele während unsere Reise – wir entdecken das Carrom-Spiel neu
Carrom-Spiel
Da wir ja nicht immer nur im Wasser und vor unseren Handys sitzen können (wir müssen uns natürlich über die Corona-Situation in der Welt informieren und wissen, wie es den Daheimgebliebenen geht), spielen wir oft Monopoly, das Kartenspiel. Einer der Kellner stellte uns ein Carrom-Spielbrett vor die Nase, damit wir auch mal etwas Anderes machen. Das hatte ich mit meiner Schwester früher in der Jugendgruppe gespielt. Die Regeln aus dem Internet waren nicht so ganz schlüssig, so dass wir diese etwas freier auslegten.
Einheimische verleben einen Strandtag
Auf das Mittagessen hatten wir verzichtet, doch bis 20 Uhr, der Dinner-Zeit unserer Unterkunft, war noch viel Zeit. Wir machten uns auf den Weg zum Strand der Einheimischen, der dank des Wochenendes gut besucht war. Hier spielten die Menschen ausgelassen Volleyball, vergnügten sich mit Kanus oder tranken einfach nur Erfrischungsgetränke. Bekleidet waren die Frauen mit Ganzkörper-Badeanzügen oder in Alltagskleidung, mit der sie ins Wasser sprangen. Die Familien wirkten ausgelassen und fröhlich. Die Insel ist für die Einheimischen wie für uns ein Ausflug nach Holland ans Meer. Burger und Eis genossen wir zwischen fröhlichen Menschen, die uns nicht weiter beachteten.
Strand der Einheimischen
Strand der Einheimischen
Zurück an unserem Strand hatten wir genug Zeit zum Entspannen. Als es dunkler wurde, zog es mich erneut ins Wasser. Es hatte sich gelohnt, noch einmal ins Wasser zu gehen, denn plötzlich schwamm eine riesige Schildkröte an mir vorbei. Langsam schwamm ich hinterher, um dem Tier keine Angst einzujagen.
Wir erreichen die Insel Pulau Kapas an der Ostküste Malaysias, schnorcheln und entdecken neue Meeresbewohner. Unser neue Hütte grenzt direkt an den Dschungel, so dass wir unseren Wohnraum mit Riesenspinnen (handgroß), Leguanen und Fledermäusen teilen müssen.
Fahrt mit dem Motor-Boot zur Insel Pulau Kapas
Aus unserem Hotel konnten wir ohne persönlichen Kontakt auschecken. Oliver versuchte noch vergeblich Geld zu organisieren, weil es auf der Insel Pulau Kapas keine Geldautomaten gibt. Also können wir nur solange bleiben, bis unser Bargeld aufgebraucht ist. Ich füllte derweil unsere Wasserflaschen an der Refill-Station des Hotels auf. Am Bootsanleger, der von unserer Unterkunft auf der Insel Pulau Kapas genau beschrieben wurde, erstanden wir Tickets für die Hin- und Rückfahrt und konnten sofort zum Bootsanleger gehen. Dort erwartete uns eine Gruppe Malaien, die zu einem Verkäufer-Workshop auf die Insel fahren wollten. Alle waren sehr bunt bekleidet, über die Kopftücher wurden riesige Strohhüte gestülpt. Eine lustige Truppe. Doch wir passten nicht alle auf ein Boot, weshalb wir mit zwei weiteren Touristen ein Extra-Boot bekamen. Innerhalb von 10 Minuten erreichen die kleine Insel Pulau Kapas. Schade, dass wir nicht wie auf Fidschi mit Gesängen empfangen wurden. Stattdessen bestaunten die Besucher der Terrasse die neuen Gäste.
Eine Hütte am Strand, die an den Dschungel grenzt
Unsere Hütte (Rose 2) war über wenige Stufen erreichbar. Ein Bett, ein Kleiderständer und ein angrenzendes Bad. Natürlich hört sich das alles nach einem ganz normalen Hotel an, aber wir befinden uns auf einer Insel, welche von Dschungel bedeckt ist. Unsere Hütte wird wahrscheinlich noch von anderen Kleintieren bewohnt. Das Bad ist lediglich durch ein löchriges Fliegengitter vom Dschungel entfernt, aus der Dusche kommt Salzwasser. Durch unsere Reisen haben wir gelernt und genossen, auf Luxus wie fließendes Wasser und Strom zu verzichten, weshalb auch diese Unterkunft unseren Ansprüchen genügt. Im Bett hört man dafür das Meer rauschen.
unsere Hütte auf Pulau Kapas
unsere Hütte auf Pulau Kapas
Hütte auf Pulau Kapas (rechte „Doppelhaushälfte)
Frühstück gibt hier den ganzen Tag. Hier lernten wir das gesamte Personal kennen, was sehr freundlich und den Gästen zugewandt ist. Es werden Pfannkuchen und Roti Canai (eine malaiische Spezialität) in diversen Variationen angeboten. Zu trinken gibt es frisch gepresste Shakes aus verschiedenen heimischen Früchten.
Schnorcheln und Spaziergang in Richtung Pulau Gemia
Nachmittags schnappten wir unsere Schnorchel und erkundeten das Wasser. Es war glasklar und beherbergte verschiedenste Fischarten, die wir schon auf Pulau Tioman kennen gelernt hatten. Im tieferen Wasser fanden wir etwas Neues: es gibt Pflanzen (Federkorallen?), die aussehen, als wären sie Frisuren von Comic-Figuren, wurstig-flauschig eben. In ihnen schwimmen Clown-Fische, die wir hier zum ersten mal gesehen hatten. Manchmal ziehen sich zusammen, so dass sie aussehen wie lila Turnbeutel (Beschreibung von Oliver). Hier wäre eine Unterwasser-Kamera sicher hilfreich, doch wir brauchen beide Hände und Arme, um zu schwimmen.
Die Insel ist durch Stege und Treppen zu umrunden. Abends kraxelten wir zu Fuß die Treppen rechts von unserer Unterkunft entlang. Von dort sieht man die nahe liegende Insel Pulau Gem, die ein Geheimtipp (noch geheimer als Pulau Kapas) sein soll. Bereits von Weitem sahen wir ein riesiges Ressort und davor etliche Boote mit Einheimischen, alle mit einer Schwimmweste ausgestattet. Auf dem unbewohnten Strand direkt gegenüber der Insel sammelte sich Plastikmüll, der vom Meer angeschwemmt wurde. Da wo keine Unterkünfte sind, kümmert sich keiner um den Dreck. Ich sammelte einige muschelbesetzte Flipflops und warf sie in einen angeschwemmten Korb. Ein Weitertransport war uns leider nicht möglich, da die Treppen zu eng und zu steil waren.
unser Strand
unser Privatstrand auf Pulau Kapas
Abendessen mit einer Auswahl lokaler Spezialitäten
Speisekarte Pulau Kapas
Bis 16 Uhr muss man das Abendessen vorbestellen. Es gibt eine Auswahl á la carte Gerichte und eine Auswahl an Fisch- und Fleisch, die man mit verschiedenen Anrichtungsarten kombinieren kann. Wir wählten der Spezialität des Hauses, eine Auswahl landestypischer Gerichte, was die Besitzerin Rose sehr freute, denn sie ist auch gleichzeitig Köchin. Alles schmeckte vorzüglich. Mehr dazu unter Malaysia: Pulau Kapas-Food (folgt in Kürze).
Mit Wehmut verlassen wir die Insel Tioman in Malaysia, um mit dem Bus von Mersing nach Marang zu fahren, wo der Fähranleger zu der Insel Pulau Kapas liegt. Die Fahrt dauert den ganzen Tag, so dass wir abends erst in Marang ankommen.
Aufbruch von der Insel Tioman
Um 5.30 Uhr klingelte unser Wecker und wir packten wie schon so oft auf unserer Reise unser Sachen zusammen. An der Rezeption saß schon Rich, der Verwalter, so dass ich den Schlüssel übergeben konnte. Das am Vortag bestellte Taxi fuhr uns zum Fähranleger, wo wir natürlich die ersten waren. Man ließ uns nicht auf die Fähre, sondern verwies uns auf einen Counter (malaiisch: Kaunta), der aber noch nicht besetzt war. Ganz gemütlich trudelten die Mitarbeiter ein. Warum sollten wir dann schon um sechs Uhr da sein? Wir bekamen laminierte Boarding-Pässe, die wir an der Tür wieder abgeben mussten und konnten dann in einer klimatisierten Wartehalle warten.
Auf der Fähre war es angenehm kühl, so dass wir nochmal die Augen zumachen konnten. Entgegen der Beschreibung fährt der Bus nicht vom Fährterminal, sondern aus der Stadt ab, so dass wir nach einem leckeren warmen malaiischen Frühstück noch einen Kilometer zu Fuß in die Stadt laufen mussten. Dort hatten wir dann noch zwei Stunden Zeit. Diese wurden durch eine enorme Verspätung des Busses verlängert. Glücklicherweise gab es keine Missverständnisse, so dass wir die sechsstündige Busfahrt nach Marang antreten konnten, von wo aus wir am nächsten Tag auf die Insel Pulau Kapas übersetzen wollen.
Busbahnhof in Mersing
Die Busfahrt war recht angenehm (Adik Beradik), obwohl es doch viele Kurven gab. Während der sechsstündigen Fahrt wurden mehrere Pausen eingelegt. Meist zählte der Ticket-Kontrolleur vor der Abfahrt der Gäste einmal durch, doch an den späteren Haltepunkten verzichtete er darauf, weshalb wir lieber sitzen blieben. Um uns herum saßen viele männliche Jugendliche, die nach und nach aktiver wurden. Wir kamen uns vor wie auf Klassenfahrt.
Ankunft in Marang
Die Station Marang wurde extra für uns angesagt. Neben uns stiegen zwei weitere deutschsprechende Backpackerinnen aus. Über verschiedene Wege gelangten wir gleichzeitig zum Hotel direkt am Fähranleger. Das Hotel war eher eine Jugendherberge, doch völlig ausreichend für unsere Zwecke. Zwei Betten, ein kleines Bad und Ventilator und zusätzlich noch eine Klimaanlage. Außerdem verfügte das Zimmer über einen Fernseher, der aber noch nie in Betrieb war. Der Stecker ist nämlich nicht für malaiische, sondern für europäische Steckdosen gemacht.
Bereits seitdem wir aus dem Bus ausgestiegen waren, rief der Muezzin zum Freitagsgebet. Auch als wir durch die Straßen spazierten waren die Gesänge aus der nahegelegenen Moschee immer noch zu hören. Rund um die Moschee fanden wir keine malaiischen oder sonstigen Restaurant, so dass wir in eine der zwei Fastfood-Ketten einkehren mussten. Den Andrang der Familien kann ich nicht nachvollziehen, denn das Essen war kalt und nicht besonders lecker.
In Johor Bahru wohnten wir auf der Jalan Meldrum Straße, auf der die Restaurants 24 Stunden am Tag geöffnet hatten.
Am ersten Tag entschieden wir uns für ein chinesisches Restaurant auf unserer Straße. Wir bestellten beide eine kleine Portion. Für mich gab es Nudeln mit Schwein und Sauce, Oliver bekam Ente ohne Beilage. Bei beiden Gerichten waren wir sehr enttäuscht. Es schmeckte langweilig und lieblos.
chinesisches Essen Johor Bahru
leckere Suppen
Das Restaurant “Amphanwa Boat Noodle” ist sehr zu empfehlen. Auf der Speisekarte standen u.a. fünf verschieden Suppen, die in einer Art Dessert-Schüssel serviert wurden. Wir bestellten alle fünf und teilten diese. Jede schmeckte umwerfend gut. Sie unterschieden sich durch die Fleischbeilage und die Art der Nudeln. Zu trinken gab es Milchshakes: meiner war mit Rosengeschmack, Oliver hatte irgendeine Art von Kakao.
Suppen Im Boat House
Morgens suchten wir eine der empfohlenen Bäckereien auf, die mehrfach ausgezeichnet sind: Hiap Joo Bakery. Eigentlich hatten wir etwas zum Reinsetzen gesucht, doch diese Bäckerei bestand nur ein einer Fläche, auf der man sich abgepackte gefüllte Milchbrötchen oder Bananenbrot nehmen konnte und einer Verkaufstheke. Etwas weiter entfernt war das “Chaiwalla Café.”, welches wir von unserem abendlichen Besuch schon kannten. Dort verspeisten wir dann zu einem thailändischen Milchtee (gekühlt) unsere mit Curry und Kokos gefüllten Brötchen.
Gegenüber der Bäckerei zeigte sich ein Restaurant namens “Toast & Coffee”, in das wir am zweiten Tag einkehrten. Die Spezialität war das “Salted Egg”. Für mich gab es ein Toast mit Salted Egg, was himmlisch schmeckte: zwei Toasts übereinander mit einer Sauce aus Ei. Außerdem wählte ich ein Gericht mit kleinen Reiskuchen und Hoisin-Sauce, die würzig schmeckte und ein empfohlenes Gericht das sich “Rojak” nannte. Das war geröstetes Brot mit Ei und Erdnüssen. Oliver bekam Nudeln mit Spiegelei und Gurke und ein Toastsandwich. Insgesamt war alles zu viel, doch die Speisen sahen auf der Karte kleiner aus, als sie in Wirklichkeit waren.
Toast & Coffee
Salted Egg
Während unseres Besuchs der Einkaufsmall trafen wir per Zufall auf das “AK Noodles House”, das gut frequentiert war. Die Suppen waren riesig. Man konnte die Art der Zubereitung wählen und dann aus acht Nudelsorten eine ergänzen. Ich hatte Fischnudeln, Oliver gebratene, welche er der Suppe hinzufügen musste. Die “kleine” Schale Muscheln erwies sich als riesig, so dass wir von allem etwas übrig ließen. Frische Obstsäfte ergänzten unser Mahl.
Kota Tinggi
Der kleine Ort Kota Tinggi ist überhaupt nicht auf Touristen eingestellt. Hier reihen sich jedoch viele Geschäfte internationaler Labels aneinander, u.a. Tupperware und Royal Canin, die Katzenfutter herstellen. Restaurants fanden wir durch google maps. Das von uns angesteuerte Restaurant verkaufte Essen in Buffetform, mit schon fertig auf Tellern angerichteten Suppen mit Fischköpfen. Das Ganze fanden wir nicht besonders hygienisch, weil es ja sehr heiß in Malaysia ist und sicher schon Insekten zu Besuch waren.
Ein Haus weiter war ein weiteres Restaurant, das gut besucht war. An den Wänden zeigte sich die Gerichte, aus denen wir leicht auswählen konnten. Es ist immer schön, wenn Bilder uns weiterhelfen. Die anderen Gäste sprachen uns an und es stellte sich heraus, dass zwei von ihnen in Deutschland gearbeitet haben. Das hier gebotene Essen war umwerfend gut. Beide Suppen (Laksa und Mee Mee Curry) enthielten viel Gemüse und Saucen aus Curry und vielen Gewürzen. Die Besitzerin drehte im Anschluss ein Video von uns, dass sie auf facebook teilte, weil sie so begeistert war, dass zwei Deutsche bei ihr aßen.
Laksa und Mee Mee Curry
Mee Mee Curry und Laksa
Mersing
In der Nähe unseres Hotels fanden wir eine Art Street Food Laden, in dem wir erst nur Getränke und anschließend dann doch Speisen zu uns nahmen. Angeboten wurden Glasnudeln im heißen Topf, für Oliver mit Krebs, für mich mit Garnelen. Es schmeckte okay, war jetzt aber nicht so, dass wir wiederkommen würden. Dieses Restaurant hatten wir erwählt, weil wir einen Tisch zum Kartenspielen brauchte, alles andere war zweitranging.
Thainudeln mit Krebs und Garnelen
Pulau Tioman
Am ersten Abend suchten wir das Restaurant “Rozita Cafe” an der Bootsanlegestelle auf. Hier saßen auch die Tauchlehrer unserer Unterkunft, weshalb das Essen bestimmt gut ist. Die Aussicht war toll: wir konnten die Fähre einfahren sehen und die Sonnenuntergang genießen. Das Essen war in Ordnung. Wir wählten beide ein Suppe und eine Portion Tintenfisch. Hier lernten wir viele Katzen kennen, die ständig etwas erbettelten.
Rozita’s Pulau Tioman
Unsere Unterkunft bietet morgens immer ein schlichtes Frühstück, das täglich wechselt. Meist gibt es Toast mit Eiern oder Roti-Brot mit Curry-Sauce. Mittags kann man zwischen Frühlingsrollen (vietnamesisch), Wraps, Nudeln, Toast und Obstsalat wählen.
Essen auf Pulau Tioman
Essen im Swiss Cottage
Essen im Swiss Cottage auf Pulau Tioman
Am zweiten Abend fanden wir unweit unserer Unterkunft ein Fischrestaurant. Den Fisch kann man sich selber mit einer Zange auswählen, der dann von dem sehr kommunikativen Koch auf dem Straßengrill zubereitet wird. Eine Marinade rundet das Ganze ab. Dazu gibt es Reis und Gemüse, das man einzeln dazu bestellen kann. Fortan war dies unser Lieblingsrestaurant, wo wir am dritten Tag mit Clayton und Liz aus Australien und am vierten Tag mit Anna (Russin) und Leathon (USA), aktuell in China arbeitend, aßen. Auch am fünften und letzten Tag gesellten sich die beiden zu uns.
Streetfood Restaurant Pulau Tioman
BBQ auf Pulau Tioman
BBQ Pulau Tioman
Clayton und Liz aus Australien
Allabendliches Essen im BBQ Fisch Restaurant Warong Syahirah