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August 9, 2026

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Von Washington geht es per Flugzeug nach New Orleans, wo wir eine Stadt kennenlernen, die in der Zeit stehengeblieben zu sein scheint. Hier machen wir endlich die von Oliver versprochene Schifffahrt auf dem Mississippi an meinem Geburtstag.

Schaufelraddampfer in New Orleans
Schaufelraddampfer in New Orleans

Ankunft in New Orleans

Der Flug war angenehm, sodass wir uns etwas von unserem langen Spaziergang durch Washington erholen konnten. Vom Flughafen aus nahmen wir den Bus in Richtung Downtown. Der Fahrer wollte keine Bezahlung, da wohl das Kartenlesegerät defekt war. Das sollte uns in New Orleans noch öfter passieren.

Gegen Abend bezogen wir dann unser Hotel Sonestra ES Suites. Der Empfang war recht mürrisch, dafür war das Zimmer in Ordnung: Kingsize-Bett, kleine Küche, Sofa, genügend Ablagemöglichkeiten. Leider machte sich ein Geruch breit, der uns doch sehr störte. Alles roch irgendwie nach Farbe, was uns zu der Überlegung führte, das Zimmer zu wechseln. Beim Auspacken entdeckte ich jedoch, dass ein Nagellack den Flug nicht überstanden hat und meinen gesamten Kulturbeutel ruiniert hat mitsamt einiger Kosmetika. Wir mussten doch sehr lachen, da wir das Geruchs-Problem anfangs dem Hotel zuschreiben wollten.

Straßennamen in New Orleans
Straßennamen in New Orleans
Haus in New Orleans
Haus in New Orleans

Bourbon Street

Im Regen machten wir uns auf den Weg zur Bourbon Street, die einen ähnlichen Ruf wie die Bolker Straße in Düsseldorf hat. Laute Musik strömte uns entgegen. Mit bunten Farben, Halsperlenketten und leicht bekleideten Menschen versuchte man uns in die Läden zu locken. Wir machten in einer Bar halt, in der es die “hand grenade” als Hauscocktail gab, welcher nach Melone und reichlich Alkohol schmeckte. Auf der Straße stießen wir dann auf meinen Geburtstag an. Oliver schenkte mir einen Konzertbesuch von MUSE am 29. August in San Diego. Damit werden wir dann wohl unseren USA Aufenthalt beenden. Was für eine schöne Aussicht. Außerdem schenkte er mir noch eine tolle Schifffahrt auf dem Mississippi incl. kreolischem Essen (s.u.).

Wir wollten noch auf ein weiteres Getränk irgendwo einkehren, doch dann bemerkte ich, dass ich keinen Ausweis dabei hatte. Mit 48 Jahren muss ich in Amerika meinen Ausweis vorzeigen. Das sind ganz klare Regeln. Zum Glück klappte es in einer anderen Bar, wo wir den Abend ausklingen ließen.

Am 05.08.2026 starteten wir mit einem Frühstück im Hotel, was wirklich in Ordnung war. Gegen Mittag machten wir uns auf den Weg in die Stadt.

Straßenbahnen in New Orleans

Mit der Straßenbahn, die noch aus alten Zeiten zu stammen scheint, fuhren wir zum Wasser. Die Bahnfahrt war schon ein Erlebnis: Bei der Fahrerin mussten wir passend zahlen, sie schaute sehr skeptisch, fragte, ob wir noch umsteigen wollten, was wir aber verneinten. Danach stiegen noch etwa 20 Leute an derselben Haltestelle zu, was einen Ewigkeit dauerte. Einige mussten erst ihre ganzen Reiseunterlagen sortieren, keiner hatte Eile. Als die Fahrt endlich losging, mussten wir wegen einer Ampel schon wieder halten. Nach ein paar hundert Metern bremsten wir erneut, da die nächste Station erreicht war. Zu Fuß wären wir schneller gewesen. Einige, die an der vorherigen Haltestelle eingestiegen waren, mussten schon wieder raus. Unbegreiflich! Nach etwa vier Haltestellen hatten wir unser Ziel erreicht und sahen schon den Mississippi. Obwohl es sich um Retro-Straßenbahnen handelt, die zum Stadtbild gehören, ist jede Straßenbahn mit Rampen für Rollstuhlfahrer ausgestattet, die jeweils an der zweiten Tür angebracht sind und sich nur bei Bedarf öffnen. Top!

Straßenbahn in New Orleans
Straßenbahn in New Orleans

Schifffahrt auf dem Mississippi mit dem Schaufelraddampfer

Was für einen schönen Anblick die Raddampfer boten. Man fühlte sich wieder ins letzte Jahrhundert zurückversetzt. Die Fahrt startete pünktlich um 14.00 Uhr. Digitale Tickets mussten zuvor in Papiertickets umgetauscht werden – das ist der Nachteil, wenn man so eine Retro-Reise macht. An Bord gab es köstliches kreolisches Essen. Die Bootsfahrt wurde um wichtige Informationen ergänzt, die während der gesamten Fahrt aus den Lautsprechern zu hören waren. So lernten wir etwas über die französischen sowie spanischen Kolonialzeiten. Auf halber Strecke gab es einen Landgang zum Chalmette Battlefield, an dem die Schlacht von New Orleans stattgefunden haben. Zum Glück ist davon heute nichts mehr zu sehen. Lediglich ein Besucherzentrum mit einem Denkmal und einige Kanonen sind dort vorzufinden.

Café du Monde

Wieder zurück am Startpunkt durchforsteten wir ein Outlet, in dem ganz groß Porzellan von Le Crueset und weiter bekannte Labels angeboten wurden. Wir waren aber lediglich auf der Suche nach einem neuen Kulturbeutel für mich, den wir leider nicht fanden. Dafür konnten wir aber Kaffee von “Café du Monde” kosten, welches mit Zichorie verfeinerten Kaffee anbietet. Für seine seine Beignets (in Fett ausgebackene Teigstücke mit Puderzucker) und diesen besonderen Kaffee ist dieser Kaffeestand weltbekannt. Nach dem kreolischen Essen auf dem Schiff hatten wir keinen Appetit mehr darauf. Auf dem Kaffee bildet sich eine Schicht wie bei heißer Milch. Die Konsistenz ist sehr cremig und stark. Wir ließen beide den letzten Schluck zurück, da es sich irgendwie zu viel anfühlte.  

Am 6. August mussten wir unser Quartier wechseln, weil wir nach der ursprünglichen Buchung unsere Pläne geändert und unseren Aufenthalt verlängert haben. Wir nutzen den Strom und den Kaffee unserer bisherigen Unterkunft, da es draußen regnete und wir erst um 16 Uhr einchecken konnten. Während wir warteten, wurde der Speiseraum von drei Personen gesaugt, die jeweils etwa eine Stunde denselben Raum saugten. Unglaublich! Die Geräuschkulisse war sehr nervig und der Nutzen dieser Tätigkeit war doch sehr fragwürdig.

California Building New Orleans

Die neue Unterkunft erwies sich als riesige eigene Wohnung mit Küche und Wohnzimmer sowie Waschmaschine und Trockner. Hinzu kamen nutzbare Büro-Räume, ein Fitness-Studio sowie ein Raum mit Billardtisch und Kicker. Das kam uns sehr zugute, weil wir auch gerne mal selbst ein Frühstück zubereiten oder einen Snack zu uns nehmen. Allerdings machten die Preise im Supermarkt die Sparmöglichkeiten schnell zunichte. Wir kauften nur das Nötigste incl. einer Flasche lokalen Wein und 6 Dosen günstiges Bier und kamen auf etwa 65 €. Wein und Bier konnten wir dann aber an den Abenden zu uns nehmen, als wir auf der Dachterrasse im 9. Stock saßen oder tatsächlich mal Billard spielten.

Louisiana Shrimps
Louisiana Shrimps
Frühstück "zu Hause"
Frühstück „zu Hause“

Red dress run

Jedes Jahr wir im August ein Charity-Rennen veranstaltet. Hierfür kleiden sich alle – insbesondere die Herren – in roten Kleidern. Das Rennen selbst haben wir verpasst, aber dafür konnten wir das große Fest der Stadt erleben. Viele Menschen waren in Rot gekleidet, die Menschen waren fröhlich, Kunstausstellungen öffneten ihre Türen. Es fühlte sich an wie eine große Pride-Parade, zu der alle Menschen aus den umliegenden Städten angereist waren.

Das Städtchen New Orleans

New Orleans liegt am Mississippi River und hat viele kleine schöne Straßen. Die Stadt wird auch als “Big Easy” oder “Crescent City” bezeichnet und gilt als Wiege der Jazz-Musik.

Straßennamen auf der Straße von New Orleans
Straßennamen auf der Straße von New Orleans
Poboy - Spezialität aus New Orleans
Poboy – Spezialität aus New Orleans

Auf den Bürgersteigen sind die Straßennamen oft auf kleinen Kacheln zu lesen. Die Häuser haben meist kleine Balkone und sind blumenreich verziert. Wie aus dem Nichts kommt zwischendurch ein musikalischer Trupp auf die Straßen mit Tänzern und Tänzerinnen, die von Posaunen und Trompeten begleitet werden. Leider konnten wir keiner Beerdigungsparade beiwohnen, die anfangs von trauriger Musik begleitet wird, dann aber zu einem fröhlichen Fes (Second Line) wird und in New Orleans als Highlight gilt.

In vielen Kneipen im French Quarter wird live Musik gespielt. Uns gefiel insbesondere die Zydeco Musik (mit Banjo und Waschbrett).